So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an raschwerin.
raschwerin
raschwerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 17048
Erfahrung:  Rechtsanwalt
27582713
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Recht & Justiz hier ein
raschwerin ist jetzt online.

Guten Morgen, in K rze folgendes Problem Ich habe meine

Kundenfrage

Guten Morgen,
in Kürze folgendes Problem:
Ich habe meine Bank verklagt auf Schadensersatz wegen falscher Anlageberatung. und dazu einen Anwalt bevollmächtigt mit meiner Interessenvertretung.
In erster Instanz habe ich vollständig Recht bekommen - 100% Rückzahlung plus Zinsen.

Die Gegenseite hat im Dezember 2009 Berufung eingelegt und Ende Februar die Begründung dem Gericht übermittelt

Ich habe diesen Schriftsätz zeitgleich mit dem Entwurf der Berufungserwiderung von meinem Anwalt - im Wesentlichen Bekräftigung der Argumentation des LG - Ende April 2010 erhalten.
Nach einiger Zeit habe ich meinen Anwalt nachgefragt, bis wann denn die Klageerwiderung bei Gericht sein müsse, da ich meinte einige Argumente meinerseits nachschieben zu wollen und Argumente der Gegenseite ohne besondere Erwiderung für mich belastend fand. Mein Anwalt sagte, der Schriftsatz sei schon längst bei Gericht. Außerdem wäre ja auch alles Entscheidende auf dem Tisch. Jetzt käme erst einmal die auf vergangenen Freitag festgelegte mündliche Verhandlung. Da müsse ich nicht teilnehmen.
Je näher der Verhandlungstag heranrückte beunruhigten mich zunehmen Zweifel, ob ich für eine Entscheidung zu meinen Gunsten nicht doch Argument nachschieben müsse. Ich habe mich dann selbst mit der Materie befaßt und kam zum Ergebnis, nach meiner Meinung entscheidungserheblich Aspekte ergänzen zu müssen. Ich habe mich mit meinem Anwalt, zugegeben kurzfristig tel. in Verbindung gesetzt und begonnen meine Überlegungen darzulegen, worin er mich stoppte mit dem Hinweis, das sei ja alles schon dargelegt. Er empfehle mir, die Schriftsätze unsererseits nochmals durch zu lesen. Ich sagte, ich werde das tun und würde, wenn erforderlich erachtet, relevante Aspekte schriftlich fassen und ihm mitteilen.

Letzteres habe ich getan und ihm am vergangenen Dienstag per FAX und E-Mail zugeleitet.
Im Verlauf des Mittwoch Nachmittag ist mir dann siedend heiß eingefallen, dass ich einen wesentlichen Aspekt im v.g. Schreiben vergessen hatte. Ich habe den versucht logisch und schlüssig darzulegen, was dann leider etwas gedauert hatte sodaß ich letztendlich den Nachtrag erst gegen 20.00 Uhr an die Kanzlei mit Dringlichkeitshinweis gefaxt und gemailt hatte,mit der Bitte, meinem Anwalt den Inhalt nach Möglichkeit noch vor dem Verhandlungstermin zukommen zu lassen.

Am Freitag habe ich beim Anwalt telefonisch nach der Verhandlung nachgefragt. Er sagte, es tue ihm leid, mir mitteilen zu müssen, dass ich damit rechnen müsse, dass das OLG die Entscheidung des LG kippen werde. Ich fragte, ob er meine Nachträge erhalten hatte, was er jbestätigte. Aber das sei ja auch schon alles vorgetragen gewesen. Er hat sich dann auf weitere Fragen und Diskussionen mit mir nicht eingelassen, hat noch erwähnt, dass wir jetzt leider nur noch Urteil abwarten können. Sobald er das habe, werde er es mir zusenden. Knappe Verabschiedung - Klick!!!

Fragen:

1. Habe ich noch irgend eine Möglichkeit, dem Gericht meine Argumente, die ich fürchte, dass sie nicht angemessen in die Verhandlung Eingang fanden (Vermutung), nach zu schieben. Ich dachte daran, am Montag Morgen direkt, meine Argumente im Zusammenhang dem Gericht selbst zu schicken und zu bitten, diese vor Entscheidung zu würdigen und zu werten.

2. Habe ich noch eine Möglichkeit ggfls. eine gerichtlich nicht zugelassene Revision doch noch zu erreichen, wenn ja wie?

3. Meine jetzige Klage ist gestützt auf mangelnde Pflichterfüllung aus dem Beratungsvertrag, der unbestritten ist.
Es besteht ja auch die Möglichkeit - so habe ich kürzlich bei Recherchen gefunden -, den Anlageberater wegen vorsätzlich sittenwidriger Anlegerschädigung zu Schadenersatz in Haft zu nehmen (Urteil BGH XI ZR 170/07 vom 19.02.2008).
Steht eine solche Klage in Konkurrenz zu meiner jetzigen Klage, sodass ich eine solche Klagemöglichkeit nach Rechtsprechung des OLG nicht mehr habe. Oder kann ich diesen Rechtsweg unabhängig vom jetzigen Rechtsstreit beschreiten? Wenn letzteres, gelten hierfür die gleichen Fristen?
Oder müßte dieser Aspekt im jetzigen Verfahren mit behandelt werden?

4. Hatte ich bei der Wahl meines Anwalts ein genauso (un)glückliches Händchen wie beim Kauf der Lehman Zertifikate?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

1. Habe ich noch irgend eine Möglichkeit, dem Gericht meine Argumente, die ich fürchte, dass sie nicht angemessen in die Verhandlung Eingang fanden (Vermutung), nach zu schieben. Ich dachte daran, am Montag Morgen direkt, meine Argumente im Zusammenhang dem Gericht selbst zu schicken und zu bitten, diese vor Entscheidung zu würdigen und zu werten.

Sie selbst können nichts nachreichen, dass muss der Anwalt machen, da hier in der Sache Anwaltszwang besteht.


2. Habe ich noch eine Möglichkeit ggfls. eine gerichtlich nicht zugelassene Revision doch noch zu erreichen, wenn ja wie?

Auch hier kann dies nur der Anwalt erwirken. Möglich ist das noch. Wenn Sie mit Ihrem aktuellen Anwalt unzufrieden sind, sollten Sie einen Wechsel erwägen.


3. Meine jetzige Klage ist gestützt auf mangelnde Pflichterfüllung aus dem Beratungsvertrag, der unbestritten ist. Es besteht ja auch die Möglichkeit - so habe ich kürzlich bei Recherchen gefunden -, den Anlageberater wegen vorsätzlich sittenwidriger Anlegerschädigung zu Schadenersatz in Haft zu nehmen (Urteil BGH XI ZR 170/07 vom 19.02.2008). Steht eine solche Klage in Konkurrenz zu meiner jetzigen Klage, sodass ich eine solche Klagemöglichkeit nach Rechtsprechung des OLG nicht mehr habe. Oder kann ich diesen Rechtsweg unabhängig vom jetzigen Rechtsstreit beschreiten? Wenn letzteres, gelten hierfür die gleichen Fristen? Oder müßte dieser Aspekt im jetzigen Verfahren mit behandelt werden?

Man kann die Argumentation noch in diese Richtung leiten und auf diesen Anspruch erweitern.


4. Hatte ich bei der Wahl meines Anwalts ein genauso (un)glückliches Händchen wie beim Kauf der Lehman Zertifikate?

Das kann ich nicht abschließend beurteilen, würde aber fast sagen ja.