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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 16814
Erfahrung:  seit 1995 als selbständiger Rechsanwalt tätig.
37896974
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Hallo liebe Ratgeber, ich habe nach meinem Promotionsvertrag

Kundenfrage

Hallo liebe Ratgeber,

ich habe nach meinem Promotionsvertrag (75% TVÖD, ca. 1650€ netto) seit August 2011 einen Vollvertrag bekommen (ca. 2100€). Mein Sohn (6 Jahre), der bei seiner Mutter lebt, kommt ab Mitte September in die Schule und besucht daher keinen Kindergarten mehr, sondern nach der Schule dann einen Hort, damit seine Mutter ihrer Ganztagesstelle weiterhin nachgehen kann. Sie bat mich nun um einen Gehaltsnachweis um den neuen Unterhalt zu berechnen. Da sie leider unter Kaufsucht leidet (Trennungsgrund aus meiner Sicht), und wir aufgrund der Lügen bezüglich der Finanzen sehr oft ausartend gestritten haben (Streit als Trennungsgrund aus ihrer Sicht) schaut sie genauestens (++) auf das Geld, das sie bekommt. Obwohl sie selbst ca. 2000€ netto verdient, einen Alleinerziehendenzuschuss von etwa 150€ und den Kindesunterhalt bekommt, ist mein Sohn weder in einer Musikschule, noch in einem Sportverein. Ich selbst wohne noch in unserer alten Wohnung (800€ warm), von der ich einen Zimmer an einen Studenten untervermiete (400€). Daruas finanziert sich aber das alte Kinderzimmer von meinem Sohn noch nicht.

Mir stellt sich nun die Frage, wieviel Unterhalt ich in Zukunft zahlen muss, wenn der Hort ca. 120€ monatlich kostet.
Ebenso würde ich gerne erfahren, ob es aus rechtlicher Sicht eine Möglichkeiten gibt, die Zahlung des Hortes zu umgehen, denn die Ausbildung erfolgt in der Schule und der Hort dient eher als Betreuungsanstallt, damit meine Ex noch mehr verdienen kann.
Traurig ist auch, dass sie ihn dadurch täglich nur von ca. 17:00h abends betreut und er dadurch seine Mutter sogut wie kaum sieht. Wie würde es sich auf den zu zahlenden Unterhalt auswirken, wenn ich ihn bspw. drei mal die Woche nach der Schule Zuhause betreuen würde? (Habe 50% Sorgerecht)
Wie würde es sich auf den zu zahlenden Unterhalt auswirken, wenn ich ihn jeden Nachmittag nach der Schule betreuen würde? Würde sie dann mir das Geld zahlem müssen, was sie sonst an den Hort zahlt?
Des Weiteren wüsste ich gerne, wie es mein Sohn mit sechs Jahren mit meiner Hilfe schaffen kann zu mir zu ziehen, wenn er das gerne würde und wenn die Mutter dagegen ist? Welche Instanzen bearbeiten das Problem und welche Anträge muss man dann stellen?

Für die Antworten danke XXXXX XXXXX im Voraus!
MFG,
Ratsuchender
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte.

Hortkosten stellen Betreuungskosten dar, die Mehrbedarf im Rahmen des Unterhaltsrechtes sind. Für den Mehrbedarf haften die Eltern entsprechend Ihrem Einkommen. Aufgrund Ihrer Mieteinnahmen dürfte Sie hier in etwa der hälftige Betrag für die Hortkosten treffen.

An der monatlichen Unterhaltszahlung ändert sich auch dann nichts, wenn Sie die Nachmittagsbetreuung für Ihr Kind teilweise übernehmen. Eine Änderung im Unterhalt findet nur beim echten Wechselmodell, also mindestens 50 zu 50 Betreuung statt.

Dadurch, dass Ihr Kind den Hort besucht, ist die Mutter in der Lage, vollschichtigt arbeiten zu gehen, so dass Sie in diesem Fall keinen Betreuungsunterhalt für die Kindesmutter schulden. Diese dürfte sich deutlich über dem Betrag des hälftigen Hortbeitrages bewegen.

