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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  seit 1995 als selbständiger Rechsanwalt tätig.
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Mein im Februar verstorbener Lebensgef hrte

Kundenfrage

Mein im Februar verstorbener Lebensgefährte hat ein handschriftliches Testament vom 0.0.2003 hinterlassen, in dem er mich als Haupterbin einsetzt, abzüglich zweier Legate von 10000 Euro für seine Schwester und 10000 Euro für die Tochter seiner ersten verstorbenen Lebensgefährtin (ist nicht seine eigene Tochter). Am Anfang schreibt er: Mein Testament vom 0.0.78 wird durch diese letztwillige Verfügung ersetzt. (Gesamt Erbe ist ungefähr 70000 Euro). Nun verlangt das Amtsgericht, dem ich sein Testament vom 0.0.2003 eingereicht habe, die Übersendung des Original-Testaments vom 0.0.1978, welches auch einzureichen und zu eröffnen sei. Ggf. solle ich schriftlich mitteilen, wem dieses vorliegt. Das war alles vor meiner Zeit, da ich ihn erst 1988 nach dem 1986 erfolgten Tod seiner ersten Lebensgefährtin kennengelernt habe. Damals (1978) hatte er meines Wissens (wie ich aus Gesprächen mit ihm erinnere) seine damals noch lebende erste Lebensgefährtin als alleinige Erbin eingesetzt, im Falle dass sie vor ihm stirbt, ihre Tochter, falls diese auch vor ihm stirbt, deren Sohn. Da die Tochter noch lebt, wäre diese dann wohl alleinige Erbin. Da ich nun argwöhnte, dass wegen dieser Rückfrage möglicherweise sein neues Testament aus irgendeinem läppischen Formfehler (wie so oft im juristischen Bereich) ungültig sei, habe ich erst mal beim Amtsgericht angerufen und gefragt, wieso sie davon ausgehen, dass erstens das alte von ihm als ungültig erklärte Testament überhaupt noch existiert, wo er es doch wahrscheinlich vernichtet hat, und warum dieses zweitens überhaupt noch von Belang ist, wo er es doch durch das neue ersetzt hat. Mir wurde gesagt, dass grundsätzlich alle vorhandenen Testamente zu eröffnen seien, auch wenn sie inzwischen ungültig seien. Wenn ich das alte Testament nicht mehr fände, müßte ich ihnen dies auch schriftlich mitteilen. Falls das alte Testament dann doch später noch auftauchen würde, müßte es dann auch noch nachträglich eröffnet werden und nochmals Eröffnungsgebühr bezahlt werden, während ansonsten beide Testamente gleichzeitig eröffnet werden könnten und die Gebühr nur einmal fällig werde. Ich sehe nicht ein, warum das alte obsolete Testament eingereicht und eröffnet werden muß, wenn das neue gültig ist, aber mit normaler menschlicher Logik hat das ganze (wie so oft im juristischen Bereich) natürlich nichts zu tun. Man muß sich eben damit abfinden. Nun ist meine Frage, welche Konsequenz hat es, wenn ich das alte Testament finde und einreiche? Vorausgesetzt dass das neue Testament gültig ist, kann es ja wohl keinen Einfluß haben, oder doch? Wenn das neue Testament dagegen ungültig ist, könnte eventuell das alte gelten und die Tochter seiner ersten Lebensgefährtin alles erben. Falls das alte Testament auch aus irgendeinem Grunde ungültig wäre, würde dann wohl seine Schwester als gesetzliche Erbin alles erben. In beiden Fällen würde ich selbst nichts erben, somit könnte es mir im Falle der Ungültigkeit des neuen Testaments egal sein, wer von den beiden anderen erbt, ich ginge in jedem Fall leer aus, da wir nicht verheiratet waren, auch keine eingetragene Partnerschaft. Angenommen, das neue Testament ist gültig, was ändert sich dann durch Einreichung des alten Testamnents? Bekommt dann jeder der beteiligten Erben nicht nur eine Kopie des neuen, sondern auch des alten Testaments? Dann könnte die Tochter eventuell sauer sein, dass sie durch mich nur noch so wenig erbt, und seine Schwester könnte sauer sein, dass er sie damals überhaupt nicht berücksichtigt hat. Es sind dann also sozusagen nur "Gefühlsgründe", es könnte Verstimmungen geben zwischen uns dreien, mit denen ich bis jetzt sehr gut auskomme. Soll ich also nach dem alten Testament suchen oder sogar die Tochter seiner früheren Lebensgefährtin fragen, ob sie das alte Testament noch hat, was ja eventuell auch möglich wäre? Sie kennt übrigens das neue Testament, da ich ihr eine Kopie davon geschickt habe, und kommt, falls sie das alte doch noch hat, wahrscheinlich so wie ich garnicht auf die Idee, dass dieses noch von Belang sein könnte. Oder ist es doch noch von Belang und wecke ich dadurch "schlafende Hunde" zu meinem eigenen Nachteil? Welche Konsequenzen also hat die Einreichung oder auch die Nichteinreichung (Strafbarkeit?) des alten Testaments? Mit freundlichen Grüßen
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte.

