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Strafrechtlerin
Strafrechtlerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 5
Erfahrung:  selbstständige Anwältin seit 2000
59309014
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Strafrechtlerin ist jetzt online.

Ich habe im M rz 2010 den flash player bei top of software

Kundenfrage

Ich habe im März 2010 den "flash player" bei top of software downgelouded als freeware für 96,00 € in 2-Jahres vertrag = 132,00 €, was ich nicht gleich gecheckt habe, weils ja freeware ist. So habe ich die ersten 96,00 € bezahlt. Als ich die Beiträge im Netz gelesen habe, wars zu spät. Ich bekam mein Geld nicht mehr zurück. So jetzt habe ich von content services im März die Aufforderung für die restlichen 96 € bekommen. Ich habe nicht bezahlt, sondern eine schriftliche Abtretungserklärung verlangt. Daraufhin hat mir content services das Abo gekündigt zum März 2012 aber keine Abtretungserklärung geschickt und die erste Mahnung zur Zahlung der fälligen 96 + 5 € Geb. per Mail geschickt. Meine Antwort war erneut die Anforderung der Abtretungserklärung. Keine Antwort. Gestern die 2. und letzte Mahnung für 96 + 6€ Geb.bekommen. Was soll ich tun? mfg H. Caruso
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Vorausgeschickt sei, dass in Ihrem Fall kein Grund zur Besorgnis besteht! Es ist nämlich davon auszugehen, dass zwischen Ihnen und dem dubiosen Diensteanbieter kein wirksamer Vertrag zustande gekommen ist.

Zunächst sollte geprüft werden, ob hier tatsächlich eine Abofalle vorliegt. In den meisten Fällen wird aber davon auszugehen sein. In erster Linie sollten Sie dann die Ruhe bewahren.

Die Rechnung oder Mahnung sollte aber auf keinen Fall beglichen werden.

Hier sollte dann der Widerruf des Vertrages erklärt und dieser vorsorglich auch noch angefochten werden. Mit dieser Vorgehensweise sind Sie auf der sicheren Seite.

Es kann sich auch lohnen, in die Offensive zu gehen und insbesondere die mahnenden Rechtsanwälte auf der Gegenseite auf Schadensersatz zu verklagen. So hat das Amtsgericht Karlsruhe bereits entschieden, dass eine bekannte Rechtsanwältin dem zu Unrecht angemahnten Verbraucher Schadensersatz zahlen muss.

Ich empfehle Ihnen, ein Schreiben folgenden Inhalts aufzusetzen:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

die gegenständliche Leistung ist hier nicht entstanden. Ein Abonnement bzw. einen 12-Monatszugang zu Ihrem System haben wir hier jedenfalls nicht abgeschlossen.

Es ist kein Vertrag zustande gekommen.

Der von Ihnen geforderte Betrag wird von mir schon deswegen nicht bezahlt, weil es insoweit an einem wirksamen Vertragsschluss fehlt.

Die Gegenleistung, nämlich das zu zahlende Entgelt taucht nur im „Kleingedruckten“ auf, so dass ich, wie wohl jeder durchschnittliche User davon ausgehen musste, dass es sich nicht um ein kostenpflichtiges Angebot handelt.

Eine entsprechende Klausel ist nach einer Entscheidung des Amtsgerichts München vom 16.01.2007 (Az: 161 C 23695/06) als überraschend anzusehen. Es fehlt somit bereits an zwei übereinstimmenden Willenserklärungen und damit an einem wirksamen Vertrag.

Darüber hinaus wäre ein Vertrag auch wegen Sittenwidrigkeit nichtig, weil die von Ihnen angebotene Leistung offensichtlich in einem krassen Missverhältnis zu dem verlangten Entgelt steht.

Hilfsweise erkläre ich den Widerruf, der – mangels ausreichender Belehrung – auch noch rechtzeitig ist.

Entgegen Ihren Angaben erfolgt keine ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung, sodass die 14-tägige Widerrufsfrist hier nicht zu laufen begann und der Widerruf daher – hilfsweise – auch jetzt noch erklärt werden kann.

Das Widerrufsrecht ist auch nicht ausgeschlossen oder erloschen.

