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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  seit 1995 als selbständiger Rechsanwalt tätig.
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Mein Pkw wurde von einer Dachlawine besch digt, Schaden 498,65

Kundenfrage

Mein Pkw wurde von einer Dachlawine beschädigt, Schaden: 498,65 Euro;
Ich bin zur Miete und stellte meinen Pkw auf einen ausgewiesenen Stellplatz. Dieser Pkw-Stellplatz befindet sich direkt neben dem Nachbarhaus. Obwohl das Nachbarhaus mit einem Schneefanggitter ausgerüstet war, ist von dem steilen Dach eine Schneelawine übers Schneefanggitter gerutscht und hat die Windschutzscheibe meines Pkw erheblich beschädigt. Die Witterungslage war wie folgt: Es hatte die Tage zuvor viel geschneit; es ist dann wärmer geworden und hat dann geregnet. Die Versicherung will nun für den Schaden nicht aufkommen.
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage beantworte ich unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt:

Grundsätzlich kommt eine Haftung des Eigentümers des Nachbarhauses in Frage.

Der Hausbesitzer haftet für den Schaden durch Dachlawinen, wenn ihn ein Verschulden trifft, wenn er also Pflichten versäumt hat. Diese Pflichten sind aber nicht nur regional sehr unterschiedlich ausgestaltet; sie hängen auch noch zum Beispiel von der Neigung des Daches, von der Lage des Hauses – ob es etwa an einer belebten Verkehrsstraße liegt –, aber auch von den jeweiligen Witterungsbedingungen ab.

 

Verhältnismäßig einfach ist der Fall, wenn ein Hausbesitzer vorschriftswidrig keine Schneefanggitter an seinem Dach angebracht hat. Im Schadenfall wird dann grundsätzlich davon ausgegangen, dass der Eigentümer haftbar ist.

 

Nun gibt es aber keineswegs eine bundeseinheitliche Regelung darüber, ob Schneefanggitter angebracht werden müssen oder nicht. Insbesondere in „schneearmen“ Gebieten werden solche Gitter meist nicht verlangt – es sei denn, das Dach ist besonders steil.

 

Hat aber der Hausbesitzer alle baulichen Vorschriften eingehalten, wird man ihm kaum etwas anhaben können. Zumindest dort, wo es wintertags nicht oft schneit, ist er zu weitergehenden Vorkehrungen normalerweise nicht verpflichtet.

 

Selbst wenn in solchen Gegenden ausnahmsweise einmal mehr Schnee fallen sollte und damit die Gefahr von Dachlawinen besteht, ist es eher den Verkehrsteilnehmern zuzumuten, sich hierauf einzurichten und insbesondere nicht an solchen Gefahrenstellen ihren Wagen zu parken – so die herrschende Rechtsprechung.

 

In Ihrem Fall ist festzustellen, dass der Eigentümer auf jeden Fall Schneefanggitter angebracht hat, so dass er seiner Verkehrssicherungspflicht nachgekommen ist.

 

Ob er in Anbetracht der Witterungsverhältnisse verpflichtet gewesen wäre, zusätzlich Warnschilder aufzustellen, hängt von den Umständen des Einzelfalles ab, Grundsätzlich ist der Halter ebenfalls verpflichtet, zu prüfen, ob Gefahren für sein Fahrzeug ausgehen und wäre verpflichtet gegebenenfalls anderweitig zu parken.

 

Ich würde Ihnen anraten, gegenüber der Versicherung so zu argumentieren, dass er aufgrund der Witterungsverhältnisse gehalten gewesen, weitere Maßnahmen einzuleiten, um Schäden zu vermeiden.

 

Falls dies nicht gelingen sollte, bliebe Ihnen noch die Inanspruchnahme Ihrer Teilkaskon für die Frontscheibe.

 

 

 

Ich hoffe ich konnte Ihnen die Rechtslage verständlich darlegen. Falls Sie Nachfragen haben, können Sie diese gern stellen.

Abschließend darf ich Sie um Akzeptanz meiner Antwort entsprechend den AGB´s des Seitenbetreibers bitten. Eine kostenlose Rechtsberatung ist in Deutschland nicht zulässig.



Mit freundlichen Grüßen
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage beantworte ich unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt:

Grundsätzlich kommt eine Haftung des Eigentümers des Nachbarhauses in Frage.

Der Hausbesitzer haftet für den Schaden durch Dachlawinen, wenn ihn ein Verschulden trifft, wenn er also Pflichten versäumt hat. Diese Pflichten sind aber nicht nur regional sehr unterschiedlich ausgestaltet; sie hängen auch noch zum Beispiel von der Neigung des Daches, von der Lage des Hauses – ob es etwa an einer belebten Verkehrsstraße liegt –, aber auch von den jeweiligen Witterungsbedingungen ab.

 

Verhältnismäßig einfach ist der Fall, wenn ein Hausbesitzer vorschriftswidrig keine Schneefanggitter an seinem Dach angebracht hat. Im Schadenfall wird dann grundsätzlich davon ausgegangen, dass der Eigentümer haftbar ist.

 

Nun gibt es aber keineswegs eine bundeseinheitliche Regelung darüber, ob Schneefanggitter angebracht werden müssen oder nicht. Insbesondere in „schneearmen“ Gebieten werden solche Gitter meist nicht verlangt – es sei denn, das Dach ist besonders steil.

 

Hat aber der Hausbesitzer alle baulichen Vorschriften eingehalten, wird man ihm kaum etwas anhaben können. Zumindest dort, wo es wintertags nicht oft schneit, ist er zu weitergehenden Vorkehrungen normalerweise nicht verpflichtet.

 

Selbst wenn in solchen Gegenden ausnahmsweise einmal mehr Schnee fallen sollte und damit die Gefahr von Dachlawinen besteht, ist es eher den Verkehrsteilnehmern zuzumuten, sich hierauf einzurichten und insbesondere nicht an solchen Gefahrenstellen ihren Wagen zu parken – so die herrschende Rechtsprechung.

 

In Ihrem Fall ist festzustellen, dass der Eigentümer auf jeden Fall Schneefanggitter angebracht hat, so dass er seiner Verkehrssicherungspflicht nachgekommen ist.

 

Ob er in Anbetracht der Witterungsverhältnisse verpflichtet gewesen wäre, zusätzlich Warnschilder aufzustellen, hängt von den Umständen des Einzelfalles ab, Grundsätzlich ist der Halter ebenfalls verpflichtet, zu prüfen, ob Gefahren für sein Fahrzeug ausgehen und wäre verpflichtet gegebenenfalls anderweitig zu parken.

 

Ich würde Ihnen anraten, gegenüber der Versicherung so zu argumentieren, dass er aufgrund der Witterungsverhältnisse gehalten gewesen, weitere Maßnahmen einzuleiten, um Schäden zu vermeiden.

 

Falls dies nicht gelingen sollte, bliebe Ihnen noch die Inanspruchnahme Ihrer Teilkaskon für die Frontscheibe.

 

 

 

Ich hoffe ich konnte Ihnen die Rechtslage verständlich darlegen. Falls Sie Nachfragen haben, können Sie diese gern stellen.

Abschließend darf ich Sie um Akzeptanz meiner Antwort entsprechend den AGB´s des Seitenbetreibers bitten. Eine kostenlose Rechtsberatung ist in Deutschland nicht zulässig.



Mit freundlichen Grüßen