Ein Aufenthaltswechsel Ihres Kindes ist nur über einen entsprechenden Antrag beim Familiengericht möglich. Allerdings wird nach dem Kontinuitätsprinzip nur dann der Aufenthalt geändert, wenn das Kindeswohl gefährdet ist. Das Wechselmodell kann gegen den Willen eines Elternteiles nicht durchgeführt werden.
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 16814
Erfahrung: seit 1995 als selbständiger Rechsanwalt tätig.
Tobias Rösemeier und 2 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Herr Rösemeier,

vielen Dank für Ihre Antwort. Gehe ich dann richtig in der Annahme, dass auch dann, wenn unsere zwei Wohnungen 300m vonanander entfernt sind und mein Sohn am liebsten mindestens 50% bei mir leben möchte und zudem sein Kinderzimmer, das er seit seiner Geburt bewohnt hat, erhalten ist, keinerlei Auswirkung darauf haben, ob sich ein Wechselmodell durchsetzen lässt? D.h, wenn die Mutter lieber das Geld möchte, als dem Wunsch des eigenen Kindes und des Vaters nachzugehen (zwei gegen eine), haben beide an sich keine Chance? Oder wenn sie doch eine Chance haben, dann welche?

Ab welchem Alter kann das Kind selbst entscheiden, bei welchem Elternteil es leben möchte und wie kann es das Kind dann durchsetzen, wenn die Mutter das nicht will?

Wie kann ich es durchsetzen, dass die gezahlte Unterhaltssumme tatsächlich dem Kind zugute kommt, bspw. Musikschule, Sportverein und nicht dem Kleiderschrank der Mutter?

Bedeutet die Trennung für mich auch, dass mein Sohn bspw. Heiligabend nicht mehr bei mir verbringen kann, wenn die Mutter das nicht möchte? Kann ich diesbezüglich eine gerechte gleichmäßige Aufteilung (bspw. von Jahr zu Jahr wechselnd) gerichtlich erzwingen?

Für die Antworten danke XXXXX XXXXX Voraus,
MFG,
Ratsuchender
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

das sogenannte Wechselmodell lässt sich nur installieren, wenn beide Elterteile dies ausdrücklich so wollen und dies auch dem Kindeswohl dienlich ist.

Der Wunsch des Kindes ist sicherlich zu beachten, ist jedoch keinesfalls entscheidend. Das Kind selbst hat keine Entscheidungsbefugnis.

Es gibt keine Möglichkeit der Kindesmutter vorzuschreiben, wie die Unterhaltszahlungen verwendet werden. Dies obliegt dieser allein und es besteht keine Rechenschaftspflicht.

Wie Sie sich als Eltern über die Gestaltung des Umganges einschließlich der Feiertagsregelung verständigen, bleibt Ihnen beiden überlassen. Im Falle de gerichtlichen Regelung verbringt das Kind regelmäßig den ersten Feiertag bei dem überwiegend betreuenden Elternteil und den zweiten bei dem anderen. Im Übrigen gilt Heiligabend nicht als Feiertag, so dass diesbezüglich gerichtlich keine Regelungsbefugnis besteht.



Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Herr Rösemeier,

wie begründet die Gesetzgebung dieses Ungleichgewicht zwischen Mutter und Vater bei geteiltem Sorgerecht? Kein Wechselmodell ohne der Zusage der Mutter (vergleiche andere europäische Länder), Mutter entscheidet über Hortbesuch (kein Mitentscheidungsrecht des Vaters über Mehrkosten), kein Weihnachten (Heiligabend) mehr mit dem Sohn bis es Volljährig ist, auch bei einem 40%:60% Modell volle Unterhaltsszahlung, d.h. der Vater wird finanziell bestraft, wenn er sich mehr um das Kind kümmern möchte, denn Wohn- und Verpflegung fallen dann auch beim Vater an, ohne dass diese irgendwie ausgeglichen werden.

Wenn ich nun einen neuen Arbeitsplatz in weiter Entfernung annehme, wie kann ich dann meiner Umgangspflicht und Recht nachgehen? Muss sich dann die Mutter bei der Reise des Kindes zum Vater beteiligen?

Ändert sich etwas bezüglich des Kindesunterhalts, wenn die Mutter wieder heiratet oder mit einem Partner zusammenzieht?

Für die Antworten danke XXXXX XXXXX Voraus,
MFG,
Ratsuchender

Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre erste Frage ist eine grundsätzlich Frage, die mit wenigen Worten im Rahmen dieses Mediums nicht sinnvoll beantwortet werden kann. Ich bitte insofern um Verständnis.

Für das Wechselmodell existiert jedenfalls keine gesetzliche Grundlage und im Übrigen wird dieses in Deutschland unter den Experten kontrovers diskutiert.

Wenn Sie berufsbedingt fortziehen, muss eine den Umständen entsprechende Umgangsregelung gefunden werden. Die Mutter muss sich regelmäßig an den Kosten nicht beteiligen.

