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Olaf Götz
Olaf Götz, Rechtsanwalt, LL.M.
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 2879
Erfahrung:  Fachanwalt für Sozialrecht
48877684
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Olaf Götz ist jetzt online.

Guten Tag, ich lebe in deutschland, bin/war gl cksspiels chtig,

Kundenfrage

Guten Tag, ich lebe in deutschland, bin/war glücksspielsüchtig, habe durch ein zahlungsportal im internet nun schulden, weil ich viel geld online verspielt habe, ich habe mich etwas schlau gemacht und mal etwas raus gesucht,
§ 762 BGB Spiel, Wette
(1) 1Durch Spiel oder durch Wette wird eine Verbindlichkeit nicht begründet. Das auf Grund des Spieles oder der Wette Geleistete kann nicht deshalb zurückgefordert werden, weil eine Verbindlichkeit nicht bestanden hat.
(2) Diese Vorschriften gelten auch für eine Vereinbarung, durch die der verlierende Teil zum Zwecke der Erfüllung einer Spiel- oder einer Wettschuld dem gewinnenden Teil gegenüber eine Verbindlichkeit eingeht, insbesondere für ein Schuldanerkenntnis.

stimmt es das ich das geld nich zurück zahlen muss??? vielen dank XXXXX XXXXX
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Olaf Götz hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrter Ratsuchender,

 

maßgeblich für die Anwendbarkeit der von Ihnen genannten Vorschrift wird sein, ob die Tätigkeit des Zahlungsportals hinreichend mit dem Glücksspiel verbunden ist, d.h. Ihnen zum Zweck des Glücksspiels das Geld (hier wohl in Darlehensform) zur Verfügung gestellt wurde und der Vertrag mit dem Zahlungsportal insofern einen miterfassten Nebenvertrag darstellt.

 

Dies wäre im Einzefall zu prüfen. Als Schuldner sind Sie in der glücklichen Lage, dass das Zahlungsportal Sie verklagen muss. Sie sollten jedoch schriftlich der Forderung unter Hinweis auf § 762 BGB widersprechen, um einen Schufaeintrag zu vermeiden. Sollte dennoch ein Schufaeintrag vom Anbieter eingetragen werden, können Sie dagegen bei der Schufa und zur Not gerichtlich vorgehen.

 

Rechnen Sie aber damit, dass Sie das Zahlungsportal auf absehbare Zeit nicht mehr werden nutzen können.

 

Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen.


Bitte vergessen Sie nicht, die Antwort zu akzeptieren. Kostenlose Rechtsberatung ist in Deutschland verboten.


Gruß

Olaf Götz und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Und zwar handelt es sich bei dem so genannten zahlungsportal um click&buy, und zum zeitpunkt meines handelns war das zahlungsportal mit dem glücksspiel verbunden und ich habe das geld ausschließlich zum spielen genutzt, was daher bekannt sein musste, weil das zahlungsportal das geld zu der glücksspiel seite geschickt hat! das ganze liegt bereits einem inkasso büro vor, wie soll ich weiter vorgehen?? vielen dank für ihren rat

 

liebe grüsse

Experte:  Olaf Götz hat geantwortet vor 6 Jahren.

Da man Click&Buy nicht für allzu viele Dienste braucht, könnten Sie die Forderung ablehnen.

 

Dazu müssen Sie aber schriftlich der Forderung unter Angabe der Gründe widersprechen, s.o.

Tun Sie das am besten in halbwegs nachweisbarer Form, z.B. per Einwurfeinschreiben, mit einem Zeugen gibt, der das eingetütete Schreiben gesehen hat.

 

Rechnen Sie jedoch damit, dass sich die Forderung weiter erhöht und das Inkassobüro Sie weiter nerven wird.

 

Wenn Sie ein Schreiben vom Gericht bekommen (Mahnbescheid) müssen Sie wieder reagieren. Am Ende kann es Ihnen passieren, dass Sie kein Recht bekommen, weil das Gericht annimmt, dass Click & Buy ein reiner völlig unabhängiger Bezahldienstleister war und keinerlei Kenntnis von den dahintersteckenden Gewinnspielen hatte und auch nicht haben musste.

 

Dann müssten Sie alle Kosten des Verfahrens tragen. Diesen Ausgang halte ich aber für unwahrscheinlich, da die Rechtslage recht eindeutig ist.

 

Die Rechtslage gilt übrigens nicht uneingeschränkt, wenn es sich bei dem Glücksspiel um ein staatlich genehmigtes Glücksspiel (wie z.B. Lotto/Toto) handelt. Diese arbeiten aber in der Regel nicht über Anbieter wie Click&Buy.

 

Die Entscheidung hängt letztlich von Ihrer Risikobereitschaft ab.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird die nicht sicher bestehnde Forderung gar nicht erst eingeklagt werden, wenn Sie den Grund des Nichtbestehens erörtern (s.o.).

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