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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 27031
Erfahrung:  Vertragsanwalt des Bayerischen Wohnungs- und Grundeigentümerverbandes Regensburg
32916861
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RASchiessl ist jetzt online.

mein Vater errichtete ein 1988 ein Testament, welches seine

Kundenfrage

mein Vater errichtete ein 1988 ein Testament, welches seine damalige Lebensgefährtin als sie meinen Vater verließ einfach mitnahm. 2004 verstarb nun diese Frau und ihr Bruder fand das Testament und schickte es dem Amtsgericht Weißenburg.
nun verstarb mein Vater und da tauchte aus den Tiefen des Nachlassgerichts das Testament auf und ist auch noch gültig. Hätte das Gericht das Testament an meinen Vater, nachdem es zugeschickt wurde, weitergeben müssen? er hat es ja nicht in amtliche Verwahrung gegeben. Kann ich das Gericht wegen Unterschlagung verklagen und Schadensersatz verlangen?
Mein Vater hat das Testament einfach vergessen zumal es nur auf einen Zeitungsschipsel
geschrieben war und auch nur ein Satz. Leider ist ein neues Testament nur in Kopie vorhanden, was aber beweist, dass mein Vater von dem ersten Testament nichts mehr wusste.
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

In der Sache nehme ich Stellung wie folgt:

Bei der Frage der Wirksamkeit des Testaments kommt es einzig und allein auf den Willen Ihres Vaters an.

Ausschlaggebend für die Erbfolge ist immer das letzte Testament, also das in Kopie vorliegende Testament an. Dieses Testament setzte das ältere Testament, also den Papierschnipsel ausser Kraft soweit es zu diesem in Widerspruch steht, § 2258 BGB.

Wenn also auf dem Schnipsel die Lebensgefährtin erben soll und im neue Testament Sie als Erbe eingesetzt werden, so sind Sie und nicht die Lebensgefährtin Erbe geworden, da das neue Testament das Alte ausser Kraft setzt, da es dem alten Testament widerspricht.

Nur zur Problematik der Kopie:

Das bloße Vorhandensein einer Kopie ist ein bekanntes Thema im Erbrecht-

Zwar muss ein Testament stehts handgeschrieben und unterschrieben sein, der Nachweise eines Testaments kann jedoch auch durch dei Vorlage einer Testamentskopie ergeben. In diesem Falle muss jedoch nachgewiesen werden, dass die auf der Kopie erkennbare Handschrift und Unterschrift vom Erblasser stammt.
Das bedeutet, es muss nachgewiesen werden, dass die Kopie vom Originaltestament des Erblassers stammt und mit dem verlorengegangenen Testament übereinstimmt.

Dies kann durch einen Sachverständigen nachgewiesen werden.

Gelingt der Nachweis, so ist das neue Testament gültig.

Dagegen können Sie das Amtsgericht nicht wegen Unterschlagung oder Schadensersatzpflicht in Anspruch nehmen, da ja ein neues Testament vorhanden ist, das ausschlaggebend ist.


Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick verschafft zu haben und bitte meine Antwort zu akzeptieren.

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Falls Sie Rückfragen haben stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Ich bin auch gerne bereit, Ihnen in anderen Angelegenheiten zur Seite zu stehen.

Beachten Sie bitte, dass das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen zu einer völlig anderen Beurteilung des Sachverhalts führen kann. Die Frage wurde beantwortet unter der Maßgabe, dass Sie die AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) gelesen haben und bereit sind, meine Antwort nach den gesetzlichen Vorgaben zu akzeptieren.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Erneut posten: Ungenaue Antwort.
meine Frage war: durfte das Gericht das Testament einfach behalten? musste das Testament nicht dem rechtmässigen Besitzer zurückgegeben werden?
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

In der Sache nehme ich Stellung wie folgt:

Natürlich durfte das Gericht das Testament nicht einbehalten. Wie Sie selbst richtig darstellen ist dies nur bei einer amtlichen Verwahrung vorgesehen. Das Gericht hätte das Testament an den Erblasser zurückgeben müssen.