Hilfsweise und rein vorsorglich erkläre ich hiermit auch eine Anfechtung wegen Irrtums und arglistiger Täuschung. Ihr Angebot ist von vornherein darauf ausgelegt, den User über die Kostenpflichtigkeit zu täuschen. Weiterhin war lediglich eine kostenlose Nutzung gewollt und kein kostenpflichtiges Abo.

Ich werde hier keinerlei Zahlung leisten. Es wird erwogen, Ihr Unternehmen auf Schadensersatz in Höhe der durch meine Inanspruchnahme entstandenen Kosten in Anspruch zu nehmen.

Ein solches Vorgehen sowie strafrechtliche Schritte bleiben vorerst vorbehalten.“

Mit diesem Schreiben sind Sie auf der sicheren Seite.

Sollten Sie im weiteren Verlauf weitere Mahnungen, Inkassoschreiben oder Briefe von Rechtsanwälten erhalten, so ist auch das als übliches Vorgehen derartiger Seitenbetreiber zu sehen. Es ist dann kein weiterer Handlungsbedarf gegeben. Archivieren Sie diese Schreiben lediglich. Druckausübung über Zusatzkosten, Androhung weiterer rechtlicher Schritte etc. gehört zum gewöhnlichen Vorgehen dieser Anbieter. Dadurch sollen Angeschriebene verunsichert und zur Zahlung verleitet werden.

Ansonsten sollten Sie sich einen Anwalt nehmen. In den meisten Fällen wird erst dann eingelenkt.

Abschließend möchte ich Sie noch darauf hinweisen, dass die Verbraucherschutzzentralen sowie teilweise auch Staatsanwaltschaften bereits gegen derartige Anbieter ermitteln und versuchen, diesen das Handwerk zu legen.

Leider bewegen sich die Unternehmen nur am Rande der Illegalität, so dass eine Strafbarkeit wegen Betrugs schwer nachzuweisen ist. Sofern Sie Zeit und Muße haben sollten, können Sie gerne bei der für Sie zuständigen Staatsanwaltschaft oder Polizei Anzeige wegen Betrugs und Nötigung erstatten. Je mehr Opfer sich melden und hiergegen protestieren, desto größer dürfte der Druck auf die Unternehmen werden. Machen Sie sich in Ihrem individuellen Fall einer Anzeige aber bitte keine allzu große Hoffnung – aller Voraussicht nach wird das Verfahren eingestellt. Auch zahlreiche Proteste bei der kontoführenden Bank des Anbieters haben schon häufig erfolgreich dazu geführt, dass derartigen Firmen das Konto gekündigt wurde.

Ferner empfehlen wir in vergleichbaren Fällen, die entscheidenden Seiten der dubiosen Homepage (Startseite, Anmeldeseite, AGBs, …) auszudrucken und zu archivieren, damit im theoretischen Fall einer gerichtlichen Auseinandersetzung ein Nachweis möglich ist, wie die Seiten zum Zeitpunkt des Besuches ausgesehen haben - dass eben gerade nicht deutlich auf die Zahlungspflicht hingewiesen wurde.

Der kleingedruckte Hinweis neben dem Anmeldefeld genügt eben nicht, da dieser Hinweis nicht deutlich genug ist und daher nicht zur Kenntnis genommen wird. Durch das Ausdrucken verhindern Sie, dass der Kostenhinweis nachträglich deutlich hervorgehoben wird und dann die Behauptung aufgestellt wird, dass die Seiten schon immer so ausgesehen haben.

FAZIT: Die Forderung ist aller Voraussicht nach nicht gerechtfertigt! Solange Ihnen kein gerichtlicher Mahnbescheid zugestellt wird, können derartige Rechnungen und Einschüchterungsschreiben ignoriert werden. Wichtig ist, dass Sie einen Vertragsabschluss bestreiten und hilfsweise widerrufen, anfechten und kündigen.

