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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  seit 1995 als selbständiger Rechsanwalt tätig.
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

hallo liebe frauen oder herren anwaelte, ich habe eine frage

Kundenfrage

hallo liebe frauen oder herren anwaelte, ich habe eine frage zum erbrecht:
mein vater ist im januar gestorben. ich bin das kind aus erster ehe. er hat also nochmal geheiratet und ich habe somit auch noch 3 halbschwestern. er hat mit seiner zweiten frau ein berliner testament gemacht, welches sie zur vorerbin macht und meine 3 halbschwestern zu nacherben wenn sie verstirbt. ich wurde aus der erbschaft ausgeschlossen. das ganze wurde handschriftlich mit datum und beiden unterschriften verfasst.
jetzt hat seine frau den erbschein als alleinerbin angefordert. der wert des nachlasses zum erbfall betrug 58.000 euro. steht mir denn eigentlich der pflichtteil trotzdem zu (1/6) oder hab ich keine rechte, weil sie alleinerbin ist und man mich ausgeschlossen hat.
das hab ich alles nur vom amtsgericht erfahren und die wollen innerhalb von 3 wochen von mir einwaende. was kann ich denn jetzt tun? brauch ich dafuer einen anwalt, was sehr teuer waere und ich mir nicht so richtig leisten kann. oder kann ich dem amtsgericht einfach sagen ich bestehe auf meinen pflichtanteil und dann wird das geregelt. auch moechte ich keinen kontakt zu der familie haben. das ist so schon alles gemein und kraenkend genug. vielen dank XXXXX XXXXX
mit freundlichen gruessen
c. steiner
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte.

Durch das vorliegende Testament hat Sie Ihr Vater enterbt. Sie sind also nicht gesetzlicher Erbe geworden und daher auf Ihren Pflichtteil beschränkt. Dieser Anspruch steht Ihnen allerdings in jedem Fall zu und bemisst sich der Höhe nach zu 50 % des gesetzlichen Erbteils.

Ihr Pflichtteil beträgt 1/16 des Nachlasses nach Ihrem Vater. Auf die Angabe gegenüber dem Nachlassgericht zur Höhe der Erbschaft müssen Sie sich aber nicht einlassen, diese wird in der Regel sehr niedrig angegeben und entspricht oftmals nicht den tatsächlichem Nachlasswert.

Das Gericht hat Sie nunmehr konsultiert und will von Ihnen wissen, ob Sie Einwände gegen den erteilten Erbschein erheben wollen.Dies wäre dann der Fall, wenn Sie das Testament anfechten wollten.

Ansonsten ist das Nachlassgericht nicht zuständig für die Durchsetzung Ihres Pflichtteilsanspruchs. Entweder Sie machen diesen selber gegenüber den Erben geltend. Dies sollte zunächst in der Form erfolgen, dass Sie von der Alleinerbin ein notarielles Nachlassverzeichnis fordern. Sie haben hier explizit einen Anspruch auf ein notarielles Nachlassverzeichnis, weil durch diese Form des Nachlassverzeichnis gewährt ist, dass ein Notar die Angaben der Alleinerbin über den Bestand des Nachlasses prüft. Dieses Schreiben können Sie noch alleine aufsetzen und schicken es per Einschreiben/Rückschein und setzen der Alleinerbin eine Frist von 3 Wochen zur Erteilung des Nachlassverzeichnisses. Denken Sie auch daran, Auskunft über die von Ihrem Vater gemachten Schenkungen der letzten 10 Jahre zu fordern. Hiernach können Sie Ihren Pflichtteilsanspruch berechnen, in dem Sie den Nachlasswert durch 16 teilen. Dies ist dann Ihr Pflichtteilsanspruch, den Sie dann zur Auszahlung fordern können.

Bitte beachten Sie, dass der Pflichtteilsanspruch innerhalb von 3 Jahren verjährt. Sie müssen also innerhalb dieser Frist handeln.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.
Tobias Rösemeier und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Herr Roesemeier,
erstmal vieken dank fuer ihre antwaort. das hilft mir erstmal weiter. ich glaube ich muss wohl doch zu einem anwalt, denn wenn ich die frau meines vaters anschreibe, gibt das erst recht stress und ich moechte damit eigentlich nicht konfrontiert werden. wenn ich das denn nun zum anwalt gebe, muss ich dann etwa auch zu einer verhandlung oder geht das ohne das ich mit der familie in kontakt komme?
wie kann denn eigentlich nachgewieden werden das was verschenkt wurde, da gibs doch kein vertrag drueber. das macht man doch einfach so und wie soll denn das bewiesen werden das mein vater was verschenkt haben koennte. das wird seine frau ja wohl keinem auf die nase binden. und geht es da nur um geldbetraege oder auch um andere sachen?
vielen dank fuer ihre hilfe.
mit freundlichen gruessen
c. steiner
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

wenn Sie sich der direkten Konfrontation nicht stellen wollen, sollten Sie sich tatsächlich in anwaltliche Vertretung begeben.Empfehlenswert wäre ein Fachanwalt für Erbrecht.

Schenkungen müssen angegeben werden, denn wenn man sie verschweigt, sind Sie grundsätzlich berechtigt, eine eidesstattliche Versicherung über die Richtigkeit der Angaben zu verlangen. Wenn sich dann heraus stellt, dass es doch Schenkungen gab, Zufälle gibt es immer wieder, so wäre die Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung eine Straftat, die sehr hart bestraft wird.

Erfahrungsgemäß werden deswegen die Angaben zu den Schenkungen freiwillig gemacht. Schenkungen sind entweder Zuwendungen in Form von Geld oder aber auch Grundstücksübertragungen oder die Übertragung sonstiger Vermögensgegenstände wie beispielsweise ein Auto.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Lieber Herr Roesemeier,

vielen dank fuer ihre hilfe. da bin ich schon mal einen ganzen schritt weiter und nicht mehr ganz so ahnungslos wenn ich mir einen anwalt suche ;-)))

liebe gruesse und einen schoenen abend noch!

C. Steiner
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
ich wünsche Ihnen auch noch einen schönen Abend.

Viele Grüße