Wenn jedoch ein neueres Testament vorhanden ist, so ist dieses Testament ausschlaggebend.


Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick verschafft zu haben und bitte meine Antwort zu akzeptieren.

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Falls Sie Rückfragen haben stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Ich bin auch gerne bereit, Ihnen in anderen Angelegenheiten zur Seite zu stehen.

Beachten Sie bitte, dass das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen zu einer völlig anderen Beurteilung des Sachverhalts führen kann. Die Frage wurde beantwortet unter der Maßgabe, dass Sie die AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) gelesen haben und bereit sind, meine Antwort nach den gesetzlichen Vorgaben zu akzeptieren.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Erneut posten: Unvollständige Antwort.
aber das Gericht erkennt die Kopie nicht an, mit der Begründung, dass mein Vater es selbst vernichtet hat und das Alte wieder gültig hat werden lassen. Mein Vater wusste aber nichts mehr davon und wenn das Gericht das Testament zurückgegeben hätte so wäre es von meinen Vater vernichtet worden. Also, ist das Gericht schuld, dass mir ein erheblicher Schaden zugefügt worden ist. Kann ich das strafrechtlich verfolgen, wegen Unterschlagung eines Dokuments?
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

In der Sache nehme ich Stellung wie folgt:

Nein in keinem Fall ist eine strafrechtliche Verfolgung möglich, da hierfür der Sachbearbeiter des Gerichts vorsätzlich gehandelt haben müsste. Es scheint hier lediglich so, dass das alte Testament vergessn wurde. Eine fahrlässige Handlung ist leider nicht strafbar.

Gibt es denn für die Vernichtung des Originals des neuen Testaments Anhaltspunkte?

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick verschafft zu haben und bitte meine Antwort zu akzeptieren.

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Falls Sie Rückfragen haben stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Ich bin auch gerne bereit, Ihnen in anderen Angelegenheiten zur Seite zu stehen.

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Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
RASchiessl und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Erneut posten: Unvollständige Antwort.
meiner Meinung nach, gibt es keine Anhaltspunkte. Ich wäre in dem neuen Testament die Erbin, trotzdem ist das Gericht der Meinung, dass mein Vater es selbst vernichtet hat.
Was den Sachbearbeiter angeht, so ist eine vorsätzliche Unterschlagung genauso möglich wie eine fahrlässige Handlung, wer weiss das schon? Weißenburg ist klein und da kennt jeder jeden und mein Vater war genauso bekannt wie ich es bin. War es vielleicht Neid des Sachbearbeiters? Wer weiß! Außerdem schützt Unwissenheit vor Strafe nicht, oder?
Wenn ich 100.000 Euro finde und weiß, dass die meinen Nachbarn gehören kann ich doch das Geld auch nicht 10 Jahre lang in meinen Keller FAHRLÄSSIG liegen lassen.
Im übrigen würde ich nicht mal auf die Kopie bestehen, sondern die gesetzliche Erbfolge genauso akzeptieren.
Die Sache ist jetzt am OLG, ich wollte nur noch mal einen anderen Anwalt dazu befragen.

Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 6 Jahren.
ehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachricht:

Allein die Tatsache, dass eine Kopie vorhanden ist bedeutet noch lange nicht, dass das Original vernichtet wurde. Wenn man die Vernichtung des Originals annehmen würde, stellt sich die ganz einfache Frage, warum nicht auch die Kopie vernichtet wurde.

Das Problem bei Prüfung einer Strafbarkeit wird sein, dass durch die Staatsanwaltschaft dem Sachbearbeiter ein vorsätzliches Handeln nachgewiesen werden muss. Der Sachbearbeiter wird sich jedoch leicht mit einem bloßen "Vergessen" herausreden können.

Nach meiner Ansicht kommt es auf die Kopie an, da Sie nur durch diese den Willen des Erblassers (das alte Schnipsel-Testament) soll nicht mehr gelten, in Nachweis bringen können.

Selbst wenn in Weißenburg jeder jeden kennt, so wird sich das OLG (das ja auch in einem räumlichen Abstand sich befindet) davon nicht beeindrucken lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt