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S. Grass
S. Grass, Rechtsanwältin
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 5109
Erfahrung:  Mehrjährige Berufserfahrung
52374836
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S. Grass ist jetzt online.

Hallo, es geht um das Thema Kinderpflege. Ich habe zurzeit

Kundenfrage

Hallo, es geht um das Thema Kinderpflege.
Ich habe zurzeit seit 8 Monaten ein 10-monatiges Kind von der Mutter in Pflege und habe einen Pflegeantrag an das Jugendamt gestellt. Man teilte mir kürzlich mit, dass ich mit 47 Jahren (mein Partner ist 61 Jahre) zu alt für eine Vollpflegestelle wäre!
Gibt es so eine Altersbegrenzung tatsächlich per Gesetz und wird das europaweit ähnlich gehandhabt?
Das Jugendamt möchte das Kind in eine "anerkannte" Pflegestelle vermitteln, nachdem zuvor festgestellt wurde, dass das Kind gut versorgt, behandelt und behütet ist. Das Jugendamt drängt nun und innerhalb von 3 Tagen (es kennt die Familie erst seit 2 Tagen) soll das Kind "umziehen"?
Ich halte das für zu schnell und es gibt kaum eine Eingewöhnung. Hier wird das Kind "zwangsweise entwöhnt". Was wäre denn eine akzeptable Zeit zur Eingewöhnung an die neue Familie, und zwar unter Berücksichtigung des Kindeswohl?
Ich wohne in 82319 Starnberg und würde gerne gemeinsam mit einem Fachmann mit dem Jugendamt ein entscheidendes Gespräch führen. Können Sie mir aus der Region einen solchen benennen? -
Für eine rasche Antwort wäre ich Ihnen dankbar, denn das Jugendamt möchte "Tatsachen" setzen.
Vielen Dank,XXXXX
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

nach dem Gesetz gibt es keine Altersbegrenzung für Pflegeeltern. Die Jugendämter sind jedoch gehalten, zwischen dem Kind und den Pflegeeltern eine Eltern-Kind-Beziehung anzustreben und kein Großeltern-Kind-Verhältnis.

Ob die Herauslösung aus dem bisherigen Pflegeumfeld zu schnell ist, muss man abhängig davon beurteilen, wie lange das Kind bereits bei Ihnen ist und wie stark sich bereits zwischen Ihnen als Pflegeeltern und dem Kind eine Beziehung aufgebaut hat. Tatsache ist, dass enge Bindungen in dem Alter des Kindes noch nicht entstehen. Zwar wird eine Bindung an die Bezugsperson bereits im frühkindlichen Alter aufgebaut, wobei starke Bindungen meist erst in dem Alter gebildet werden, in dem Kinder ihre Umwelt bewusst wahrnehmen. Es ist somit davon auszugehen, dass es dem Kindeswohl in dem Alter des Kindes nicht schadet, wenn sofort eine Umgewöhnung durch Herauslösung aus der bisherigen Umgebung erfolgt. Aber dies ist maßgeblich davon abhängig, wie lange sich das Kind bereits in der jetztigen Familie aufhielt.

Um einen geeigneten Fachmann zu finden gibt es verschiedene Möglichkeiten. Auf www.anwaltssuche.de oder www.e-fachanwalt.de finden Sie spezialisierte Fachanwälte. Auch eine Nachfrage bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer oder Anwaltsverein kann hilfreich sein.

Ich hoffe, Ihnen mit den Angaben behilflich zu sein und bitte Sie gemäß den Nutzungsbedingungen die Antwort zu akzeptieren. Bei Unklarheiten kontaktieren Sie uns bitte.

Mit freundlichen Grüßen

RA Grass
[email protected]

Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Frau Grass,
vielen Dank für Ihre Antwort. Leider kam diese etwas zu spät, da ich bereits zum Arbeitsbeginn am Montag beim Jugendamt "auf der Matte" stand.