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Erneut posten: Other.
Die Antwort ist zu allgemein gehalten und nicht auf meinen Fall bezogen.
Experte:  Strafrechtlerin hat geantwortet vor 5 Jahren.
Könnten Sie uns mehr Informationen zu Ihrer Frage geben?
ich würde versuche ihre frage neu zu beantworten, weiß aber nicht ob ich das darf, weil der kollege bereits damit angefangen hat und sich auch viel mühe gegeben hat....
Experte:  Strafrechtlerin hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ist es eigentlich richtig, dass Sie sich vertippt haben? Nach Ihrer Information muss das Abo doch eigentlich insgesamt 192,00 EUR kosten.
Experte:  Strafrechtlerin hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Ratsuchender,

da sich seitens just answer keiner auf meine Frage ob ich Ihnen nun helfen darf oder nicht meldet, gebe ich Ihnen einach nun folgende Antwort und laufe eben Gefahr mir den Umnut meiner Expertenkollegen zu zu ziehen:

 

Mein Vorreder hat sich bereits ziemlich viel Mühe mit der Beantwortung Ihrer Frage gegeben aber ich bemühe mich nun mich mehr auf Ihr spezieles Problem zu beziehen, damit Ihnen die Lösung dazu, wie Sie sich verhalten sollten, nicht so allgemein vorkommt.

Zunächst einmal können Sie die bereits gezahlten 96,00 EUR (das Abo müsste übrigens nicht wie von Ihnen geschrieben bei 132,00 EUR sondern insgesamt 192,00 EUR liegen) zurück fordern.

Dagegen wir sich Ihr vermeintlicher Vertragspartner aber wehren, so dass Ihnen hier nur bleiben würde selbst eine zivilrechtliche Klage ein zu reichen.

Beachten se dabei dass dies für einen Laien serh schwer ist, so dass Sie dazu also einen Anwalt benötigen würden.

Zudem ist zu bedenken, dass sie wegen der anfallenden Gerichtkosten erst einmal in Vorleistung treten müssten.

Also können Sie auch sagen, das war mein Lehrgeld, aberm ehr soll es auf keinen Fall werden.

Womit wir bei 2. wären

Wie Sie es schildern haben Sie sich bereits versucht zu wehren. Sie haben den gezahlten Betrag zurück gefordert und erklärt dass keine weitere Zahlung erfolgen wird.

Das Ergebnis war die Kündigung zum März 2012 (also eine reguläre Kündigung denn dies wäre sowieso bei fristgemäßer Kündigung das Ende der Laufzeit). Zudem haben Sie eine Abtretungserklärung gefodert.

Was Sie damit meinen ist mir nicht ganz klar.

Sie hätten fordern können, dass Ihr Rücktitt vom Abovertrag angenommen wird, was aber auch egal ob, ob dies geschieht oder nicht (dazu kommen ich gleich aber noch).

Wenn ich Sie wäre würde ich alles Schreiben zunächst einmal ignorieren. Ich würde noch ein einziges Schreiben an meinen vermentlichen Vertragspartner versenden (Vorsicht nicht den Vertragspartner mit eventullen Inkassobüros die eingeschaltet werden verwechseln sondern den genau im ursprünglich abgeschlossenen Vertrag nachlesen!) und dies als Einschreiben mit Rückschein senden oder sogar per Gerichtsvollzieher übergeben lassen.

Dieses Schreiben dient dazu Ihren rechtlichen und persönlichen Standpunkt genau dar zu legen. Es dient dazu, dass Sie alle Ihnen bei solchen dubiosen Verträgen zustehenden Rechte gleichzeitig wahr nehmen.

Schreiben Sie darin, dass Sie sich betrogen fühlen, weil Sie beim Lesen der Internetseite davon ausgegangen sind, dass der "flash player" umsonst sei, denn es habe sich um freeware gehandelt. So habe es jedenfalls dort gestanden und so stehe es immernoch auf den einschlägigen Internetseiten.

Das ein Geldbetrag fällig wurde und darüber hinaus auch noch ein Abo eintritt wäre nur im Kleingedruckten zu finden gewesen, so dass Sie dies nicht bemerkt hätten.

Ihnen sei es grundsätzlich nur darauf angekommen das Programm gratis herunter zu laden, Sie hätten auf keinen Fall dasselbe erwerben und sich schon gar nicht mit einem Abonement binden wollen.

Wenn Ihnen klar geworden wäre, dass Sie Geld zahlen müssen und ein Abo eingehen hätten sie davon Abstand genommen den Player herunter zu laden.

Aus dem Gesichtspukt des unehrlichen und irrenführenden Verhaltens machen Sie sodann eine Widerrufs und eine Rücktrittserklärung.

