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Danjel Newerla
Danjel Newerla, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 9380
Erfahrung:  Rechtsanwalt und Diplom Jurist
26039601
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Recht & Justiz hier ein
Danjel Newerla ist jetzt online.

Kategorie Online-Reise-R cktrittsrecht- Sachverhalt Email

Kundenfrage

Kategorie Online-Reise-Rücktrittsrecht- Sachverhalt:
Email -Angebot durch ein Hotel am 4.8.
telefonische Reservierung 5.8.
Buchungsbestätigung durch Hotel 5.8. 16.00 Uhr
Stornierung durch Email durch mich 5.8. 17.00 Uhr
- jetzt Stornogebühren in Höhe von 80 %
Reiseantritt am 21.8.- 7 Tage - Preis 1500,-- €
bitte email-rückantwort
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Ratsuchender





vielen Dank für Ihre Anfrage .

Diese möchte ich sehr gerne wie folgt beantworten:







Ein Rücktrittsrecht haben sie grundsätzlich nur dann, wenn dieses ausdrücklich vereinbart worden ist oder, sofern die Gegenseite eine Pflichtverletzung begeht, die sie unter Hinzutreten weiterer Voraussetzungen ( erfolglose Fristsetzung zur Erfüllung beziehungsweise endgültige Verweigerung der Leistung durch den anderen Vertragspartner) zum Rücktritt berechtigt, vgl. § 323.

 

Ein Widerrufsrecht nach dem BGB haben sie leider auch nicht, da das 14-tägige Widerrufsrecht nach dem Gesetz für Reiseleistungen ausdrücklich ausgeschlossen ist.

 

Vollständig kostenpflichtig werden sie aus dem Vertrag also leider nicht herauskommen, es sei denn, dieses wurde eindeutig vereinbart beziehungsweise ergibt sich aus den allgemeinen Geschäftsbedingungen des Reiseveranstalters, wovon ich nach meiner Erfahrung nicht ausgehe.

 

Es besteht lediglich die Möglichkeit, die Reise kostenpflichtig zu stornieren. Die Stornogebühr ist um so Höher, je näher die Stornierung am Reisetermin liegt.

Eine Stornogebühr in Höhe von 80% scheint in Ihrem Fall aber völlig neben der Sache zu liegen.

Eine solch hohe Stornogebühr dürfte nur dann verlangt werden, wenn die Stornierung unmittelbar vor Beginn der Reise legt, so dass es für den Reiseveranstalter nicht mehr möglich ist, die entsprechende Kapazität anderweitig zu vergeben.

Nach ihrer Schilderung und vor dem Hintergrund, dass die Reise noch über zwei Wochen hin ist würde ich persönlich und meiner Erfahrung nach höchstens eine Stornierungsgebühr in Höhe von maximal 40 % gerechtfertigt sehen.

Eine Stornierunggebühren in Höhe von 80 % wäre nur dann gerechtfertigt,wenn der Reiseveranstalter beweisen könnte (insoweit ist der Reiseveranstalter in der Beweislast!), dass er auch jetzt schon die Reise nicht mehr anderweitig vergeben kann.

Dieses würde aber jeglicher Lebenserfahrung widersprechen.

Sie sollten daher noch einmal mit dem Reiseveranstalter sprechen und auf die Unwirksamkeit der Höhe hinweisen.

Sollte der Reiseveranstalter dieses nicht akzeptieren, sollten sie ihn zum Nachweis auffordern, das die Reise nicht mehr anderweitig zu vergeben ist. Dieses wird voraussichtlich nicht möglich sein.

Meiner Einschätzung nach sollten Sie hier eine Stornierungsgebühr in Höhe von 20-30 % zunächst anbieten und sich maximal auf 40 % einlassen.

Sollte der Reiseveranstalter dieses nicht akzeptieren, sollten Sie einen im Reiserecht erfahrenen Kollegen vor Ort mit der Wahrnehmung ihrer rechtlichen Interessen beauftragen.

Um es also noch einmal zusammenzufassen: sofern nicht ausdrücklich etwas Abweichendes vereinbart ist, haben Sie leider kein kostenloses Recht zur Stornierung, da die Buchung mit entsprechende Bestätigung einen rechtsgültigen Vertrag darstellt.

 

In diesem Fall müssen Sie leider eine Stornierungsgebühren bezahlen, die zwar einzelfallbezogen ist aber der Höhe nach auch begrenzt ist (siehe oben).





Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!



Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.



Sofern Sie mit meiner Antwort zufrieden sind möchte ich Sie höflich bitten meine Antwort gemäß den allgemeinen Geschäftsbedingungen dieser Plattform zu akzeptieren.



Sie akzeptieren meine Antwort, indem Sie unter meiner Antwort einmal auf das grüne Feld „akzeptieren“ klicken.



Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können natürlich gerne über die Nachfrageoption mit mir Verbindung aufnehmen.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Dienstagnachmittag

Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Stresemannstr. 46
27570 Bremerhaven
[email protected]
Fax.0471/140244

Tel. 140240 o. 140241





Danjel Newerla, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 9380
Erfahrung: Rechtsanwalt und Diplom Jurist
Danjel Newerla und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

ich möchte meine Ausführungen noch gerne wie folgt ergänzen:

Wie bereits gesagt kommen Sie nicht so ohne Weiteres aus der Hotelbuchung heraus.

Es müsste auch geschaut werden, was in den allgemeinen Geschäftsbedingungen hinsichtlich der Höhe der Stornierungsgebühren geregelt ist.

Sofern die AGB zur Höhe der Stornierungsgebühren keine Aussage treffen wäre meines Erachtens auch dei 40% etwas hoch gegriffen.

Der Hotelier hat nämlich eine so genannte Schadensminderungspflicht.

Dieses bedeutet, dass er sich nicht auf einer (eventuell vertraglich über die allgemeinen Geschäftsbedingungen) vereinbarten Stornierungsgebühren ausruhen darf, sondern sich bemühen muss, das Zimmer anderweitig zu vermieten.

Dieses dürfte wie bereits dargestellt realistischerweise sicher möglich sein.

Sofern sich der Hotelier überhaupt nicht um eine Weitervermietung bemüht, wäre er seiner Schadensminderungspflicht überhaupt nicht nachgekommen und sie bräuchten auch keine Stornierungsgebühren zahlen.

Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

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