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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  seit 1995 als selbständiger Rechsanwalt tätig.
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Frage zur G tertrennung nachtr glich Wir sind seit 2005 verheiratet

Kundenfrage

Frage zur Gütertrennung nachträglich: Wir sind seit 2005 verheiratet (ohne irgendwelchen Ehevertrag etc.) - mein Mann möchte nun eine Gütertrennung-Vereinbarung (er hat aus 1. Ehe 2 erwachsene Söhne und 2 Enkelkinder - und ich aus 1. Ehe einen erwachsenen Adoptiv-Sohn ohne Anhang). Sein Argument zur Gütertrennung: Bei Tod eines von uns würde der Ehepartner die Hälfte erben und den Rest die entsprechenden Kinder; er möchte aber nur seinen Kindern vererben, also mir nichts. - Ist das ein fairer Weg bzw. ist eine Gütertrennungs-Vereinbarung dazu die richtige Entscheidung? Fällt dabei die Pension (er ist Beamter) auch darunter?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Auch im Falle einer Gütertrennung hätten Sie einen gesetzlichen Erbanspruch, dann allerdings nur in Höhe von 1/4 des Nachlasses.

Wenn es hier ausschließlich um eine Regelung für den Erbfall geht, so ist sicherlich nicht ein Ehevertrag zur Gütertrennung der richtige Weg, sondern allenfalls ein Testament oder Erbvertrag.

Sicherlich ist es immer sinnvoll bei Patchwork-Familien für den Erbfall Vorsorge zu tragen, da sonst ein Ergebnis eintreten kann, was von den Beteiligten nicht gewünscht ist.

Auf der anderen Seite halte ist es für nicht gerechtfertigt, dass Sie als Ehefrau überhaupt nichts von Ihrem Ehemann erben sollen.
Sollte Ihr Ehemann ein Testament aufsetzen, indem er alleine seine Kinder als Erben einsetzt, so hätten Sie als Ehefrau im gesetzlichen Güterstand immer noch einen Pflichtteilsanspruch in Höhe von des hälftigen Erbanspruchs, also 25 %.

Es besteht aber bei Patchwork-Familien insbesondere die Möglichkeit der Errichtung eines Erbvertrages, in dem genau geregelt wird, wer was im Erbfall erhalten soll. Oder aber die Errichtung eines Testaments mit Vor- und Nacherbschaft. Vorerbe ist in diesem Fall der überlebende Ehegatte, Nacherben die Kinder des verstorbenen Ehegattens. Insoweit kann der Ehegatte nicht frei über das ererbte Vermögen verfügen, sondern nur mit Zustimmung der Nacherben. Ihm obliegt es darüber hinaus, das Erbe zu erhalten für die Nacherben. Mit dem Tod des Vorerben treten dann die Nacherben das Erbe an.

Auf diese Art und Weise ist gewährleistet, dass das Vermögen von Ihrem Ehemann nur an seine Kinder und das Ihrige Vermögen nur an Ihr Kind weitervererbt wird.

Die Vereinbarugn einer Gütertrennung hat keine Auswirkung auf die Pension. Sollten Sie doch einen Vertrag über die Gütertrennung schließen, achten Sie darauf, dass ein Versorgungsausgleich nicht ausgeschlossen wird. Dieser hätte dann Auswirkungen auf die Pension.

Sprechen Sie einfach noch einmal mit Ihrem Ehemann über die weiteren Möglichkeiten. Unterzeichnen Sie keinesfalls einen Ehevertrag ohne diesen zuvor im Rahmen einer Beratung bei einem Kollegen vor Ort prüfen zu lassen. Sie sollten hier auf jeden Fall einen Fachanwalt für Familienrecht zu Rate ziehen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen die Rechtslage verständlich darlegen und Ihnen eine angemessene rechtliche Orientierung geben. Falls Sie Nachfragen haben, können Sie diese gern stellen.

Abschließend darf ich Sie um Akzeptanz meiner Antwort entsprechend den AGB´s des Seitenbetreibers bitten. Eine kostenlose Rechtsberatung ist in Deutschland nicht zulässig.


Mit freundlichen Grüßen

Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Rösemeier, vielen Dank für Ihre ausführliche und verständliche Erklärung. Habe ich das richtig verstanden:<br />1. Bei Gütertrennungs-Vereinbarung ist der Überlebende zu einem 1/4 Nachlass- berechtigt.<br /><br />2. Bei einem Testament mit Einsetzung der Kinder als Alleinerben besitzt der Überlebende (nicht nur die Ehefrau sondern auch der Ehemann) ebenfalls einen Pflichtteilsanspruch in Höhe von 25 % des hälftigen Erbanspruchs.<br /><br />3. Vorerbe (ist entweder die Ehefrau oder der Ehemann) und dieser muss sozusagen das "Ererbte" verwalten und auch "vermehren" (was sicher die Nacherben erwarten und dies ist sicher nicht ganz angenehm auf Dauer, weil allen wird man es nie rechtmachen können und Streitigkeiten oder Meinungsverschiedenheiten sind Tor und Tür geöffnet) = meine Meinung.<br /><br />4. Wenn mein Mann trotzdem auf einer Gütertrennung bestehen sollte, ist das dann sicher, dass ein 1/4 des Nachlasses die überlebende Ehefrau erhält und die 2 Söhne sozusagen 3/4 des Gesamtnachlasses.<br /><br />Mit freundlichen Grüßen <br />
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Frau Schildmann,

gerne beantworte ich Ihre Nachfragen wie folgt:

1. Der gesetzliche Erbteil bei Gütertrennung besteht in Höhe von 25 % des Nachlasses. Der Pflichtteil, sollte neben dem Ehevertrag mit Gütertrennung ein Testament zum Nachteil des Ehegatten erstellt werden, beträgt dementsprechend 12,5 %.

2. Der überlebende Ehegatte hat bei Erbeinsetzung der Kinder in einem Testament einen Pflichtteilsanspruch in Höhe von 25 %. Der Erbanspruch bei Zugewinngemeienschaft wäre 50 %, der Pflichtteil dementsprechend die Hälfte, also 25 %

3. Ja die Vor- und Nacherbschaft ist nicht ganz einfach zu handeln. Der Vorerbe kann aber auch vom Erblasser in gewissen Dingen befreit werden, wo er dann frei verfügen kann ohne die Zustimmung der Nacherben. In der Regel wird der Vorerbe nur darauf beschränkt, Grundvermögen oder eine Firma zu erhalten.

4. Die Ehefrau erhält nur dann 1/4 bei Gütertrennung, wenn nicht zu dem Ehevertrag noch ein Testament errichtet wird. Errichtet Ihr Ehemann zudem ein Testament indem er Sie als Ehefrau enterbt, dann hätten Sie wiederum nur die 12,5 %.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen angemessenen Überblick verschaffen, bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren. Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Tobias Rösemeier und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Vielen vielen Dank XXXXX XXXXX - ich akzeptiere.
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ich wünsche Ihnen alles Gute. Vielen Dank!
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt, können Sie bei der Veröffentlichtung der Frage zur nachträglichen Gütertrennung meinen Namen und die e-mail-Adresse entfernen. Danke!
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ich wende mich umgehend an den Support. Mit freundlichen Grüßen
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Danke
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
gerne ;)

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