Schreiben Sie das ruhig so, dass Sie sagen:

Wegen Ihres irreführenden und unehrlichen Verhaltens widerrufe ich meine vermeintliche Einverständnis erklärung dazu, mit Ihnen in eine geschäftliche Beziehung zu treten.

Darüber hinaus trete ich von dem mit Ihnen geschlossenen Downloadvertrag und dem damit gekoppelten Abonnement ausdrücklich zurück.

Das mag Ihnen doppelt gemoppelt vorkommmen, ist aber genau so in der Form wichtig, denn für den Fall einer gerichtlichen Auseinandersetzung kann es sein, dass das Gericht meint es sei Ihnen der Wideruf möglich gewesen. Es kann auch sein, dass es sagt, es sei Ihnen der Rücktritt möglich gewesen. Daher erklären Sie schlicht beides um einfach sicher zu gehen, dass alles richtig ist.

Ich sende nun den ersten Teil meiner Antwort ab, es folgt noch ein zweiter Teil!

 

Experte:  Strafrechtlerin hat geantwortet vor 5 Jahren.

Teil 2

 

Also Sie widerrufen Ihre Erklärung dahin dass Sie das Programm herunter laden wollten, dass Sie es bezahlen wollten und dass Sie sich im Wege eines Abo binden wollten.

Zudem erklären Sie für alle dies den Rücktritt.

Dann fechten Sie den Downloadvertrag an. Das tun Sie zuzüglich.

Der Grund für die Anfechtung ist der Gleiche wie er es bereits für die beiden ersten Erklärungen war.

Es ist so, dass Sie irre geführt wurden, dass man nicht ehrlich zu Ihnen war und dass deswegen, weil Sie ein Normalverbraucher sind, nicht von Ihnen erwartet werden kann, dass Sie das Kleingruckte in dem die Klauseln "Kosten" und "Abo" versteckt waren gelesen und vor allem verstanden haben.

Wichtig ist es zu schreiben, dass Sie weder downgeloadet hätten noch den Button für die Bestätigung gedrückt hätten, wenn Sie gewusst hätten, dass zu zahlen ist und das es ein Abo ist.

Sie haben gedacht es sei ein schlichter gratis downolad des Players (den es darüber hinaus ja auch gibt im Internet).

Wegen Irrtums von Ihnen über das, auf was Sie sich einlassen indem sie downloaden fechten Sie also den Vertrag an.

Als letztes ist es noch sinnvoll ein paar Ausführungen dazu zu machen, (im Prinzip nennen wir Anwälte das Treu und Glauben bzw. Sittenwidrigkeit) dass der Betrag von insgesamt 192,00 EUR dafür, dass Sie einen download und bestenfalls zwei/drei Aktualisierungen des Players erhalten sehr hoch gegriffen ist. Die Leistung die Sie erhalten steht in keiner Relation zu dem was Sie zahlen müssen bzw. sollen.

Worte wie krasses Missverhältnis der Leistung zur Gegenleistung oder Überrumpeln Ihrer Person mit den hohnen Kosten sind hier wichtig.

Wesien sie daauf hin, dass sie sich weder richtig informiert, noch richtig und ausreichend über das was Sie genau abschließen belehrt wurden.

Die fehlende Belehrung bei solchen Downloadverträgen führt dazu, dass Sie eine Erklärung von Ihnen dahin, ja ich will den Download und ich binde mich auch vertraglich länger widerrufen dürfen.

Generell wäre da eigenrtlich die einzuhaltende Frist abgelaufen aber bei Ihnen läuft sie dadurch noch, eben weil man Sie nicht deutlich darüber belehrt hat dass es die Möglichkeit des Widerrufs einer Abschlusserklärung gibt und wie man den Widerruf erklärt.

Der Kollege hat bereits darauf hingedeutet, die neuere Rechtsprechung tendiert dahin, dass es außer der Zivilklage (habe ich zu 1 erklärt, alos Rückholung des Gezahlten) außer dem sich wehren (hier zu 2.) noch eine Dritte Möglichkeit sich zu wehr zu setzen anerkannt hat. Die Rechtsprechung tendiert dahin, dem Opfer (also Ihnen) die Möglichkeit zu eröffnen, von dem Anwalt der Sie ggf. anmahnt Schadenersatz zu verlangen, weil er Sie zu Unrecht anmahnt.

