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raschwerin
raschwerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 16996
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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raschwerin ist jetzt online.

Hallo, ich habe meiner Bank einen Scheck aus England zur Gutschrift

Kundenfrage

Hallo, ich habe meiner Bank einen Scheck aus England zur Gutschrift eingereicht und mir wurde gesagt dieser Scheck wird unter E.v. (Eingang vorbehalten) gutgeschrieben.
Auf meine Frage, wann ich über das Geld (11.400 €) verfügen kann, erhielt ich in der
Bankfiliale die Auskunft, nach 6 Tagen. Als ich am 6 Tag nach dem Geld fragte, erhielt
ich vom Geschäftsstellenleiter die Freigabe für die Geldverfügung. Jetzt behauptet die
Bank, der betreffende Scheck wurde auf Grund des Auslandsbezuges erst mit einer Valuta
zum 12.04., also nach 12 Tagen meinem Konto gutgeschrieben.
Der Scheck war gefälscht und dieses bekam die Bank nach 11 Tagen mitgeteilt und verlangt
nun von mir das Geld zurück. Meine Frage, warum hat die Bank dann nicht das Geld
12 Tage lang festgehalten und mir das Geld schon nach 6 Tagen ausbezahlt? Kann ich dagegen vorgehen?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

ich muss kurz rückfragen, von wem Sie den Scheck bekommen haben?

Es kann sich hier um eine Betrugsmasche handeln. Insbesondere bei Autoverkäufen ins Ausland werden dem deutschen Verkäufer gefälschte Schecks geschickt, die aufgrund der langen Bearbeitungsdauer am Ende platzen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ja es war ein Autoverkauf nach England.
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Dann handelt es sich in der Tat um eine solche Betrugsmasche.

Es wurde bereits mehrfach in den Medien davon berichtet.

Der Scheck war nicht gedeckt.

Die Bank konnte dies aber nicht wissen.

Sofern Sie Kontaktdaten des Käufers haben, sollten Sie diesen bei der Polizei anzeigen und schriftlich zur Erstattung des Schadens auffordern.

Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.

Bei Internetverkäufer kommen die Vertragspartner in der Regel per anonymer E-Mail in Kontakt.

In jüngster Zeit melden sich vermehrt Interessenten aus Schwarzafrika oder auch UK und verhandeln zunächst intensiv über den Kaufpreis. Nach erzielter Einigung, die für den Verkäufer natürlich erfolgreich war, wird die Bezahlung per Zusendung eines Schecks an den Verkäufer vereinbart. Gleichzeitig wird im Rahmen dieser "Verhandlung" angekündigt, dass der Scheck mit einem höheren Betrag ausgestellt sein wird, damit die Frachtkosten für das Fahrzeug ins Ausland (zum Beispiel ins Heimatland des Käufers nach Nigeria) gedeckt sind. Der Verkäufer müsse nach Eingang des Schecks dann nur die überzählige Summe (Differenzbetrag von mehreren Tausend Euro) völlig unkompliziert mit "Western Union Money Transfer" an den Frachtbeauftragten oder einen Kurier in England, Nigeria oder die Niederlande zu überweisen.

Bis hierhin erscheint der Autoverkauf für viele absolut seriös, nachvollziehbar und vor allem auf den ersten Blick risikolos. Der Verkäufer erhält ja vor Auszahlung des Geldes den Scheck auf sein Konto gutgeschrieben.

Nach Übersendung des Schecks werden die "Käufer" dann ungeduldiger und bitten um möglichst kurzfristige Überweisung des vereinbarten Differenzbetrags. Das ist der Trick! Die Käufer sind keineswegs am Erwerb und der Ausfuhr von Fahrzeugen nach Afrika interessiert. Sie wollen nur den überzähligen Differenzbetrag kassieren. Nachdem das Geld gezahlt wurde, hören die Fahrzeugverkäufer nichts mehr von den ”Käufern”.

Die Schecks platzen natürlich, manchmal werden auch noch nach Wochen die Schecks wieder storniert(Rückbelastung durch die Bank) Schecks sind kein sicheres Zahlungsmittel!

Bei einer besonders dreisten Variante dieser Betrugsform werden unaufgefordert Schecks an Fahrzeuganbieter verschickt und die Transaktionen anschließend als Irrtum deklariert. Danach bitten die Täter um schnelle und einfache um Rücküberweisung des Geldes mittels Western Union an einen ausländischen Begünstigten. (Western Union zahlt anonym an zahlreichen Vertragsstellen in Bargeld die Gelder an den Abholer aus, es ist also kein Empfängerkonto nötig).

In beiden Fällen haben dann die Fahrzeugverkäufer viel Geld verloren (die Schecks sind häufig aus Irland oder Großbritannien und stellen sich regelmäßig als gefälscht heraus) und das Auto steht immer noch vor der Tür.

Leider kann man hier nicht mehr sehr viel machen, außer Strafanzeige und Geld-zurück-Forderung. Ein gerichtliches Verfahren hat leider nur wenig Aussicht auf Erfolg.

Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.

ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und darf Sie bitten, meine Antwort zu akzeptieren und zu bewerten.

Durch die Akzeptierung wird meine Tätigkeit Ihnen gegenüber bezahlt. Dies ist insbesondere unter Berücksichtigung berufsrechtlicher Aspekte erforderlich, da eine kostenlose Rechtsberatung in Deutschland nicht erlaubt ist.

Ich danke Ihnen vielmals und stehe für Rückfragen und eine weitergehende Beauftragung natürlich jederzeit gern zur Verfügung.

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