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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 22885
Erfahrung:  Staatsexamen Zulassung als Rechtsanwalt
42903605
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ra-huettemann ist jetzt online.

Meine Mutter hat Ihr Haus( und Grundst xck) , gesch tzter Wert

Kundenfrage

Meine Mutter hat Ihr Haus( und Grundstüxck) , geschätzter Wert laut Sachverständigen170T€, meiner Schwester geschenkt( notariell begaubigt).
Da meine Mutter noch Wohnrecht erhalten hat, werden noch 80T€ abgezogen.
Ich wurde nicht berücksichtig. Steht mir nach Ableben meiner Mutter ein Pflichtteil zu und in welcher Größenodnung bzw. %.
Kann ich die Schenkung anfechten( es liegt bis dato kein Familenstreit vor)
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrte(r( Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme.

Als weiteres Kind Ihrer Mutter würde Ihnen im Fall von deren Ableben ein Pflichtteil zustehen (§ 2303 Absazu 1 BGB).

Der Pflichtteil würde für Sie in der Hälte des Wertes des gesetzlichen Erbrechts bestehen.

Das bedeutet Folgendes: Ist - wovon ich nach Ihrer Schilderung - asugehe Ihr Vater bereits vorverstorben, so würde Ihre Mutter bei gesetzlicher Erbfolge von deren Kindern zu gleichen Teilen beerbt werden - also von Ihnen und Ihrer Schwester. Bei gesetzlicher Erbfolge betrüge Ihr Erbrecht folglich 50%. Die Hälfte hiervon steht Ihnen als Pflichtteil zu, also 1/4 der Erbschaft.

Gibt es noch weitere Geschwister, verteilt sich die Erbschaft entsprechend der Anzahl der Geschwister, also etwa bei drei Geschwistern läge die gesetzliche Erbquote bei 1/3 mit der Folge, dass Ihr Pflichtteil alsdann mit 1/6 anzusetzen wäre.

Die Schenkung an Ihre Schwester können Sie grundsätzlich nicht anfechten, weil Ihre Mutter frei darin ist, über ihre Vermögenswerte Verfügungen zu treffen.

Allerdings haben Sie bei Einritt des Erbfalls einen so genannten Pflichtteilergänzungsanspruch gemäß § 2325 BGB. Aufgrund der erfolgten Schenkung zu Lebzeiten werden Sie als Pflichtteilsberechtigter nach dem Ableben Ihrer Mutter so gestellt, als wäre diese Schenkung nicht vorgenommen worden.

Aus diesem Grunde wird der Wert der Schenkung dem Nachlass wieder hinzuaddiert, und auf dieser Grundlage wird Ihr dann Ihr Pflichtteil bestimmt. Diese Regelung dient dazu, sicherzustellen, dass das Pflichtteilsrecht nicht durch lebzeitige Schenkungen ausgehöhlt wird.

Zu beachten ist in diesem Zusammenhang aber unbedingt die zeitliche Grenze, die § 2325 Absatz 3 BGB anordnet. Nach dieser Vorschrfit wird der Wert der Schenkung bis zum Ablauf von 10 Jahren mit jedem Jahr anteilig weniger berücksichtigt. Sind 10 Jahre vergangen, wird die Schenkung im Rahmen des Pflichtteilergänzungsanspruchs gar nicht mehr berücksichtigt.

Ich hoffe, Ihnen behilflich gewesen zu sein. Machen Sie bei Unklarheiten oder Zweifeln gerne von Ihrem Nachfragerecht Gebrauch. Haben Sie dagegen keine Nachfrage, darf ich höflichst um Akzeptierung bitten.

Beachten Sie bitte darüber hinaus, dass die rechtliche Beurteilung des jeweiligen Sachverhalts im Rahmen der Beratung auf dieser Plattform lediglich eine erste Orientierung liefern kann. Eine auf dieser Basis erfolgende Ersteinschätzung kann weder abschließend sein noch Anspruch auf Vollständigkeit erheben, denn das Hinzufügen oder Weglassen bestimmter Angaben kann eine gänzlich abweichende Bewertung der Rechtslage rechtfertigen.

Beste Grüße
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
(postulationsfähig bei sämtlichen Amts-, Land- und Oberlandesgerichten)

ra-huettemann und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

Die Schenkung entspricht genau der Erbschaft( 170T€).

 

Nach Ihre Antwort würde ich dann nur den Pflichteil( 25 %) erhalten.

 

Aus welcher Summe setzt sich dann der Pflichtteilergänzungssatz zusammen ?

Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 7 Jahren.
Vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Besteht das Vermögen Ihrer Mutter im Wesentlichen in der Immobilie, so würde deren Wert als Nachlasswert der späteren Ermittlung Ihres Pflichtteilanspruchs zugrunde gelegt werden (Pflichtteilergänzungsanspruch).

Bei einem Nachlasswert von 170.000 Euro läge Ihr Pflichtteil(ergänzungsanspruch) folglich bei 42.500 Euro.

Der Wert dieses Anspruchs verringert sich in Anwendung der bereits erwähnten Regelung in § 2325 Absatz 3 BGB jährlich. Danach gilt, dass die Schenkung an Ihre Schwester im ersten Jahr vor dem Erbfall zu 100% Berücksichtigung fände, im zweiten Jahr zu 90%, im dritten Jahr zu 80% etc.

Dementsprechend verringert sich mit der Zeit der Wert Ihres Pflichteils (Pflichtteilergänzungsanspruchs) anteilig. Würde er im ersten Jahr noch bei 42.500 Euro liegen, betrüge er im zweiten Jahr 38.250 Euro, im dritten Jahr 34.000 Euro.

Im Übrigen ist bei der Frist des § 2325 Absatz 3 BGB zu beachten, dass sie im Falle der schenkweisen Übertragung einer Immobilie - wie in Ihrem Fall - erst zu laufen beginnt, wenn der Beschenkte (also Ihre Schwester) als neue Eigentümerin in das Grundbuch eingetragen wird.


Beste Grüße
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt