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Mustermann
Mustermann, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 264
Erfahrung:  1. und 2. juristisches Staatsexamen
50154571
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Mustermann ist jetzt online.

Erbrecht Sehr geehrte Damen und Herren, im Zusammenhang

Kundenfrage

Erbrecht:

Sehr geehrte Damen und Herren, im Zusammenhang mit der Nachlassabwicklung meiner verstorbenen Oma (verst. 01/10) erhielt mein Vater von mir eine Generalvollmacht, um Barvermoegen und Wohnungsverkauf abzuwickeln. Meine Oma hatte in einem notariell beglaubigten Testament eine Eigentumswohnung - Wert 100.000 € - und Barvermoegen rund 140.000 € meinem Vater zu 50%, meiner Tochter und mir zu je 25% vererbt. Da ich mit meiner Tochter seit 2007 in Norwegen wohnhaft bin, schien dies der einfachste Weg zu sein. Mein gesundheitlich angeschlagener Vater liess meine Mutter alle Rechtsgeschaefte abwickeln, mit dem Ergebnis, dass mittlerweile saemtliches Barvermoegen mittlerweile auf einem Konto deponiert ist, das auf meinen Vater lautet, die Bank ist mir gegenueber nicht mehr auskunftsberechtigt, ebenso hat meine Mutter ohne mich zu informieren Wertpapieranlagen bis ins Jahr 2011 und 2013 verlaengert, und weigert sich nun, mir Kontoauszuege zukommen zu lassen, geschweige denn etwas auszuzahlen. Fuer die Eigentumswohnung wurde ein Gutachten erstellt, das sie mir nicht zukommen lassen will, ebensowenig will sie mir mitteilen, wer der Gutachter und der Kaufinteressent sind. Meine Mutter weigert sich, die Wertpapieranlagen vorfristig zu kuendigen, eine Kontaktaufnahme mit meinem Vater ist nicht moeglich, da sie ihn telefonisch komplett abschirmt, auf direkt an meinen Vater gerichtete Post habe ich nie Antwort erhalten. Meine Mutter verweist staendig auf anfallende Kosten, aufgrund dessen sie auch keine Teilbetraege auszahlen koennte, in Norwegen sitzt mir nun als Vormund fuer meine Tochter zusaetzlich der Staat im Nacken, der den Erbteil meiner Tochter bis zum 18. Lebensjahr verwalten wird und staendig nach dem Stand der Dinge fragt. Kann ich meine Baransprueche mit einer einstweiligen Verfuegung durchsetzen, habe auch Bedenken, dass angeblich staendig entstehende Kosten von der Erbmasse nichts mehr uebrig bleiben lassen. Vielen Dank XXXXX XXXXX Hilfe. Aufgrund der Entfernung kann ich eben auch nicht mal schnell hinfahren. Von Bekannten wurde mir zugetragen, dass meine Mutter vorhaette, meinen Vater nach Abschluss des Wohnungsverkaufes zu entmuendigen und sich des Erbteils zu bemaechtigen. Mir selbst hat sie bei Testamentseroeffnung gesagt: Eigentlich ist das nicht richtig, dass Du und Dein Kind erben, kannst froh sein, dass Papa nicht anfechtet - gab keinen Grund dafuer, Testament notariell beglaubigt. Wie kommen meine Tochter und ich schnellstmoeglich zu unserem Geld.
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Mustermann hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

In Ihrem Fall sollten Sie sofort verschiedene Maßnahmen ergreifen, um eine Verminderung des Erbes zu verhindern.

Grundsätzlich sind Sie, Ihre Tochter und Ihr Vater ein Erbengemeinschaft. Diese Erbengemeinschaft ist gemeinsam an dem vollständigen Erbe berechtigt. Soweit dies erforderlich war, wurde der Erbengemeinschaft ein Ebrschein erteilt.

Um weiteres eigenmächtiges Handel Ihres Vaters, bzw. dahinterstehend Ihrer Mutter, zu verhindern, sollten Sie die Vollmacht widerrufen, die erteilte Vollmacht herausverlangen und alle Institutionen, die mit der Erbengemeinschaft in Kontakt stehen könnten, hierüber in Kenntnis zu setzen.

Als Erben können Sie und Ihre Tochter verlangen, dass das Erbe, nunmehr allein im Besitz Ihres Vaters, an die Erbengemeinschaft herausgegeben wird. Entsprechend müssten Geld und Wertpapiere auf/in ein Konto/Depot der Erbengemeinschaft transferiert werden.

Letztlich käme auch eine Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft in Betracht, § 2042. Dann müsste der Nachlass geteilt werden. Geld und Wertpapiere könnten durch entsprechende Buchungen geteilt werden, die Immobilie würde im Zweifelsfall versteigert, was mit einem niedrigeren Erlös einhergehen würde als beim "normalen" Verkauf.

