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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  seit 1995 als selbständiger Rechsanwalt tätig.
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Meine Tochter bezieht mtl. 420 Euro Stipendium, 150 Euro mtl.

Kundenfrage

Meine Tochter bezieht mtl. 420 Euro Stipendium, 150 Euro mtl. Büchergeld und Waisenrente
von 148 Euro mtl. Sie möchte nun noch einen kleinen Nebenjob machen.
Muss das Kindergeld zurückgezahlt werden bzw. muß sie eine Einkommenssteuererklärung
machen?
Danke XXXXX XXXXX
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte.

Die Einkommensfreigrenze beim Kindergeld beträgt 8.004 €.

Hierbei zählt zum Einkommen das Stipendium, das Büchergeld und auch die Waisenrente.

Von dem Einkommen können allerdings auch Aufwendungen in Abzug gebracht werden.

Anerkannt als Werbungskosten werden:

  • Bewerbungskosten (sofern von der Agentur für Arbeit nicht erstattet)
  • Fahrten Wohnung / Arbeitsstätte (einfache Entfernung, 0,30€ ab dem ersten Kilometer)
  • Beiträge zu Gewerkschaften und Berufsverbänden
  • Reisekosten (sofern von Arbeitgeber nicht erstattet)
  • Unfallkosten (sofern auf dem Arbeitsweg und nicht von der Versicherung erstattet)
  • Häusliches Arbeitszimmer (sofern es den Mittelpunkt der Tätigkeit darstellt)
  • Doppelte Haushaltsführung
  • notwendige Arbeitsmittel (Berufskleidung, Werkzeuge, Fachbücher und -zeitschriften)
  • Fortbildungs- und Lehrgangskosten
  • sonstige Kosten im Rahmen der Tätigkeit, die vom Arbeitgeber nicht erstattet werden
  • Kontoführungsgebühren
Mit dem aktuellen Einkommen übersteigt Ihre Tochter bereits den Freibetrag in Höhe von 8004 €. Nach Abzug des allgemeinen Werbungskostenanteils von 920 € besteht aufgrund der derzeitigen Einkünfte daher noch ein Anspruch auf Kindergeld. Bei Aufnahme einer weiteren Tätigkeit müsste daher genau geprüft werden, ob beispielsweise die 150 € Büchergeld auch vollständig für Bücher ausgegeben werden, dann wäre eine Aufnahme einer Nebentätigkeit noch möglich, ohne die Einkommensfreigrenze zu gefährden.

Bei Übersteigen der Einkommensfreigrenze, auch nur minimal, muss das Kindergeld zurückbezahlt werden. Eine Einkommensteuererklärung müsste Ihre Tochter bei einer geringfügigen Beschäftigung nicht zwingend abgeben.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung verschaffen, bitte fragen Sie gerne nach, wenn etwas unklar geblieben sein sollte.
Tobias Rösemeier und 2 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Morgen wird meine Tochter die Höhe des Honorars des Nebenjobs erfahren.
Ich werde mich dann evtl. noch einmal bei Ihnen melden.
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Das können Sie sehr gerne.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
In welcher Höhe darf der Nebenjob meiner Tochter sein bzw. muss sie
dies der Stiftung mitteilen?
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrer Fragesteller,

ob und inwiefern hier eine Mitteilungspflicht gegenüber der Stiftung besteht, müssen sie bitte anhand des Vertrages prüfen. Ist dort nichts geregelt, besteht keine Mitteilungspflicht.

Zur Höhe kann ich nur etwas sagen, wenn mir die Aufwendungen bekannt sind, da davon abhängt wie hoch das Einkommen sein darf, um nicht Gefahr zu laufen, den Kindergeldanspruch zu verlieren.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Nunmehr ist bekannt, dass meine Tocher wöchentlich ca. 5 - 6 Stunden für den
Lehrstuhl arbeitet, d.h. monatlich ca. 220 bis 250 Euro hierfür erhält.
Muss sie dies bei der Stiftung angeben und wie wirkt sich dieser Nebenjob nunmehr
auf das Kindergeld aus bzw. auf eine Steuerklärung aus?
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

gemäß den von Ihnen gemachten Angaben liegt das Gesamteinkommen bezogen auf ein Jahr bei ca. 9966 €. Damit würde die Einkommensfreigrenze von 8.004 € überschritten und damit das Kindergeld wegfallen.

Damit dies nicht passiert müssten Sie mindestes 2000 € Werbungskosten gegenrechnen können.

Ob die Eiinkünfte der Stiftung angzeigt werden muss, kann ich leider nicht beantworten, da dies in den Stipendienvereinbarung/Vertrag geregelt sein müsste.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Danke für die Info; sind in diesen 2000 Euro die Werbungspauschale von 920 Euro ent-
halten oder müssen insgesamt über 2000 Euro Belege vorliegen?

Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

entweder macht man die Werbungskostenpauschale mit 920 € geltend, dann muss man keine Belege vorlegen. Will man höhere Werbungskosten berücksichtigt wissen, müssen diese durch Belege nachgewiesen werden. In Ihrem Fall müssen daher durch Belege 2.000 € nachgewiesen werden.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Nun noch eine Frage: meine Tochter ist seit Studienbeginn bei ihrer Oma gemeldet.
Sie wohnt mietfrei,zahlt jedoch monatlich eine Aufwandsentschädigung von 200 Euro
(Beleg bzw. Banküberweisung liegt vor). Werden diese Kosten bei den Werbungskosten
mit berücksicht, dann käme sie über 2000 Euro Werbungskosten incl. der diesjährigen
Studiengebühren, die ja wohl auch berücksichticht werden?
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

die Studiengebühren zählen in jedem Fall zu den Werbungskosten. Die Aufwandsentschädigung könnte im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung geltend gemacht werden, wenn es zwingend notwendig ist, aufgrund der Entfernung von zu Hause zum Ausbildungsort, am Ausbildungsort eine Wohnung bzw. Zimmer aufzunehmen. Dann könnte man die Aufwandsentschädigung, diese müsste aber als Wohnkosten deklariert werden und nicht für die Kost gezahlt werden, geltend gemacht werden. Aber auch die Fahrtkosten, soweit man diese mit 0,30 € je Kilometer ansetzt, bringen schon erhöhte Werbungskosten bei einer entsprechenden Entfernung.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Nun ist die Verwirrung groß: Auf Nachfrage bei der Familienkasse Köln (dies habe ich
gemacht, weil von den Mitstudenten meiner Tochter die unterschiedlichsten Infos
zusammenkamen), habe ich die Auskunft erhalten, dass das Büchgeld nicht als Einkommen gerechnet wird. Was ist nun richtig?
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Verwirrung kann ich durchaus nachvollziehen, weil zu diesem Thema generell unterschiedliche Auskünfte seitens der Kindergeldstelle getätigt werden.

Das Büchergeld zählt grundsätzlich zum Einkommen, wenn dem Büchergeld keine entsprechenden Nachweise über den Erwerb von Fachliteratur entgegengehalten wird.
Das Büchergeld ist eine Form des Lebenshaltungsstipendiums und wird meist nicht zweckgebunden, sondern als Pauschale geleistet. Von daher stellt es Einkommen nach § 32 EStG dar.

Wird das Büchergeld ausschließlich für Ausbildungszwecke verwendet (hierbei ist aber ein Nachweis erforderlich) wird es nicht als Einkommen berücksichtigt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.

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