Das Kind (geb. am 21. Nov. 2009) war seit April 2010 durchgehend (100% bzw. 24 Std./Tag) bei uns und zuvor, sozusagen zur Eingewöhnung - "tageweise". Wenn man alle Tage zusammenzählt komme ich, wie eben in meiner Frage angegeben, auf eine Zeitdauer von fast 8 Monate (ca. 220 Tage), die das Kind bei mir lebte.

Die Dame des Jugendamtes hat innerhalb eines 2-stündigen Gesprächs mit uns und den Soll-Pflegeeltern entschieden (angeblich dabei durch Beobachtung des Kindes), dass das Kind mit einem Lebensalter von 10,5 Monaten zur sofortigen Übergabe "stark genug sei", dies seelisch und körperlich zu verkraften.
Einen Einspruch durch mich und meinem Mann und der Hinweis auf einen "gleitenden Übergang von etwa 2-4 Wochen", wurde ignoriert.

Hier stehen also eine elternähnliche Beziehung von ca. 220 Tagen bei einem Kind, welches bereits mit ca. 7 Monaten mit dem Grabbeln anfing und mit 9 Monaten anfängt zu Laufen (seit ca. 3 Wochen allein läuft) und somit seine Umwelt sicherlich intensiv wahrnimmt, im Verhältnis zur Kennenlernphase von den neuen Pflegeeltern in der zeitlichen Größenordnung von insges. 15 Stunden bei der Frau und ca. 4 Stunden beim Mann.

Die Dame vom Jugendamt ließ sich in dem Gespräch am Montag (gestern) nicht davon überzeugen, dass diese Eile in der Übergabe für uns unverständlich schnell und möglicherweise zum Schaden des Kindes erfolgte, vielmehr mußten wir erfahren, dass diese Vorgehensweise von der vorgesetzten Stelle auch noch gedeckt wird.

Ferner ist es schon eigenartig, dass in Starnberg mehrere Jugendpsychiater keine gutachterliche Stellungnahme zu dem Fall abgeben wollen, nachdem vernommen wurde, dass da das Jugendamt das auslösende Element war. Solange ich die Vorgehensweise "neutral" geschilder habe, war die Empörung über die Entscheidung deutlich zu hören und der Rat, die Staatsanwaltschaft einzuschalten mehrfach gegeben.

Ich verstehe daher auch die ärztliche Haltung nicht. Entweder gibt es die Erkenntnis, dass seelische Schäden entstehen können, und dann kann man sie nennen, oder es gibt den Grundsatz: keine Ahnung.

Keine Anwaltssuchmaschine oder Arztsuchmaschine gibt Auskunft darüber, ob die gefundene Person auch von dem notwendigen Wissen für den Fall von sich hinreichend überzeugt ist und eben ggf. sich auch mit dem Jugendamt auseinandersetzen kann und will.

Vielleicht können Sie damit verstehen, wenn ich mit Ihrer eher allgemein gehaltenen Antwort nicht so richtig zufrieden sein kann? Ich bräuchte tatsächlich eine namentliche Empfehlung, wer sich auf soetwas einlassen würde, genauso wie eine Aussage, "unter der geschilderten Voraussetzung wird bei einem Kind voraussichtlich dies oder jenes passieren".

Es wäre daher hilfreich für mich, wenn Sie Ihre Antwort etwas präzisieren könnten, - danke.

Mit freundlichen Grüssen, Georg R.
Experte:  S. Grass hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

ich kann verstehen und nachvollziehen, dass man über die angegebenen Suchmaschinen sich keinen Überblick über die Qualifikation einer Person verschaffen kann.

In diesem Forum sollen Ihnen rechtliche Überblicke über ein mögliches Verhalten oder Reagieren gegeben werden. Da die Experten aus den unterschiedlichsten Bundesländern kommen, ist es meist nicht möglich, einen fachlich kompetenten Kollegen am Wohnort des Fragestellers zu empfehlen. Insoweit kann nur ein Verweis auf die allgemein zugänglichen Suchmaschinen bzw. Institutionen erfolgen.

Auf Ihr Verständnis hoffend verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Ra Grass
[email protected]

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