Wenn "veruntreuende" Maßnahmen ernsthaft zu befürchten sind, wäre einstweiliger Rechtschutz zur Sicherung des jetzigen Zustands in Betracht zu ziehen.

Wegen der komplexen Sach- und Rechtslage empfehle ich Ihnen dringend, einen Rechtsanwalt vor Ort mit der Wahrung Ihrer Interesses zu beauftragen. Aus der Ferne bekommen Sie leider nicht viel mit, sind ausgebremst durch längere Postlaufzeiten etc.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen Überblick über die Rechtslage verschaffen.

Sollten Sie ein Nachfrage zu meiner Antwort haben, stellen Sie diese bitte. Anderenfalls akzeptieren Sie bitte meine Antwort, indem Sie den grünen "Knopf" anklicken und geben bitte ein Bewertung ab.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei meinen Ausführungen um eine erste Einschätzung aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhalts handelt, die eine persönliche Beratung durch einen Rechtsanwalt nach umfassender Aufklärung des Sachverhalts nicht ersetzen kann oder soll. Durch Auslassen oder Hinzufügen von Tatsachen kann sich die rechtliche Bewertung ändern.

Mit freundlichen Grüßen
Chris Koppenhöfer
(Rechtsanwalt)
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Hallo, Herr Koppenhoefer, wenn man nun die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft in Erwaegung zoege, beantrage ich dies beim Nachlassgericht?

 

Ist mein Vater bzw. Akteur meine Mutter berechtigt, dieser Aufteilung der Barsummen zu widersprechen unter Hinweis auf angebliche Kosten, die noch anfallen wuerden.

 

Brauche ich bei einer Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft fuer das Barvermoegens ebenfalls einen gerichtlichen Ergaenzungspfleger fuer meine Tochter, wie das beim Wohnungsverkauf verlangt wurde?

 

Bei der Wohnung gottseidank so schlau, von vornherein eine Auseinandersetzung des Verkaufserloeses zu beantragen, deshalb wurde fuer meine Tochter im Bezug auf die Wohnung ein Ergaenzungspfleger eingesetzt.

 

Vielen Dank XXXXX XXXXX Muehe. Herzl. Gruesse aus Norwegen Christine Schauer

Experte:  Mustermann hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

wenn die Erbengemeinschaft auseinandergesetzt werden soll, sollte dies, schon aus Kostengründen, einvernehmlich geschehen.

Gelingt dies nicht, kann das Nachlassgericht als "Schlichter" angerufen werden. Hierbei nimmt das Gericht eine vermittelnde Rolle ein, kann jedoch keinen Zwang ausüben.

Letzter Weg - wenn alle Verhandlungen scheitern - wäre die sog. Auseinandersetzungsklage. Dies läuft darauf hinaus, dass in einem Urteil die Zustimmung der anderen Erben "erteilt" wird. Dann kann die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft durch Versteigerung des beweglichen und unbeweglichen Vermögens erfolgen. Aus dem Erlös werden zunächst die Kosten und Nachlassverbindlichkeit getilgt, der verbleibende Rest wird entsprechend den Erbquoten ausgekehrt. Diesen Ausführungen können Sie im Umkehrschluss entnehmen, dass ein Erbe sich der Auseinandersetzung widersetzen kann. Dann bleibt in letzter Konsequenz nur die Klage als Ausweg.

Auf Anhieb kann ich anhand Ihrer Schilderungen nicht nachvollziehen, warum hinsichtlich der Wohnung ein Ergänzungspfleger bestellt wurde. Gemäß §§ 1638 Abs. 1, 1909 BGB sind die Eltern von der Verwaltung ererbten Vermögens ausgeschlossen und ein Pfleger zu bestellen, wenn der Erblasser dies bestellt hat. Wenn Ihre Großmutter soetwas bestimmt hat in dem Testament, würde sich dies wahrscheinlich auf das gesamte von Ihrer Tochter geerbte Vermögen erstrecken.

Sollte eine solche Bestimmung im Testament nicht vorgelegen haben, sind Sie und Ihre Tochter auf mitwirkung des Familiengerichts nur angewiesen bei Verfügung über eine Immobilie, § 1821 BGB. Eine solche wäre zur Erfüllung des Vertrags mit dem Käufer der Wohnung nötig. Aber im Übrigen dürfte einer Verwaltung des Erbes Ihrer Tochter nichts entgegenstehen.

Aber agesichts der komplexen Situation, in der Sie sich befinden: Wenden Sie sich an eine auf das Erbrecht spezialisierten Anwalt vor Ort (der Erbschaft). Nur so können Sie sicher sein, dass Ihre Interessen angemessen durchgesetzt werden.

Mit freundlichen Grüßen
Chris Koppenhöfer
(Rechtsanwalt)