So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an S. Grass.
S. Grass
S. Grass, Rechtsanwältin
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 6354
Erfahrung:  Mehrjährige Berufserfahrung
52374836
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Recht & Justiz hier ein
S. Grass ist jetzt online.

Guten Abend, ich habe nachfolgendes Problem Mein Lebensgef hrte

Kundenfrage

Guten Abend, ich habe nachfolgendes Problem:

Mein Lebensgefährte ist vor 3 Wochen unerwartet verstorben. Er lebte seit 2007 in Scheidung und hat 2 Kinder (14 und 16 Jahre alt). Er hat ein Testament hinterlassen, in welchem er mich als Alleinerbin eingesetzt hat. Ihm gehörte die Hälfte des Hauses in dem wir wohnen (die andere Hälfte gehört der Noch-Ehefrau), welches jedoch noch mit insgesamt 200.000,00 € belastet ist, und ein Sparbuch mit Vermögen in Höhe von ca. 25.000,00 €.

Nun meine Fragen:
1. Wie hoch ist der Pflichtteil der Noch-Ehefrau bzw. der Kinder (in Euro)?
2. Lohnt es sich für mich das Erbe anzunehmen?
3. Wir haben für einen solchen Fall vorsichtshalber einen Mietvertrag abgeschlossen.
Ist der insoweit gültig, als das die Noch-Ehefrau mich nun nicht innerhalb kürzester
Zeit auf die Straße setzen kann, sondern die gesetzliche Kündigungsfrist einhalten
muss?

Vielen Dank XXXXX XXXXX Mühe.

G. May
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

können Sie den Wert der immobilie und des Vermögens angeben?

Mit freundlichen Ggrüßen

RA Grass
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Die DHH ist jetzt 10 Jahre alt und hat voraussichtlich noch einen Verkaufswert in Höhe der noch offenen Belastung = 200.000,-- €

Die 1. Finanzierung ist Ende Juni letzten Jahres ausgelaufen und bisher, aufgrund von Schwierigkeiten mit der Noch-Ehefrau, kein neuer Vertrag zustande gekommen. Daher kam auch die Möglichkeit des Verkaufes in Betracht. Im Vergleich mit anderen Immobilien sind wir dann auf diesen Wert gekommen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

G. May

Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Frau May,

die Kinder Ihres verstorbenen Partners sind auf jeden Fall pflichtteilsberechtigt. Nicht ganz so unproblematisch ist die Sache bei der Ehefrau. Diese ist nach dem Gesetz zwar grundsätzlich auch pflichtteilsberechtigt, allerdings dann nicht, wenn die Scheidung eingereicht, die Voraussetzungen der Scheidung eigentlich vorlagen, die Ehe jedoch noch nicht geschieden war.

Die Pflichtteilsansprüche betragen die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Wenn die Ehefrau pflichtteilsberechtigt wäre - hiervon ist allerdings eher nicht auszugehen - würde Sie nach dem Gesetz 1/2 und die Kinder je 1/4 erben. Entfällt die Frau würden die Kinder je 1/2 erhalten und haben somit Pflichtteilsansprüche in Höhe von je 1/4 des Nachlasses.

Nach Ihren Schilderungen beträgt der reine Nachlass ca. 25.000 EUR, so dass die Pflichtteilsansprüche der Kinder ca. je 6.250 EUR, zusammen also 12500 EUR betragen.

Zu beachten ist, dass zum Pflichtteilsanspruch auch Schenkungen zählen, die vom Erblasser in den letzten 10 Jahren vor seinem Ableben vorgenommen worden sind. D.h. eventuell verschenkte Gelder werden dem Nachlasswert hinzugrechnet (auch wenn sie nicht mehr vorhanden sind) und hieraus der Pflichtteil berechnet.

Die Annahme der Erbschaft empfielt sich nur in dem Fall, dass es Ihnen möglich ist, die Immobilie - auch ohne die Ehefrau - zu finanzieren, da Sie als Erbin auch sämtliche Schulden erben. Oder wenn die Möglichkeit eines günstgen Verkaufes besteht, wobei hier zu berücksichtigen ist, dass die Miteigentümerin (Ehefrau) einem Verkauf zustimmen muss.

Ich hoffe, Ihnen mit den Ausführungen behilflich zu sein und darf Sie bitten, die Antwort gemäß den Nutzungsbedingungen zu akzeptieren und zu bewerten. Bei Unklarheiten oder weiterem Klärungsbedarf nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass

XXX@XXXXXX.XXX



S. Grass und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin Grass,

erstmal vielen Dank für Ihre Antwort. In diesem Zusammenhang fällt mir jedoch noch eine Frage ein. Sie schreiben davon, dass Schenkungen in den Pflichtteilsanspruch mit hineingerechnet werden.

Mein Lebensgefährte und ich haben 2004 auf seinen Wunsch hin ein Sparkonto auf meinen Namen eröffnet, damit die Ehefrau aufgrund der Scheidung nicht an sein Geld kommen konnte. Hierauf haben sich im Laufe der Zeit ca. 30 T€ angesammelt. Die letzte Einzahlung war Anfang Dezember eine Umbuchung von seinem Girokonto in Höhe von 11 T€.

Es war immer klar, wenn ihm mal etwas passieren sollte (wovon wir eigentlich nicht ausgegangen sind), dass ich dann das Geld behalten sollte. Seine Eltern wußten auch davon und die sind und waren auch damit einverstanden.

Wenn ich Ihre Ausführungen richtig verstanden habe, könnte es mir nun passieren, dass ich, bei Annahme der Erbschaft, dieses Konto offenlegen müßte. Ist das richtig?

Wenn ich die Erbschaft ausschlage (was ich eigentlich von Anfang an auch beabsichtigt habe, da die Noch-Ehefrau sehr streitsüchtig ist), komme ich dann um diese Offenlegung herum?

Gruß und vielen Dank,XXXXX
Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Frau May,

der Pflichtteilsberechtigte hat einen Auskunftsanspruch gegen den Erben. Dieser Anspruch umfasst auch die Offenlegung von schenkungen für den Zeitraum der zurückliegenden 10 Jahre. Es ist somit zutreffend, dass Sie dieses Konto offenlegen müssen.

Wenn Sie die Erbschaft ausschlagen, werden die Kinder und eventuell die Ehefrau Erben. Auch in einem solchen Fall kann es jeoch passieren, dass die Existenz dieses Kontos bekannt wird. Die Erben werden mit Sicherheit versuchen, an dieses Geld heranzukommen und Ihnen würde es obliegen, den Nachweis der schenkung zu erbringen.

Insofern können sich beide Konstellationen als "Problem behaftet" erweisen.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass
XXX@XXXXXX.XXX