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raschwerin
raschwerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 16973
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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Eine Frage zum Reiserecht Wir waren ber Weihnachten mit

Kundenfrage

Eine Frage zum Reiserecht:
Wir waren über Weihnachten mit der Fluglinie DELTA in New York. Der Hinflug von Frankfurt aus verlief auch ohne Probleme.
Eigentlich sollten wir nach 2 Tagen New York Sonntag abends weiterfliegen (innerhalb der USA). Wegen des Schneesturmes wurde dieser Flug aber gecancelled und auf Montag verschoben - soweit so gut.
Montags ging der Flug aber wiederum nicht und wir wurden dann auf FREITAG umgebucht.

Wir hatten dadurch imense Hotelkosten sowie eine horrende Telefonrechnung und ebenfalls nicht ganz geringe Kosten für vergebliche Taxifahrten.

Ausgangspunkt unserer Reise war - wie oben erwähnt - Frankfurt. Die ursprüngliche Flugroute sollte sein
24.12. Frankfurt -> New York
26.12. New York -> San Antonio (Texas)
31.12. San Antonio -> Las Vegas
04.01. Las Vegas - Frankfurt


Kann ich irgendwelche "Schadensersatzansprüche" geltend machen für das nunmehr vergeblich gebuchte Hotel in Vegas bzw. für die Hotelmehraufwendungen in New York sowie weitere Aufwendungen?

Vielen Dank XXXXX XXXXX Antwort

MfG
Sascha Matussek
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Entschädigt werden müssen dem betroffenen Urlauber die Mehrkosten, die dadurch entstehen, dass der Urlaub zwangsweise nicht zum geplanten Termin beendet werden kann. Zu solchen Mehrkosten zählen in erster Linie Hotel- und Verpflegungskosten.

Das liest sich erstmal ganz nett. In der Realität ist es aber oft ein harter Kampf, seine Rechte auch durchzusetzen. Viele Fluggesellschaften haben Entschädigungszahlungen (zu Unrecht) verweigert und die Reisenden abgewiesen.

Kann die Fluggesellschaft den Urlauber aufgrund eines solchen Ereignisses nicht mehr vom Urlausbort zurück in das Heimatland fliegen, kommt dies einer Kündigung des Beförderungsvertrages gleich und löst für den Urlauber Schadensersatzansprüche gegenüber der Fluggesellschaft aus.

Viele Fluglinien versuchten gerade im Fall der Aschewolke den Ansprüchen damit zu entgegnen, dass es sich um höhere GeXXXXX XXXXXdle und man schließlich nichts dafür könne, die Urlauber also Pech gehabt hätten.

Allerdings sehen das die meisten Fluggesellschaften falsch. Die gesetzliche Lage, insbesondere die entsprechenden EU-Verordnungen sehen die Lage klar und deutlich und gewähren dem betroffenen Urlauber einen Schadensersatzanspruch.

Entschädigungsleistungen im innereuropäischen Raum, also im Zusammenhang mit europäischen Fluggesellschaften, sind geregelt in der EU-Verordnung 261/2004 (Passagierrechteverordnung).

Nach dieser Verordnung müssen die Fluggesellschaften Betreuungsleistungen, wie Verpflegung (Essen und Getränke) und – soweit erforderlich – auch Übernachtungen im Hotel bezahlen.

Reagiert die Fluggesellschaft nicht auf die Inanspruchnahme durch den Urlauber bleibt nur der Gang zum Anwalt. In der Regel lassen sich die Fluggesellschaften erst unter dem nötigen Druck darauf ein, dem Urlauber die ihm zustehenden Ersatzleistungen einzuräumen.

Vorsicht ist aber geboten, wenn die Fluggesellschaften aus reiner Kulanz eine Summe X als Vergleich anbieten mit dem Hinweis, dass sie eigentlich gar nicht zahlen müssten. Diese gebotene Summe wird deutlich unter dem Ihnen zustehenden Betrag liegen und sollte daher nicht angenommen werden.

Notfalls muss die Forderung des Urlaubers gerichtlich geltend gemacht werden. Daneben kann man sich beim Luftfahrt-Bundesamt über die Fluggesellschaften beschweren. In besonderen Fällen kann das Bundesamt auch Bußgelder gegen die Gesellschaften verhängen.