Wenn die Mutter wieder heiratet, hat dies keine Auswirkungen auf die Unterhaltshöhe, da diese ausschließlich an Ihr Einkommen gebunden ist.





Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Herr Rösemeier,

für meine zukünftigen Entscheidungen als pflichtbewußter Vater hört sich das alles sehr verdrießlich an. Ich dachte es sei ein Recht des Kindes den Vater oft genug zu sehen und dass für die Kosten dafür, dass das Kind seine Rechte wahren kann beide Elternteile gleichmäßig aufkommen müssen. Wenn ich also mein Sohn miterziehen möchte, ihm meine Werte mitgeben möchte, kann ich das entweder tun, indem ich ihn so oft wie möglich sehe, dafür selbst aufkomme und aber im Vergleich zur Mutter mit keinerlei Entlastung rechnen kann. Wenn ich berufsbedingt umziehe, kann ich davon ausgehen, dass sich die Mutter keinesfalls an den Reisekosten für das Kind beteiligt und ich somit die mit dem Umgang verbundenen Kosten alleine tragen muss, wodurch der Umgang mit dem Vater erschwert wird. Je nachdem wohin die Reise geht kann ich ihm meine Werte gar nicht mehr vermitteln. Das ist sehr traurig und kann soweit führen, dass sich daraus bspw. Depressionen des Vaters und auch des Kindes entwickeln und eine psychologische Behandlung notwendig wird. Ich finde die Gesetzzgebung und die Rechtsprechung verstoßen damit bezüglich der Würde des Vaters gegen das Grungesetz und der Vater wird auch in dieser Hinsicht vom Deutschen Staat diskriminiert. (s. http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/europaeischer-gerichtshof-ruegt-deutschland/3317974.html)

Ich muss verstehen, dass Sie mir keine aufbauenderen Informationen geben können, doch eines würde mich dennoch interessieren:
Was kann die Mutter tun, wenn der Vater das Land verlässt, kein deutscher Staatsangehöriger ist und keinen Unterhalt mehr zahlt?
Was kann der Vater tun, wenn er durch die Gesetztgebung gerechter behandelt werden möchte und vor der Ungerechtigkeit und der Willkür der Mutter nicht in ein anderes Land flüchten möchte?

Für die Antworten danke XXXXX XXXXX Voraus,
MFG,
Ratsuchender

Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

bezugnehmend auf Ihre weitergehenden Ausführen, darf ich Sie herzlichst in der Realität begrüßen. Nehmen Sie mir es bitte nicht übel, aber Sie als Eltern haben sich getrennt und dafür wird es sicherlich Gründe geben. Das oder die gemeinsamen Kinder kann man nun mal nicht teilen: Wer hier nun künftig, dem Kind was vermittel, hängt sicherlich von dem Umständen ab und davon ob man sich im gegenseitigen Respekt auf der vom ehemaligen Paarkonflikt losgelösten neuen Elternebene begegnet.

Offensichtlich fehlt es leider schon an den unentbehrlichen Voraussetzungen für ein etwaiges Wechselmodell, die da sind: problemlose Kommunikation zwischen den Eltern, gegenseiter Respekt und Vertrauen darauf, dass jeder das Beste für das Kind will.

Bei Ihren weiteren Fragen gehe ich davon aus, dass diese eher rethorischer Natur sind, denn auch deren Beantwortung würden den vorliegenden Rahmen sprengen auch und insbesondere unter Berücksichtigung des ausgelobten Honorarbetrages.





Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Herr Rösemeier,

danke für Ihre Ausführungen. Mich hätten die rechtlichen Ansätze zu den letzten zwei Fragen tatsächlich interessiert. Dennoch, danke nochmal.

MFG,
Ratsuchender

Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Gern geschehen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Text nur um frage abzuschließen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Bitte nichts antworten und auch keine Info-Anfrage bitte, sondern, wenn es geht, nur mit Link oben rechts glaube ich Vorgang abschließen. Wenn Sie eine Info-Anfrage starten, bekomme ich die Meldung (Warte auf Kundenaktion) und muss immer wieder für das Gleiche Bewertungen abgeben. Danke!
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ich muss hier aber auch abschließen.

Dann mache ich hier keine Info-Anfrage, sondern normale Antwort.

Bitte reagieren Sie hierauf nicht und auch nicht akzeptieren.

Vielen Dank.

(technisch ist dies anders nicht möglich)

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