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K. Severin
K. Severin, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 887
Erfahrung:  Steuerrecht, Zivilrecht
25551084
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K. Severin ist jetzt online.

ein Freund hat einen Kredit bei einer Kreditkartenfirma aufgenommen,

Kundenfrage

ein Freund hat einen Kredit bei einer Kreditkartenfirma aufgenommen, einmal für 3.000,- Euro, einmal für 1.000,- Euro. Für ersteren muss er 960,- Euro p.a. sog. Mindestgebühr zahlen, für letzteren 360,- p.a. Das entspricht einem jährlichen Zinssatz von 32 bzw. 36 %. Ist das rechtens? Mir erscheint das wie ein ausgesprochener Wucherzins.
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  K. Severin hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

der Beantwortung Ihrer Frage stelle ich folgendes voran:

Aufgrund berufsrechtlicher Regelungen in Deutschland bin ich gehalten, darauf hinzuweisen, dass eine kostenlose Rechtsberatung nicht erlaubt ist. Sie haben die AGB des Portalbetreibers zur Kenntnis genommen, so dass ich davon ausgehe, dass Sie bereit sind, eine angemessene Vergütung für die untenstehende Beantwortung durch Akzeptieren zu bezahlen. Das vorangestellt möchte ich im weiteren darauf hinweisen, dass es im Rahmen dieses Mediums nur möglich ist, eine mehr oder weniger allgemeingehalte Antwort zu geben, da ich weder Einblick in Unterlagen, noch ein eingehendes Gespräch zur Sachverhaltsaufklärung führen kann. Die untenstehende Antwort dient daher der ersten rechtlichen Orientierung bzw. der Verschaffung eines angemessenen Überblicks über die rechtliche Situation und kann und soll keinesfalls die Einholung rechtlichen Rates vor Ort ersetzen.

Ihre Frage beantworte ich wie folgt:

 

Sie haben vollkommen Recht. Durch die vereinbarten Zinssätze liegt Wucher gemäß § 138 Abs.2 BGB im Rahmen beider Darlehnsverträge vor. Die Verträge sind daher nichtig. Ihr Freund muss deshalb nur die ausgezahlten Kreditsummen aus den nichtigen Darlehensverträgen an das Kreditinstitut zurückzahlen, sofern er diese nicht bereits verbraucht hat. Dies ergibt sich aus den §§ 812. Abs.1 S.1 1 Alt., 818 Abs.3 BGB.

 

Ich hoffe damit ihre Frage beantwortet zu haben und stehe Ihnen für eine Rückfrage gegebenenfalls gern zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

KSRecht

Rechtsanwalt



Verändert von KSRecht am 15.10.2010 um 22:36 Uhr EST
K. Severin und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  K. Severin hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

 

ich muss mich in einem Punkt verbessern: Sie müssen die Darlehensvaluta aus den Darlehnsverträgen entgegen der Votschrift des § 818 Abs.3 BGB nach höchstrichterlicher Rechtsprechung des BGH auch dann an das Kreditinsitut zurückzahlen, wenn Sie über die Valuta bereits verfügt haben. Maßgeblich für die Fälligkeit der Rückzahlung der Darlehenvaluta sind hier die nichtigen Darlegensverträge, d.h. der Rückzahlungszeitpunkt richtet sich nach dem in den nichtigen Darlehensverträgen bestimmten Fälligkeitszeitpunkt. Bei einer Rückzahlung in Raten dementsprechend nach den vereinbarten Fälligkeitzeitpunkten. Ein Zinsanspruch besteht nach der Rechtsprechung des BGH infolge Nichtigkeit der Darlehensverträge nicht. Sollten Sie deshalb bereits Wucherzinsen geleistet haben, können Sie diese aufgrund § 818 Abs.1 1 Fall BGB von dem Kreditinsitut zurückfordern.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

KSRecht

Rechtsanwalt



Verändert von KSRecht am 16.10.2010 um 09:34 Uhr EST

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