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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  seit 1995 als selbständiger Rechsanwalt tätig.
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Ich habe 1992 f r meine Schwester geb rgt (50000.-- DM) Nach

Kundenfrage

Ich habe 1992 für meine Schwester gebürgt (50000.-- DM) Nach der Rückzahlung von ca. 26.000 DM hat sie den Job verloren und ist im Jahr 2000 in die Privatinsolvenz, die sie erfolgreich hinter sich gebracht hat und schuldenfrei ist. 1999 bin ich ins Ausland und als ich nun zurückgekehrt bin, will die Bank von mir 25.000 Euro, obwohl ich nie irgendein Schreiben bekommen habe und auch nichts in der Schufa steht. Ist dies rechtens?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Frage beantworte ich unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt:

Wenn Sie für Ihre Schwester gebürgt haben, sind Sie nach § 765 BGB gegenüber der Bank die Verpflichtung eingegangen, im Falle der Nichtzahlung durch die Schwester die Forderung auszugleichen.

Ihre Schwester ist offensichtlich 2000 in die Privatinsolvenz gegangen, so dass dass der Kredit nicht mehr bedient worden ist.

Grundsätzlich kann sich dann die Bank an Sie wenden.

Für die Höhe der Verpflichtung des Bürgen ist der jeweilige Bestand der Hauptverbindlichkeit maßgebend. Der von Ihnen benannte Betrag von 25.000 € kann aus der Ferne nicht nachvollzogen werden, erscheint aber möglicherweise zu hoch.

Es wäre zudem zu prüfen, ob die Forderung der Bank zwischenzeitlich verjährt ist.

Sie sollten umgehend einen Anwalt vor Ort aufsuchen und das Schreiben der Bank vorlegen, damit von dort aus mit der Bank Kontakt aufgenommen werden kann und die hier angerissenen Fragen abschließend einer Klärung zugeführt werden können.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste rechtliche Orientierung geben.
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Haben Sie noch eine Nachfrage oder ist etwas unklar geblieben ?
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Fragesteller,

aufgrund Ihrer Schilderung gehe ich davon aus, dass die Forderung der Bank aus der Bürgschaft heraus Ihnen gegenüber verjährt ist.

Ganz aktuell hat der BGH mit Urteil vom 10.03.2011 entschieden:

Die Forderung aus einer selbstschuldnerischen Bürgschaft wird grundsätzlich mit der Fälligkeit der Hauptschuld fällig; einer Leistungsaufforderung des Gläubigers und der Vorlage von die Hauptschuld belegenden Unterlagen bedarf es dazu nicht. So der BGH in seinem heute veröffentlichten Urteil vom 10.02.2011.

Die Bürgschaftforderung selbst unterliegt der Verjährung nach § 195 BGB. Diese beträgt 3 Jahre und beginnt zum Schluss des Jahres, in dem die Forderung entsteht. Ich gehe davon aus, dass der Kredit seinerzeit gekündigt wurde, so dass Fälligkeit und inzwischen Verjährung eingetreten sein muss.

Dies wäre nur dann anders, wenn die Bank gegen Sie die Forderung im Wege der Klage und öffentlichen Zustellung hätte in Form eines Urteils titulieren lassen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.

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