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Danjel Newerla
Danjel Newerla, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 9380
Erfahrung:  Rechtsanwalt und Diplom Jurist
26039601
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Danjel Newerla ist jetzt online.

Hallo, gibt es beim Trennungsunterhalt noch die 3/7-Regelung

Kundenfrage

Hallo,

gibt es beim Trennungsunterhalt noch die 3/7-Regelung? Darunter verstehe ich: Der Unterhaltsempfänger erhält die Hälfte aus der Summe seines Nettoeinkommens und 3/7 des Nettoeinkommens des Unterhaltszahlers?

Mit welchem Prozentsatz seines Nettoeinkommens wird die Tatsache berücksichtigt, dass ein Unterhaltsempfänger berufstätig ist und somit Aufwendungen (=steuerlich Werbungskosten) hat?

Vg
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Ratsuchender





vielen Dank für Ihre Anfrage .

Diese möchte ich sehr gerne wie folgt beantworten:







1.Gibt es beim Trennungsunterhalt noch die 3/7-Regelung? Darunter verstehe ich: Der Unterhaltsempfänger erhält die Hälfte aus der Summe seines Nettoeinkommens und 3/7 des Nettoeinkommens des Unterhaltszahlers?

Mit der 3/7 Reglung ist vielmehr gemeint,dass der Unterhaltspflichtige einen unterhaltsberechtigten 3/7 der Differenz des bereinigten Nettoeinkommen zu zahlen hat. Dieses ist bei der so genannten Differenzmethode der Fall,die ich Ihnen nachfolgend darstellen möchte.

Dieses bereinigte unterhaltsrelevante Nettoeinkommen ermittelt sich aus demsteuerlichen Nettoeinkommen abzüglich bestimmter Positionen (zum Beispiel auch die von Ihnen angesprochenen berufsbedingten Aufwendungen, Kindesunterhalt etc.).

Diese Berechnung muss bei beiden Ehegatten durchgeführt werden.

Anschließend erhält man auf beiden Seiten dieses bereinigte Nettoeinkommen.

Derjenige, der mehr hat, muss grundsätzlich Unterhalt zahlen. Der Unterhalt beträgt im Falle der 3/7 Regelung dann 3/7 der Differenz zwischen den beiden bereinigten Nettoeinkommen.

Wenn also beispielsweise ein Ehepartner ein bereinigtes Nettoeinkommen von 2000 € hat und der andere von 3000 €, dann beträgt die Differenz 1000 €. Der Unterhalt würde dann 3/7 von 1000 € betragen.

Dieses ist die so genannte Differenzmethode, die dann zur Anwendung kommt, wenn beide (also der Unterhaltsberechtigte und der Unterhaltsverpflichtete) erwerbstätig sind.

Wenn der Unterhaltsberechtigte nicht erwerbstätig ist, sieht die Berechnung ein wenig anders aus, da der Unterhaltsverpflichtete dann noch einen so genannten Erwerbstätigenbonus hat.

Nachfolgend habe ich Ihnen einen interessanten Link zur Veranschaulichung zu genau diesem Thema beigefügt:

http://www.internetratgeber-recht.de/Familienrecht/frameset.htm?http://www.internetratgeber-recht.de/Familienrecht/Unterhalt/unterhalt_4_10_3.htm

2.Mit welchem Prozentsatz seines Nettoeinkommens wird die Tatsache berücksichtigt, dass ein Unterhaltsempfänger berufstätig ist und somit Aufwendungen (=steuerlich Werbungskosten) hat?



Grundsätzlich können die konkret nachgewiesenen berufsbedingten Aufwendungen (zum Beispiel Fahrtkosten) in Abzug gebracht werden.

 

Es kann aber auch grundsätzlich pauschal ohne konkreten Nachweis ein Abzug von 5 % des Nettoeinkommens abgezogen werden, wobei die Untergrenze bei grundsätzlich 50 € und die Höchstgrenze bei 150 € liegt.







Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!



Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.



Sofern Sie mit meiner Antwort zufrieden sind möchte ich Sie höflich bitten meine Antwort gemäß den allgemeinen Geschäftsbedingungen dieser Plattform zu akzeptieren.



Sie akzeptieren meine Antwort, indem Sie unter meiner Antwort einmal auf das grüne Feld „akzeptieren“ klicken.



Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können natürlich gerne über die Nachfrageoption mit mir Verbindung aufnehmen.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Freitagnachmittag!



Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Stresemannstr. 46
27570 Bremerhaven
[email protected]
Fax.0471/140244

Tel. 140240 o. 140241





Danjel Newerla und 2 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Herr Newerla,ich habe da doch noch eine Nachfrage!Ist die 3/7-Regelung auch dann anwendbar, wenn ich als Unterhaltspflichtiger Rentner bin und meine Frau noch berufstätig ist, oder gilt diese Regel nur wenn beide berufstätig sind?mfGF Freund
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 5 Jahren.
vielen Dank für Ihrer Nachfrage, die ich Ihnen selbstverständlich gerne wie folgt beantworten möchte.

Wenn ich Sie richtig verstanden habe sind Sie nicht berufstätig, Ihre Frau ist aber berufstätig.

Nachfolgend habe ich ihnen die maßgebliche Stelle, die dieses regelt, aus der Düsseldorfer Tabelle beigefügt und die entsprechende Stelle, die für Sie gilt besonders hervorgehoben:

"

B. Ehegattenunterhalt


I. Monatliche Unterhaltsrichtsätze des berechtigten Ehegatten ohne unterhaltsberechtigte Kinder (§§ 1361,
1569, 1578, 1581 BGB):


1. gegen einen erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen:

a) wenn der Berechtigte kein Einkommen hat: 3/7 des anrechenbaren Erwerbseinkommens zuzüglich 1/2 der anrechenbaren sonstigen Eikünfte des Pflichtigen, nach oben begrenzt durch den vollen Unterhalt, gemessen an den berücksichtigenden ehelichenVerhältnissen;

b) wenn der Berechtigte ebenfalls Einkommen hat: 3/7 der Differenz zwischen den anrechenbaren Erwerbseinkommen der Ehegatten, insgesamt begrenzt durch den vollen ehelichen Bedarf; für sonstige anrechenbare Einkünfte gilt der Halbteilungsgrundsatz;

c) wenn der Berechtigte erwerbstätig ist,
obwohl ihn keine Erwerbsobliegenheit trifft:
gemäß § 1577 Abs. 2 BGB;

2. gegen einen nicht erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen (z. B. Rentner): wie zu 1 a, b oder c, jedoch 50 %. "


In Ihrem Fall bleibt es also grundsätzlich bei der 3/7-Regelung mit der Besonderheit, dass lediglich 50 % des so ermittelten Betrages geschuldet sind.



Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt





Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hallo,
ich hatte gesehen, dass Sie noch mehr Informationen benötigen, kann aber nicht finden, um welche es sich handelt. Sollte das nicht der Fall sein, dann stellt sich für mich jedoch noch folgende Frage; Sie haben meine Situation wohl richtig verstanden und ich bin der Merinung, dass der Pkt. 2 in Ihrer letzten Antwort zutrifft. Die 50% verstehe ich jedoch nicht. Das kann doch nicht heißen, dass meiner Frau nur 50 % von den 3/7 des o.g. Differenzbetrages zu stehen.

mfg

F Freund
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dankfür den Nachtrag.

Ja, das haben Sie richtig verstanden.

Hier müsste erst der Betrag errechnet werden (also die 3/7 von der Differenz, so.o.) und von diesem Betrag wäre dann die Hälfte der tatsächliche Zahlbetrag.



Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
DANKE
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 5 Jahren.
Gern geschehen :-)

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