Zunächst möchte ich Ihnen mein aufrichtiges Beileid aussprechen.

Das Nachlassgericht will hier das "alte" Testament zu Prüfungszwecken vorgelegt wissen. Dies hat seine Ursache darin, dass beispielsweise gemeinsame Ehegattentestamente teilweise nicht einseitig aufzuheben sind.

Sie als derzeitige Erbschaftsbesitzerin sind verpflichtet, den Nachlass auf das "alte" Testament hin zu durchsuchen und sollte dieses in den Unterlagen Ihres Lebensgefährten auffindbar sein, auch an das Nachlassgericht zu senden. Finden Sie in den Unterlagen Ihres Lebensgefährten das alte Testament nicht, so teilen Sie dies dem Nachlassgericht so mit.

Da Ihr Lebensgefährte auch früher nicht verheiratet gewesen ist, wird das neue Testament Gültigkeit erlangen.

Ihre Bedenken kann ich durchaus nachvollziehen im Hinblick auf die Tochter und die Schwester Ihres Lebensgefährtens. Bei Eröffnung beider Testamente werden auch beide Testamente dann in Kopie an die Erben übersandt.

Sie sind allerdings nicht verpflichtet, weitere Nachforschungen zu erheben und hier insbesondere die weiteren Beteiligten zu bitten, nach dem alten Testament zu suchen. In der Regel ist es ja auch tatsächlich so, dass im Falle der Neuerrichtung eines Testamentes das alte Testament vernichtet wird.

Sollte das alte Testament dennoch zu einem späteren Zeitpunkt aufgefunden werden, müsste dies tatsächlich umgehend an das Nachlassgericht gesandt werden. Diese Pflicht ergibt sich aus § 2259 BGB. Kommt man dieser Verpflichtung nicht nach, so kann dies schwerwiegende Konsequenzen haben. Strafrechtlich macht man sich dann der Urkundenunterdrückung nach § 274 StGB strafbar, was mit einer Geldstrafe und sogar Freiheitsstrafe bestraft wird. In erbrechtlicher Sicht, könnte sich dann auch eine Erbunwürdigkeit ableiten lassen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen. Bitte fragen Sie nach, wenn etwas unklar geblieben ist.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Unter welchem Pseudonym wird mein Fall im WWW veröffentlicht?
Steht die E-Mail-Adresse dabei?
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

Sie haben mit Ihrem Namen die Frage unterschrieben, ich werde mich umgehend an den Support wenden, dass dieser gelöscht wird. Ihre Emailadresse wird hier nicht angezeigt.

Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Vielen Dank, XXXXX XXXXX mir sehr wichtig. Im Nachhinein gesehen
wäre es auch schön, wenn die genauen Daten der beiden Testamente
nur auf das Jahr beschränkt werden könnten, falls das noch möglich ist.
Auf welcher Seite wird das denn veröffentlicht? Ich habe das noch nicht
herausgefunden.
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragestellerin,

ich habe den Kundendienst gebeten, alle Daten unkenntlich zu machen, die einen Rückschluss auf den Fragesteller zulassen. Ansonsten findet eine Veröffentlichung nur hier bei Justanswer statt.
Tobias Rösemeier und 2 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ich benötige keine weiteren Informationen, wollte aber sagen,
dass bei den Beurteilungs-Kategorien die Kästchen so verschoben
darunter angezeigt wurden, dass ich aus Versehen das negative
statt des positiven angekreuzt habe. Ich habe ja auch einen kurzen positiven Kommentar und einen kleinen Bonus angegeben. Ich hoffe,
das läßt sich noch korrigieren. Nun hoffe ich nur noch auf eine
baldige Anonymisierung meines Beitrags.
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Der Kundendienst wird sich bestimmt darum kümmern. Ich wünsche Ihnen alles Gute

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