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S. Grass
S. Grass, Rechtsanwältin
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 5109
Erfahrung:  Mehrjährige Berufserfahrung
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S. Grass ist jetzt online.

Hallo. Es geht um den Pflichteilsanspruch und/oder Testamentsanfechtung

Kundenfrage

Hallo.

Es geht um den Pflichteilsanspruch und/oder Testamentsanfechtung

Mein Vater ist schon seit zwei Jahren verstorben und ich habe immer noch nicht meinen Pflichteil als Tochter bekommen. Er war mit einer 30 Jahre jüngeren Frau verheiratet, die sein gesamtes Vermögen komplett an sich genommen hat in Form von Schenkungen und dem Verkauf seiner Immobilie nach seinem Tod. Dabei hat sie nur zwei Jahre mit meinem Vater zusammengelebt und sich dann von ihm eine eigene Wohnung bezahlen lassen, weil er sie angeblich mit seiner Liebe erdrückt habe. Die Erbschaftsregelung war Bestandteil eines Ehevertrages, der noch vor der Ehe geschlossen wurde.
Ihr Anwalt hat nunmehr geschrieben, dass er zu dem Ergebnis gelangt ist, dass hier gar kein Pflichteilsergänzungsanspruch bestünde und beruft sich auf §2325 und 2330 BGB.

Mein Vater wollte zu Hause in Ruhe sterben, nachdem er durch das von ihr zubereitete Essen an einer Sepsis im Koma lag und dann im Krankenhaus verstarb, weil er einen Zahnstocher, der in dem Essen war, verschluckt haben soll, aber selbst diese Bitte konnte sie ihm nicht erfüllen, weil sie nicht mit dem alten Mann, wie sie sagte, die Nächte verbringen konnte und wollte, da sie bereits einen Freund hatte, der auch bei der Beerdigungsfeier anwesend war.

Ich bin so aufgebracht über das Verhalten dieser Frau, dass ich am liebsten das Testament anfechten möchte. Was kann ich tun?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  RAKRoth hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte:



Sie müssen zunächst Ihren Auskunftsanspruch, der sich gerade auch auf Schenkungen bezieht, gegenüber der Witwe geltend machen, damit Sie überhaupt wissen, was sich im Nachlass (Aktiva und Passiva) befindet.


Erst wenn Sie die Kenntnis haben, lassen sich Pfichtteilsansprüche berechnen. Aus meiner Erfahrung ist es in erbrechtlichen Streitigkeiten stets ratsam, sich durch einen Kollegen vertreten zu lassen, weil Sie sonst Gefahr laufen, nicht in vollem Umfang Ihre Ansprüche durchzusetzen.

 

 


Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte. Sie mögen meine Antwort bitte akzeptieren. Dies erfolgt in der Weise, in dem Sie auf den grünen Button „Akzeptieren“ klicken.

Experte:  RAKRoth hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Ratsuchender,

wenn Sie keine Nachfrage mehr haben, mögen Sie meine Antwort bitte akzeptieren, um die Beratung abzuschließen. Dies erfolgt in der Weise, in dem Sie auf den grünen Button "Akzeptieren" klicken.

Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

ich erlaube mir die Ausführungen des geschätzten Kollegen dahingehend zu ergänzen, dass zu beachten ist, dass Pflichtteilsansprüche in 3 Jahren verjähren. Sollte keine Einigung erzielt werden könne, müssen Sie Ihre Ansprüche gerichtlich geltend machen.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass
[email protected]
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
das hat ein Anwalt bereits getan, aber nunmehr scheint der Gegenanwalt der Auffassung zu sein, dass gar kein Anspruch bestünde. Was mich veranlasst, das Testament anzufechten. Kann ich das?

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Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

um ein Testament anfechten zu können, muss zunächst ein Anfechtungsgrund (§ 2078 BGB) gegeben sein. Es muss also ein Irtum des Erblassers über den Inhalt seiner Erklärung bestanden haben. Zur Anfechtung berechtigt auch, wenn der Erblasser eine Erklärung mit den vorhandenen Inhalt nicht abgeben wollte. Da dieser Anfechtungsgrund von Ihnen nachgewiesen werden muss, dürfte dies in der Regel sehr problematisch sein.

Weshalb vorliegend kein Pflichtteilsanspruch bestehen soll ist nicht nachvollziehbar. Schenkungen werden immer dann berücksichtigt, wenn diese innerhalb der letzten 10 Jahre vor dem Ablegben des Erblassers vorgenommen wurden.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass
[email protected]
S. Grass, Rechtsanwältin
Kategorie: Recht & Justiz
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