Es lohnt sich in solchen Fällen, am Ball zu bleiben und nicht frühzeitig aufzugeben, wenn die Fluggesellschaft den Anspruch nach einem ersten Schreiben ablehnt.

Wird ein Flug annulliert, weil am Flughafen nicht gearbeitet wird – z.B. weil das Personal streikt – muss sich die Fluggesellschaft um eine anderweitige Beförderungsmöglichkeit für den Fluggast bemühen. In der Regel erfolgt dies durch einen Ersatzflug von einem anderen Flughafen oder durch Umbuchen auf eine andere Airline.

Kommt es dadurch zur zeitlichen Verzögerungen muss die Fluggesellschaft dem Fluggast auch Mehraufwendungen erstatten, dazu gehören Kosten für Telefon, Essen und Trinken und falls erforderlich auch Übernachtungskosten.

Ist dem Fluggast die Lust vergangen, kann er auch vom Beförderungsvertrag zurücktreten und erhält den Flugpreis erstattet.

Haben Sie über einen Reiseveranstalter eine Reise inklusive dem betroffenen Flug gebucht, kann neben der Airline auch der Reiseveranstalter haftbar gemacht werden.

Kommt es lediglich zu einer Verspätung des Fluges stehen Fluggäste dank der EU-Verordnung 261/2004 aber auch nicht rechtlos da. Aber einer Verspätung von 2 Stunden bei einer Kurzstrecke sieht die Verordnung Entschädigungsleistungen vor.

Die Fluggesellschaft und der Reiseveranstalter müssen dem Fluggast die Möglichkeit geben, zu telefonieren oder Emails zu schreiben und für Essen und Trinken sorgen bzw. dem Reisenden die entstandenen Mehraufwendungen ersetzen.

Dauert die Verspätung des Fluges 5 Stunden und mehr kommt dies einer Annullierung gleich und man kann vom Vertrag zurücktreten.

Im Ergebnis können Sie Mehraufwendungen ersetzt verlangen und Schadensersatz für verlorenen Urlaub verlangen.

raschwerin und 4 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Herr Schwerin,

zunächst vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort.

Es bleiben für mich aber noch folgende Fragen offen:
  • gilt die von Ihnen erwähnte Rechtsprechung auch für Delta (= amerikanische Fluggesellschaft und somit nicht EU)?
  • gilt die von Ihnen erwähnte Rechtsprechung auch für Inlandsflüge innerhalt der USA?
  • bekomme ich letzten Endes auch Schadensersatz für die Aufwendungen für Hotel, Verpflegung und weitere Aufwendungen, wenn ich aus Ärger über die Airline jegliche weiteren Flüge storniert habe und mit einer anderen Airline schlussendlich nach Deutschland zurück geflogen bin?
  • besteht eine Möglichkeit des Schadensersatzes für das stornierte Hotel in Las Vegas und für die in San Antonio gebuchten Hotels bzw. Events?
Vielen Dank für Ihre Bemühungen

Mit freundlichen Grüßen
Sascha Matussek
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
  • gilt die von Ihnen erwähnte Rechtsprechung auch für Delta (= amerikanische Fluggesellschaft und somit nicht EU)?
Nein, die europäischen Regelungen gelten nicht zwingend auch für die USA, sie können aber entsprechend angewandt werden. Ihnen stehen also vergleichbare Rechte zu.
  • gilt die von Ihnen erwähnte Rechtsprechung auch für Inlandsflüge innerhalt der USA?
Nein, die europäischen Regelungen gelten nicht zwingend auch für die USA, sie können aber entsprechend angewandt werden. Ihnen stehen also vergleichbare Rechte zu.
  • bekomme ich letzten Endes auch Schadensersatz für die Aufwendungen für Hotel, Verpflegung und weitere Aufwendungen, wenn ich aus Ärger über die Airline jegliche weiteren Flüge storniert habe und mit einer anderen Airline schlussendlich nach Deutschland zurück geflogen bin?
Sie können die Mehraufwendungen ersetzt verlangen, also zusätzliche Hotelkosten, Verpflegung, zusätzliche Telefonkosten.
  • besteht eine Möglichkeit des Schadensersatzes für das stornierte Hotel in Las Vegas und für die in San Antonio gebuchten Hotels bzw. Events?
Soweit Sie den Urlaub hätten auch verspätet antreten können und diesen lediglich aus Verärgerung abgebrochen haben, können diese Kosten leider nicht erstattet verlangt werden.

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