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Danjel Newerla
Danjel Newerla, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 9380
Erfahrung:  Rechtsanwalt und Diplom Jurist
26039601
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Danjel Newerla ist jetzt online.

Ich wurde w rend meiner krankheit aus dem Arbeitsverh ltnis

Kundenfrage

Ich wurde wärend meiner krankheit aus dem Arbeitsverhältnis entlassen und ich frage mich ob der Arbeitgeber dieses überhaupt darf.
Desweitern hab ich mein letztes Gehalt von der Firma nicht bekommen was kann ich dagegen tun?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrter Ratsuchender ,





vielen Dank für Ihre Anfrage .

Diese möchte ich sehr gerne wie folgt beantworten:




Bei ihnen gibt es offensichtlich zwei Problemstellen, einmal die Entlassung aus dem Arbeitsverhältnis und andererseits die Vorenthaltung des Lohns.

 

Entgegen einem in der Bevölkerung weitläufig verbreiteten Irrtum ist auch während der Krankheit eines Arbeitnehmers eine Kündigung grundsätzlich möglich.

 

Nachfolgend habe ich Ihnen einen interessanten Fachbeitrag eines Kollegen zu genau diesem Thema beigefügt:

 

http://www.rae-michael.de/index.php/2009/01/29/kundigung-wahrend-krankheit-des-arbeitnehmers-unzulassig/


Es ist aber so, dass auch die Voraussetzungen für die Kündigung vorliegen müssen.

Dieses kann ich ihrer Sachverhaltsschilderung nicht genau entnehmen, so dass ich an dieser Stelle lediglich allgemeine Ausführungen machen kann. Bitte geben Sie mir gegebenenfalls noch weitere Informationen über den genauen Ablauf/Grund ihrer Kündigung.

Sollten Sie eine Probezeit vereinbart haben, so wäre innerhalb dieser Probezeit grundsätzlich eine Kündigung unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von 14 Tagen für beide Seiten (also sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer) möglich.

Sollte keine Probezeit vereinbart worden seien oder sollten sie sich nicht mehr in der Probezeit befinden,so könnte ihr Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit ihnen grundsätzlich nur einseitig durch eine ordentliche oder eine außerordentliche Kündigung beenden.

Eine außerordentliche Kündigung würde eine Pflichtverletzung ihrerseits und grundsätzlich auch eine Abmahnung im Vorfeld wegen genau dieses Verstoßes voraussetzen. Dieses kann ich Ihre Schilderung nicht entnehmen.

Ansonsten wäre nur noch eine ordentliche Kündigung unter Einhaltung der im Arbeitsvertrag geregelten (vorbehaltlich, dass diese Frist wirksam ist, was ohne genaue Kenntnis der Vertragsklausel nicht beantwortet werden kann) und wenn im Arbeitsvertrag keine Kündigungsfrist geregelt ist,unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist (vgl. § 622 BGB) möglich.

Ob die Kündigungsfrist hier eingehalten wurde kann ich leider nicht beurteilen, da Sie hierzu keine Angaben machen.

Eine ordentliche Kündigung ist grundsätzlich immer möglich.

Hiervon gibt es aber auch wieder Ausnahmen.

Sollten in ihrem Betrieb mehr als 10 Arbeitnehmer tätig sein, so wäre das Kündigungsschutzgesetz anwendbar mit der Folge, dass im Falle einer betriebsbedingten Kündigung zunächst eine Sozialauswahl durchzuführen wäre und schließlich nur der Arbeitnehmer gekündigt werden dürfte, der sozial am wenigsten schutzbedürftig wäre ( Sie geht es dann um das Alter, Unterhaltsverpflichtungen des Arbeitnehmers usw.).

Es gibt auch noch andere Gründe, weshalb die Kündigung unwirksam sein könnte.So muss beispielsweise eine Kündigung schriftlich erfolgen, eine mündliche Kündigung wäre unwirksam, vgl. § 623 BGB.

Sollte in ihrem Betrieb ein Betriebsrat vorhanden sein, so müsste der Betriebsrat vorher zu der Kündigung angehört worden seien (vgl. § 102 Betriebsverfassungsgesetz). Eine unterbliebene Anhörung wurde für den Fall, dass ein Betriebsrat vorhanden ist, dazu führen, dass die Kündigung allein aus diesem Grund unwirksam wäre.

Neben der Problematik der Kündigung besteht auch noch die Problematik mit dem Lohn.

Ich gehe nach ihrer Schilderung davon aus, dass der Lohn bereits fällig ist. Sie sollten ihrem Arbeitgeber nachweisbar (per Einschreiben) eine angemessene Frist (etwa 10-14 Tage) zur Zahlung des noch ausstehenden bereits fälligen Lohnssetzen. Sollte in ihrem Betrieb ein Betriebsrat vorhanden sein, könnten sie sich parallel hierzu auch an den Betriebsrat mit diesen Problemen wenden. Sollte der Arbeitgeber diese Frist ignorieren und den Lohn nach wie vor nicht zahlen, sollten Sie einen Fachanwalt für Arbeitsrecht mit der notfalls gerichtlichen Durchsetzung ihrer Ansprüche beauftragen. Auch sollte gegebenenfalls über einen solchen Kollegen schnellstmöglich geprüft werden, ob die Kündigung wirksam ist, damit noch rechtzeitig Kündigungsschutzklage eingereicht werden kann.





Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!



Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.



Sollten Sie noch Verständnisfragen haben, so melden Sie sich bitte. Ansonsten akzeptieren Sie bitte.



Sie akzeptieren meine Antwort, indem Sie unter meiner Antwort einmal auf das grüne Feld „akzeptieren“ klicken.



Zufriedenheit bedeutet , dass keine Verständnisfragen mehr bestehen und die Frage vollumfänglich beantwortet worden ist.



Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können natürlich gerne über die Nachfrageoption mit mir Verbindung aufnehmen.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Mittwochnachmittag



Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Stresemannstr. 46
27570 Bremerhaven
[email protected]
Fax.0471/140244



 

 









Verändert von Danjel-Philippe Newerla am 16.02.2011 um 11:15 Uhr EST
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrter Ratsuchender,

Sie haben meine Antwort bislang noch nicht akzeptiert. Ich bitte Sie dies noch nachzuholen und mich somit für meine Rechtsberatung zu bezahlen. Sie akzeptieren meine Antwort, indem Sie auf das grüne Feld "akzeptieren" direkt unter meiner Antwort klicken.



Eine kostenlose Rechtsberatung ist nämlich nach deutschem Berufsrecht grundsätzlich nicht zulässig. Sollten Sie noch Verständnisfragen haben, so melden Sie sich bitte. Ansonsten akzeptieren Sie bitte.



Mit freundlichem Gruß

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt