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Mustermann
Mustermann, Rechtsanwältin
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 105
Erfahrung:  Strafrecht, Zivilrecht und Wirtschaftsrecht sind Schwerpunkte meiner Interessen
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Mustermann ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, wie lange kann ein Makler

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie lange kann ein Makler bei einem Verkauf eines Hauses eine Maklerprivision fordern und wie lange ist man überhaupt an einen Makler gebunden? Fällt diese Provision auch an, wenn das Haus zunächst an den Interessenten vermietet und dann, später nach etwa einem bis 2 Jahren verkauft wird?
Während der Verkaufsverhandlungen hatte sich ergeben, dass ein Darlehen nur mit hohen Vorfälligkeitszinsen abgelöst werden kann.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Mustermann hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

Der Provisionsanspruch des Maklers resultiert aus § 652 BGB. Grundsätzlich entsteht der Anspruch, wenn durch Nachweis des Maklers ein Kauf stattfindet.

Die Tatsache, dass der Maklervertrag wahrscheinlich nicht mehr besteht, ist grundsätzlich unerheblich. Es kommt lediglich darauf an, dass die Maklerleistung während der Dauer des Vertrages erbracht wurde.

Hinsichtlich der Ursächlichkeit besteht eine Grenze dort, wo die Leistung des Maklers als nicht mehr ursächlich für den Abschluss betrachtet werden kann. Vorliegend kommt es auf die genauen Umstände des Einzelfalles an, ob man die Tätigkeit des Maklers noch als ursächlich betrachten kann.

Ich gehe davon aus, dass der Käufer auf Ihre Immobilie durch die Maklertätigkeit aufmerksam geworden ist. Dies spricht für eine Ursächlichkeit. Gegen eine Ursächlichkeit spricht, dass die ursprünglichen Verhandlungen wohl vollständig abgebrochen worden sind. Der Käufer nicht zum Kauf bereit war und sich erst später ein neuer Kaufentschluss gebildet hat, der für den Kauf ursächlich geworden ist.

Eine weitere große Rolle spielt auch das Zeitelement zwischen Maklertätigkeit und Kauf.

Wenn der Makler die Gelegenheit zum Vertragsschluss nachgewiesen hat und seiner Tätigkeit der Abschluss des Hauptvertrags in angemessenem Zeitabstand folgt, ergibt sich daraus für die Rechtsprechung der Schluss auf den Ursachenzusammenhang zwischen beiden von selbst. Hier gilt eine Grenze von ca. einem halben Jahr (dies wird von Gericht zu Gericht unterschiedlich gesehen), in dem die Kausalität jedenfalls bejaht wird. Dagegen spricht gegen eine Kausalität z. B. ein Verkauf nach 2 Jahren nach dem Nachweis und zu einem 20 % günstigeren Kaufpreis.

Da zwischen Maklertätigkeit und Verkauf eine erheblich Zeit verstrichen ist, spricht dies zu Ihren Gunsten.

Im Ergebnis ist es vertretbar, die Zahlung der Provision abzulehnen und sich darauf zu berufen, dass ursächlich für den Verkauf nicht die Maklertätigkeit, sondern ein späterer davon unabhängiger Willensentschluss war. Im Streifalle besteht jedoch das Risiko, dass ein Gericht zu einer anderen Auffassung gelangen könnte, insbesondere wenn z.B. die Verkaufskonditionen dieselben gewesen sind, das Angebot sich also nicht oder kaum geändert hat.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen Überblick über die Rechtslage verschaffen.

Sollten Sie ein Nachfrage zu meiner Antwort haben, stellen Sie diese bitte. Anderenfalls akzeptieren Sie bitte meine Antwort, indem Sie den grünen "Knopf" anklicken und geben bitte eine Bewertung ab.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei meinen Ausführungen um eine erste Einschätzung aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhalts handelt, die eine persönliche Beratung durch einen Rechtsanwalt nach umfassender Aufklärung des Sachverhalts nicht ersetzen kann oder soll. Durch Auslassen oder Hinzufügen von Tatsachen kann sich die rechtliche Bewertung ändern.

Mit freundlichen Grüßen
Gina Haßelberg
(Rechtsanwältin)
Experte:  Mustermann hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

haben Sie zu meiner Antwort noch eine Frage? Diese würde ich Ihnen gerne beantworten.

Anderenfalls möchte ich Sie bitten, meine Antwort - schon aus Gründen der Fairness - zu akzeptieren und eine Bewertung abzugeben.

Mit freundlichen Grüßen
Gina Haßelberg
(Rechtsanwältin)

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