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S. Grass
S. Grass, Rechtsanwältin
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 5096
Erfahrung:  Mehrjährige Berufserfahrung
52374836
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Recht & Justiz hier ein
S. Grass ist jetzt online.

Mein Vater ist im Januar 2010 verstorben. Er hat 2003 in einem

Kundenfrage

Mein Vater ist im Januar 2010 verstorben. Er hat 2003 in einem Vorausvermächtnis meinem jüngeren Bruder Haus und Hof vermacht, mit dem Vermerk, dass mein älterer Bruder und ich einen Betrag X als Zuwendung erhalten hätten. DEr Rest des Vermögens (Bargeld, Grundstücke) geteilt durch 3. Dieser Betrag X ist aber höher angegeben als wir tatsächlich erhalten haben. Der jüngere Bruder wohnte jahrelang miet- und fast nebenkostenfrei im Haus meines Vaters. Für meinen Vater waren dies keine Zuwendungen die im Vorausvermächtnis festgehalten worden sind. Laut § 2056 BGB kann dies jetzt nicht mehr gefordert werden. Dazu meine Fragen: 1. kann ich das Testament jetzt noch anfechten? 2. Wie ist das mit dem Pflichtteil, wird hier Betrag X vom Pflichtteil abgezogen, wenn dieser nicht richtig angegeben ist? 3. Welche Ca.-Kosten kommen auf mich zu bei einer Anfechtung? Ein ärztliches Attest, ausgestellt 1 Monat vor Notartermin, bestätigt Demenzerkrankung meines Vaters.
Gruß Evi
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

wurde von Ihrem Vater ein Testament erstellt und welchen Inhalt hatte dieses ? Sie sprechen von einem Notartermin. Wurde in diesem das Testament erstellt ?


Mit freundlichen Grüßen
RA Grass
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hallo Frau Grass,
mein Vater hat im Jahre 2003 ein Vorausvermächtnis erstellt. Der Notartermin war dieses Vorausvermächtnis.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Zum Inhalt in Kurzform:
Haus und Hof wurden als Vermächtnis an meinen jüngeren Bruder vermacht. Der Rest des Vermögens (Bargeld und landwirtschaftliche Grundstücke) geteilt durch 3. In desem Vermächtnis hielt er fest, dass mein älterer Bruder und ich bereits einen Betrag X als
Vorempfänge erhalten haben. Zurückgehend ca. 30 Jahre. Weder mein Bruder noch ich können aber die Höhe des Betrages nachvollziehen. Er ist einfach zu hoch angesetzt.
Gruß Evi
Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Ausführungen sind dahingehend zu verstehen, dass alle 3 Kinder gleichberechtigte Erben werden sollten, jedoch dem einen Bruder ein Vorausvermächtnis zugedacht war. Insoweit kommt es zu einem Ungleichgewicht, da der Vermächtnisempfänger mehr erhält, als die übrigen Erben.

In diesem Falle können die Erben eine sog. Pflichtteilsrestanspruch geltend machen. Die Zahlungen, die Sie und Ihr Bruder als Zuwendung erhielten, werden angerechnet, wenn dies dem Willen des Erblassers entsprach. Dies scheint sich aus der Formulierung zu ergeben, da die Zuwendungen offensichtlich den Ausgleich für das Vorausvermächtnis darstellen sollen.

Grundsätzlich kann eine Anfechtung mit dem Argument erfolgen, dass Ihr Vater im Jahre 2003 nicht mehr in der Lage war, sich wirksam zu verpflichten. Allein die tatsache, dass Ihr Vater an Demenz erkrankt war, wird hierfür allerdings nicht ausreichend sein. Im Falle einer Anfechtung müsste nachgewisen werden, dass Ihr Vater aufgrund seiner Erkrankung nicht mehr in der Lage war, die Tragweite seines Handelns zu erfassen. Ob dies der Fall war, wird letztendlich ggf. nur über ein medizinisches Sachverständigengutachten klärbar sein.

Die zu erwartenden Kosten hängen vom Gegenstandswert ab. Da dieser nicht bekannt ist, können die Kosten auch nicht angegeben werden. Beispielhaft kann ich Ihnen mitteilen, dass bei einem Gegenstandswert von 20.000 EUR für die außergerichtliche Klärung Kosten in Höhe von ca. 1.000 EUR entstehen. Muss die Sache gerichtlich geklärt werden, erhöhen sich die Kosten entsprechend, genauso, wenn der Gegenstandswert höher sein sollte.

Ich hoffe, Ihnen mit den Ausführungen behilflich zu sein und darf Sie bitten, die Antwort gemäß den Nutzungsbedingungen zu akzeptieren und zu bewerten. Bei Unklarheiten oder weiterem Klärungsbedarf nehmen Sie bitte, möglichst unter Schilderung von Einzelheiten, Kontakt mit uns auf.


Mit freundlichen Grüßen

RA Grass
[email protected]
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hallo Frau Grass,
meine 1. Frage blieb unbeantwortet: Kann ich das Testament noch anfechten?
Dann noch zu den Zuwendungen: Der im Vermächtnis festgehaltene Betrag entspricht nicht dem tatsächlichen. Ist dies ein Anfechtungspunkt?
Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

die Anfechtungsfrist beträgt 1 Jahr und beginnt, wenn der Anfechtungsberechtigte vom anfechtungsgrund - hier Demenzerkrankung .- Kenntnis erlangt. Wenn Ihnen das Attest jetzt erst bekannt geworden ist, wäre eine Anfechtung somit noch möglich, allerdings sehr schwierig.

Wenn Ihnen der genannte (falsche) Betrag seit längrem bekannt war, Sie sich bisher hiergegen jedoch nicht gewandt haben, wird man davon ausgehen müssen, dass Ihr Recht verwirkt ist. Es ist sicher nicht plausibel darlegbar, warum so lange zugeartet wurde. Zudem müsste nachgewiesen werden, dass ein Motivirrtum vorlag, also Ihr Vater irrtümlich Umstände angenommen hat, die nicht zutrafen.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass
[email protected]
Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

besteht noch weiterer Klärungsbedarf ? Ansonsten darf ich nochmals um Akzeptierung und Bewertung der Antwort bitten.

Mit freundlichen Grüßen
RA Grass

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