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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  seit 1995 als selbständiger Rechsanwalt tätig.
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Ich habe zusammen mit meinem Bruder noch einen Vater von 90

Kundenfrage

Ich habe zusammen mit meinem Bruder noch einen Vater von 90 Jahren, dem es aber nicht mehr so gut geht. Mein Bruder kuemmert sich um unseren Vater, da ich seit 1969 - mit einer Unterbrechung - im Ausland lebe. Habe wöchentlichen Telefonkontakt und besuche ihn ca. alle 2 Monate. Mein Vater lebt in einem eigenen Haus und nun teilt mein Bruder mir mit, dass ich nach seinem Fortgang nichts zu erwarten habe. Meines Wissens existiert kein Testament. Wie steht es mit dem Pflichtteil und wie geht man hier vor? Vielen Dank XXXXX XXXXX Antwort.
HeWe
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

der Beantwortung Ihrer Frage stelle ich folgendes voran:

Aufgrund berufsrechtlicher Regelungen in Deutschland bin ich gehalten, darauf hinzuweisen, dass eine kostenlose Rechtsberatung nicht erlaubt ist. Sie haben die AGB des Portalbetreibers zur Kenntnis genommen, so dass ich davon ausgehe, dass Sie bereit sind, eine angemessene Vergütung für die untenstehende Beantwortung durch Akzeptieren zu bezahlen. Das vorangestellt möchte ich im weiteren darauf hinweisen, dass es im Rahmen dieses Mediums nur möglich ist, eine mehr oder weniger allgemeingehalte Antwort zu geben, da ich weder Einblick in Unterlagen, noch ein eingehendes Gespräch zur Sachverhaltsaufklärung führen kann. Die untenstehende Antwort dient daher der ersten rechtlichen Orientierung bzw. der Verschaffung eines angemessenen Überblicks über die rechtliche Situation und kann und soll keinesfalls die Einholung rechtlichen Rates vor Ort ersetzen.

Ihre Frage beantworte ich wie folgt:

Wenn Ihr Vater kein Testament hinterlässt, dann werden Sie automatisch gesetzlicher Erbe zu 50 %. Sollte Ihr Vater ein Testament hinterlassen, indem Ihr Bruder zum Alleinerben erklärt wird, beträgt Ihr gesetzlicher Pflichtteilsanspruch dann 25 %. Zu beachten ist, dass die Geltendmachung des Pflichtteils, sollten Sie also per Testament enterbt werden, innerhalb von 3 Jahren erfolgen muss, da er ansonsten verjährt.

Aufgrund der Angaben Ihres Bruders liegt allerdings die Vermutung nahe, dass der Vater unter Umständen bereits sein Haus an Ihren Bruder überschrieben hat. Befragen Sie hierzu Ihren Vater einfach einmal bei einem der nächsten Telefonate. Sollte dem so sein, hätten Sie aber auch Pflichtteilsergänzungsansprüche.

Sobald also Ihr Vater versterben sollte, beantragen Sie beim örtlichen Nachlassgericht am Wohnsitz Ihres Vaters, das Nachlassgericht ist beim Amtsgericht angesiedelt, die Erteilung eines Erbscheins. Sollte ein Testament vorhanden sein, müsste dieses dann von Ihrem Bruder vorgelegt werden. Das Gericht wird dann einen Erbschein erteilen. Sie können dann Ihren Bruder als Erbschaftsbesitzer auffordern, ein Nachlassverzeichnis über das Vermögen abzüglich der Nachlassverbindlichkeiten, wie z.B. die Beerdigung zu fertigen. Sie können dann ganz einfach Ihren Erbteil anhand der oben beschriebenen Quote berechnen und von Ihrem Bruder fordern. Wenn Sie beide nach der gesetzlichen Erbfolge erben, werden Sie dann Erbengemeinschaft in die Immobilie und müssen sich über die weitere Verwertung verständigen.
Sollte es zu Streitigkeiten bei der Auseinandersetzung des Nachlasses kommen, können Sie auch ein Schlichtungsverfahren beim Nachlassgericht führen.

Ich hoffe, Ihnen im Rahmen dieses Mediums einen angemessenen Überblick über die rechtliche Situation verschafft zu haben.

Bitte vergessen Sie nicht meine Antwort zu akzeptieren und zu bewerten. Falls Sie eine Nachfrage haben stehe ich sodann gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Tobias Rösemeier und 3 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Was kann passieren, wenn mein Vater die Immobilie an meinen Bruder ueberschrieben hat?
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

dann wäre zu prüfen, wann und unter welchen Bedingungen die Übertragung der Immobilie erfolgt ist.
Davon ist dann abhängig, ob Pflichtteils-/Erbergänzungsansprüche oder Ausgleichsansprüche insbesondere nach § 2050 BGB geltend gemacht werden können.

Abkömmlinge, die als gesetzliche Erben zur Erbfolge gelangen, sind demgemäß verpflichtet, dasjenige, was sie von dem Erblasser bei dessen Lebzeiten als Ausstattung erhalten haben, bei der Auseinandersetzung untereinander zur Ausgleichung zu bringen, soweit nicht der Erblasser bei der Zuwendung ein anderes angeordnet hat.

Mit freundlichen Grüßen

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