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Danjel Newerla
Danjel Newerla, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 9380
Erfahrung:  Rechtsanwalt und Diplom Jurist
26039601
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Recht & Justiz hier ein
Danjel Newerla ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich lebe seit meiner Kindheit

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich lebe seit meiner Kindheit im Haus meiner Großeltern.
Nun ist meine Großmutter verstorben und hat mir die Hälfte des Hauses vererbt.
Mein Großvater hat noch einen unehelichen Sohn ( 1946 geboren) und ich einen Bruder.
Weitere Kinder gibt es nicht, da meine Mutter,die Tochter meiner Großeltern, verstorben ist.
Ich habe Jahrelang meine kranke Großmutter gepflegt, das Haus rekonstruiert und mich um alles gekümmert.Der uneheliche Sohn hat eigentlich gar keinen Kontakt,mein Bruder nur ganz wenig.
Mein Großvater möchte nun ,dass ich das Haus allein erbe.
Welchen Anspruch hat mein Bruder und der uneheliche Sohn?
Gibt es eine Möglichkeit diese zu enterben oder das Erbe zu umgehen (z.B. Schenkung des Hauses aber der Großvater würde wohnen bleiben)?
Vielen Dank
S.Wischer
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Ratsuchender,





vielen Dank für Ihre Anfrage .

Diese möchte ich sehr gerne wie folgt beantworten:







1.Mein Großvater möchte nun ,dass ich das Haus allein erbe. Welchen Anspruch hat mein Bruder und der uneheliche Sohn?

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, haben sie die eine Hälfte bereits von ihrer Großmutter geerbt und ihr Großvater möchte Ihnen nun die andere Hälfte (also seine Hälfte auch noch) vererben beziehungsweise übertragen.

Ihr Bruder hat hier grundsätzlich keinen Anspruch, der er Erbe zweiter Ordnung ist. Der Sohn hat sehr wohl einen Anspruch, da er gemäß Paragraph 1924 BGB Erbe erster Ordnung ist.


2.Gibt es eine Möglichkeit diese zu enterben oder das Erbe zu umgehen (z.B. Schenkung des Hauses aber der Großvater würde wohnen bleiben)?



Die sicherste Möglichkeit (die sich aber voraussichtlich nicht durchsetzen lassen wird) wäre ein Erbverzicht des Sohnes. Dieses wird sich voraussichtlich deshalb nicht durchsetzen lassen, da er dieses ohne Gegenleistung wohl kaum machen wird.

 

Die zweite Variante wäre es den Sohn zu enterben. Dieses würde dadurch geschehen, indem ihr Großvater ein Testament aufsetzt, in dem Sie Alleinerbe werden.

 

In diesem Fall ist aber die Besonderheit, dass der Sohn als Erbe erster Ordnung gemäß Paragraph 2303 BGB einen Pflichtteilsanspruch ihnen gegenüber hätte.

 

Die dritte und wahrscheinlich beste Möglichkeit ist, dass ihr Großvater (eventuell gegen Einräumung eines Wohnrechtes) Ihnen noch zu Lebzeiten das Grundstück beziehungsweise seinen Anteil daran überträgt.

 

Der Sohn hat dann nur so genannte Pflichtteilsergänzungsansprüche ihnen gegenüber, wenn zwischen der Schenkung und dem Tod ihres Großvaters weniger als 10 Jahre vergangen sind.







Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!



Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.



Sofern Sie mit meiner Antwort zufrieden sind möchte ich Sie höflich bitten meine Antwort gemäß den allgemeinen Geschäftsbedingungen dieser Plattform zu akzeptieren. Zufriedenheit bedeutet , dass keine Verständnisfragen mehr bestehen und die Frage vollumfänglich beantwortet worden ist.



Sie akzeptieren meine Antwort, indem Sie unter meiner Antwort einmal auf das grüne Feld „akzeptieren“ klicken.



Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können natürlich gerne über meine E-Mail-Adresse oder die Nachfrageoption mit mir Verbindung aufnehmen.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Freitagnachmittag



 

Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Stresemannstr. 46
27570 Bremerhaven [email protected]
Fax.0471/140244





Verändert von Advopro am 14.01.2011 um 10:56 Uhr EST
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Herr Newerla,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Eine Frage hätte ich doch noch.Es handelt sich ja um einen unehelichen Sohn.Ist dieser denn auch wenn er vor 1949 geboren ist erbberechtigt?
Danke
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich Ihnen selbstverständlich gerne wie folgt beantworten möchte:

Ich habe Ihre Anfrage so verstanden, dass es hier ausschließlich um die Frage geht, wie die Situation ist, wenn ihr Großvater sterben sollte und dementsprechend der Erbfall eintritt.

Nach der deutschen Rechtslage ist es in der Tat so, dass Kinder, die unehelich sind und vor dem 1.7.1949 geboren worden sind, nicht erbberechtigt sind.

Der europäische Gerichtshof für Menschenrechte
hat aber entschieden, dass diese Regelung europarechtswidrig ist. Nach europäischem Recht sind also auch die davor geborenen Kinder erbberechtigt.

Nachfolgend habe ich Ihnen einen interessanten Link zu diesem Thema beigefügt:

http://www.warych-finzi-bludau.de/veroeffentlichen/erbrecht/136-erbrecht-fuer-vor-dem-01071949-geborene-nichteheliche-kinder

Ich hoffe Ihnen eine Orientierung über die Rechtslage ermöglicht zu haben.

Bitte seien Sie auch so nett und akzeptieren sie noch kurz meine Antwort. Sofern sie noch Verständnisfragen haben können sie natürlich gerne nachfragen.

Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Stresemannstr. 46
27570 Bremerhaven [email protected]

Fax.0471/140244

Verändert von Advopro am 14.01.2011 um 11:13 Uhr EST
Danjel Newerla, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 9380
Erfahrung: Rechtsanwalt und Diplom Jurist
Danjel Newerla und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Herr Newerla,
danke XXXXX XXXXXür Ihre Antworten.
Mein Großvater war zunächst erfreut, dass mein Bruder lt.Ihrer Aussage nicht erbberechtigt ist.Allerdings denke ich,dass das nicht stimmt.Denn da unsere Mutter verstorben ist ( die Tochter des Großvaters) müssten doch wir beide,also ich und mein Bruder an ihrer Stelle als Enkel ebenso erbberechtigt sein wie der uneheliche Sohn?
Würde die 10 Jahresregel auch in Kraft treten,wenn mein Großvater mir das Haus überschreibt aber ein Wohnrecht auf Lebenszeit erhält?
Vielen Dank!
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Die 10-Jahresfrist würde auch dann gelten, wenn Ihr Großvater ein lebenslanes Wohnrecht erhält.

Bezüglich Ihres Bruders möchte ich mich nach nochmaliger Überprüfung des Sachverhalts kurz korregierten, dieser erbt in der Tat ebenfalls neben Ihnen zumindestnach der gesetzlichen Erbfolge.

Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

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