Diese Klage bzw .die Zahlungsaufforderung gegen den Anwalt zu formulieren überlassen Sie dann aber nicht sich selbst sondern kommen wieder hier zu uns oder gehen zu einem Kollegen/Kollegin vor Ort damit.

Ich hoffe die Ausführungen sind für Sie weniger abstrakt und helfen Ihnen weiter.

Wenn noch etwas unklar sein sollte fragen Sie ruhig über die dafür vorgesehene Fuktion, damit Sie dies nichts kostet.

 

Mit freundlichem Gruß und einem schönen Wochenende

C. Küpper

Rechtsanwältin

Strafrechtlerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 5
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Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 5 Jahren.
ehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage wie folgt:


Vorausgeschickt sei, dass in Ihrem Fall kein Grund zur Besorgnis besteht! Es ist nämlich davon auszugehen, dass zwischen Ihnen und dem dubiosen Diensteanbieter kein wirksamer Vertrag zustande gekommen ist.


Zunächst sollte geprüft werden, ob hier tatsächlich eine Abofalle vorliegt. In den meisten Fällen wird aber davon auszugehen sein. In erster Linie sollten Sie dann die Ruhe bewahren.


Die Rechnung oder Mahnung sollte aber auf keinen Fall beglichen werden.

Hier sollte dann der Widerruf des Vertrages erklärt und dieser vorsorglich auch noch angefochten werden. Mit dieser Vorgehensweise sind Sie auf der sicheren Seite.

Es kann sich auch lohnen, in die Offensive zu gehen und insbesondere die mahnenden Rechtsanwälte auf der Gegenseite auf Schadensersatz zu verklagen. So hat das Amtsgericht Karlsruhe bereits entschieden, dass eine bekannte Rechtsanwältin dem zu Unrecht angemahnten Verbraucher Schadensersatz zahlen muss.


Ich empfehle Ihnen, ein Schreiben folgenden Inhalts aufzusetzen:


„Sehr geehrte Damen und Herren,


die gegenständliche Leistung ist hier nicht entstanden. Ein Abonnement bzw. einen 12-Monatszugang zu Ihrem System haben wir hier jedenfalls nicht abgeschlossen.

Es ist kein Vertrag zustande gekommen.


Der von Ihnen geforderte Betrag wird von mir schon deswegen nicht bezahlt, weil es insoweit an einem wirksamen Vertragsschluss fehlt.


Die Gegenleistung, nämlich das zu zahlende Entgelt taucht nur im „Kleingedruckten“ auf, so dass ich, wie wohl jeder durchschnittliche User davon ausgehen musste, dass es sich nicht um ein kostenpflichtiges Angebot handelt.


Eine entsprechende Klausel ist nach einer Entscheidung des Amtsgerichts München vom 16.01.2007 (Az: 161 C 23695/06) als überraschend anzusehen. Es fehlt somit bereits an zwei übereinstimmenden Willenserklärungen und damit an einem wirksamen Vertrag.


Darüber hinaus wäre ein Vertrag auch wegen Sittenwidrigkeit nichtig, weil die von Ihnen angebotene Leistung offensichtlich in einem krassen Missverhältnis zu dem verlangten Entgelt steht.


Hilfsweise erkläre ich den Widerruf, der – mangels ausreichender Belehrung – auch noch rechtzeitig ist.


Entgegen Ihren Angaben erfolgt keine ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung, sodass die 14-tägige Widerrufsfrist hier nicht zu laufen begann und der Widerruf daher – hilfsweise – auch jetzt noch erklärt werden kann.


Das Widerrufsrecht ist auch nicht ausgeschlossen oder erloschen.


Hilfsweise und rein vorsorglich erkläre ich hiermit auch eine Anfechtung wegen Irrtums und arglistiger Täuschung. Ihr Angebot ist von vornherein darauf ausgelegt, den User über die Kostenpflichtigkeit zu täuschen. Weiterhin war lediglich eine kostenlose Nutzung gewollt und kein kostenpflichtiges Abo.


Ich werde hier keinerlei Zahlung leisten. Es wird erwogen, Ihr Unternehmen auf Schadensersatz in Höhe der durch meine Inanspruchnahme entstandenen Kosten in Anspruch zu nehmen.


Ein solches Vorgehen sowie strafrechtliche Schritte bleiben vorerst vorbehalten.“


Mit diesem Schreiben sind Sie auf der sicheren Seite.


Sollten Sie im weiteren Verlauf weitere Mahnungen, Inkassoschreiben oder Briefe von Rechtsanwälten erhalten, so ist auch das als übliches Vorgehen derartiger Seitenbetreiber zu sehen. Es ist dann kein weiterer Handlungsbedarf gegeben.


Archivieren Sie diese Schreiben lediglich. Druckausübung über Zusatzkosten, Androhung weiterer rechtlicher Schritte etc. gehört zum gewöhnlichen Vorgehen dieser Anbieter. Dadurch sollen Angeschriebene verunsichert und zur Zahlung verleitet werden.

Ansonsten sollten Sie sich einen Anwalt nehmen. In den meisten Fällen wird erst dann eingelenkt.


Abschließend möchte ich Sie noch darauf hinweisen, dass die Verbraucherschutzzentralen sowie teilweise auch Staatsanwaltschaften bereits gegen derartige Anbieter ermitteln und versuchen, diesen das Handwerk zu legen.

Leider bewegen sich die Unternehmen nur am Rande der Illegalität, so dass eine Strafbarkeit wegen Betrugs schwer nachzuweisen ist. Sofern Sie Zeit und Muße haben sollten, können Sie gerne bei der für Sie zuständigen Staatsanwaltschaft oder Polizei Anzeige wegen Betrugs und Nötigung erstatten. Je mehr Opfer sich melden und hiergegen protestieren, desto größer dürfte der Druck auf die Unternehmen werden. Machen Sie sich in Ihrem individuellen Fall einer Anzeige aber bitte keine allzu große Hoffnung – aller Voraussicht nach wird das Verfahren eingestellt. Auch zahlreiche Proteste bei der kontoführenden Bank des Anbieters haben schon häufig erfolgreich dazu geführt, dass derartigen Firmen das Konto gekündigt wurde.

Ferner empfehlen wir in vergleichbaren Fällen, die entscheidenden Seiten der dubiosen Homepage (Startseite, Anmeldeseite, AGBs, …) auszudrucken und zu archivieren, damit im theoretischen Fall einer gerichtlichen Auseinandersetzung ein Nachweis möglich ist, wie die Seiten zum Zeitpunkt des Besuches ausgesehen haben - dass eben gerade nicht deutlich auf die Zahlungspflicht hingewiesen wurde.


Der kleingedruckte Hinweis neben dem Anmeldefeld genügt eben nicht, da dieser Hinweis nicht deutlich genug ist und daher nicht zur Kenntnis genommen wird. Durch das Ausdrucken verhindern Sie, dass der Kostenhinweis nachträglich deutlich hervorgehoben wird und dann die Behauptung aufgestellt wird, dass die Seiten schon immer so ausgesehen haben.


FAZIT: Die Forderung ist aller Voraussicht nach nicht gerechtfertigt! Solange Ihnen kein gerichtlicher Mahnbescheid zugestellt wird, können derartige Rechnungen und Einschüchterungsschreiben ignoriert werden. Wichtig ist, dass Sie einen Vertragsabschluss bestreiten und hilfsweise widerrufen, anfechten und kündigen.

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Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und darf Sie bitten, meine Antwort zu akzeptieren und zu bewerten.

Durch die Akzeptierung wird meine Tätigkeit Ihnen gegenüber bezahlt. Dies ist insbesondere unter Berücksichtigung berufsrechtlicher Aspekte erforderlich, da eine kostenlose Rechtsberatung in Deutschland nicht erlaubt ist.

Ich danke Ihnen vielmals und stehe für Rückfragen und eine weitergehende Beauftragung natürlich jederzeit gern zur Verfügung.

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ich habe am 20.5. bereits die Antwort Ihrer Kollegin akzeptiert und 30 Euro bezahlt. Ich brauche aus diesem Grund keine Antowroten mehr. Vielen Dank
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ok.

Bekannt aus:

 
 
 
„[...]mehr als Zehntausend Experten weltweit; 1500 davon in Deutschland. Acht Jahre nach dem Start ist das [...] Online-Unternehmen mit seinen 90 Mitarbeitern die größte Web-Seite für das Vermitteln von Experten von Anwälten über Ärzte bis hin zu Universitätsprofessoren.“
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