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Stellen Sie Ihre Frage an Tobias Rösemeier.
Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  seit 1995 als selbständiger Rechsanwalt tätig.
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

mein freund sitzt in knast und m chte das ehr auf bewehrung

Kundenfrage

mein freund sitzt in knast und möchte das ehr auf bewehrung drausen ist die 6 monate könnt ihr mir helfen
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

der Beantwortung Ihrer Frage stelle ich folgendes voran:

Aufgrund berufsrechtlicher Regelungen in Deutschland bin ich gehalten, darauf hinzuweisen, dass eine kostenlose Rechtsberatung nicht erlaubt ist. Sie haben die AGB des Portalbetreibers zur Kenntnis genommen, so dass ich davon ausgehe, dass Sie bereit sind, eine angemesse Vergütung für die untenstehende Beantwortung durch Akzeptieren zu bezahlen. Das vorangestellt möchte ich im weiteren darauf hinweisen, dass es im Rahmen dieses Mediums nur möglich ist, eine mehr oder weniger allgemeingehalte Antwort zu geben, da ich weder Einblick in Unterlagen, noch ein eingehendes Gespräch zur Sachverhaltsaufklärung führen kann. Die untenstehende Antwort dient daher der ersten rechtlichen Orientierung bzw. der Verschaffung eines angemessenen Überblick über die rechtliche Situation und kann und soll keinesfalls die Einholung rechtlichen Rates vor Ort ersetzen.


Ihre Frage beantworte ich wie folgt:

Im vorliegenden Fall wäre zu prüfen, ob eine vorzeitige Haftentlassung, bei welcher die Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt wird, infrage kommt, nach den §§ 57, 57a StGB von der Strafvollstreckungskammer beim Landgericht entschieden.


Die häufigste Art der vorzeitigen Haftentlassung ist die Zweitdrittel-Entlassung. Für diese ist es erforderlich, dass bereits zwei Drittel der verhängten Strafe, mindestens jedoch zwei Monate verbüßt sind. Von dem Täter darf kein Sicherheitsrisiko für die Allgemeinheit ausgehen und die verurteilte Personen muss einwilligen. Weiterhin muss das Gericht davon überzeugt sein, dass der Betroffene nicht wieder straffällig wird.


Das Verfahren wird von Amts wegen eingeleitet und beginnt damit, dass der Gruppenleiter den Inhaftierten um dessen Zustimmung zur vorzeitigen Entlassung bittet, da der Gefangene ohne diese nicht entlassen werden darf. Der Gefangene unterschreibt eine entsprechende Erklärung.


Zuvor sollte der Gruppenleiter eine Stellungnahme zum Verhalten des Strafgefangenen während der Gefangenschaft erstellt haben. Der Gefangene wird dann zur Frage der Haftentlassung angehört. Weiterhin wird die Staatsanwaltschaft zur möglichen vorzeitigen Haftentlassung angehört.


Das Gericht prüft bei der so genannten günstigen Legalprognose, ob davon ausgegangen werden kann, dass der Betroffene in Zukunft nicht wieder straffällig wird.


Das Verhalten im Strafvollzug sollte beanstandungsfrei sein. Dabei ist die Stellungnahme der Justizvollzugsanstalt ausgesprochen wichtig. Der Gefangene sollte sich daher von Anfang an darüber im Klaren sein, dass er für die Inanspruchnahme der Zweidrittel-Regelung wesentlich auf das Wohlwollen des jeweiligen Gruppenleiters angewiesen ist. Bei Erstverbüßern kürzerer Haftstrafen reicht dies oft bereits. Bei Wiederholungstätern sollten jedoch noch weitere Voraussetzungen erfüllt werden.


Der Gefangene sollte Reue zeigen und sich mit den Ursachen seiner Tat auseinandersetzen. Das bedeutet gerade bei Rückfalltätern, dass sie sich aktiv mit Ihrem Problem beschäftigen und dies auch aktenkundig machen. Spielte bei Straftaten z.B. Alkohol eine Rolle, sollte zum Zweidritteltermin ein Nachweis über eine erfolgreich abgeschlossene Therapie vorliegen. Bei Wiederholungstätern genügt es nicht, wenn die Therapie bereits angefangen hat, aber noch nicht beendet wurde. Es wird erwartet, dass der Gefangene seinen Gruppenleiter nach der Einlieferung auf passende Hilfsangebote anspricht und "dran bleibt", wenn es nicht sofort Therapieplätze o.ä. gibt. Welches Hilfsangebot im einzelnen Fall passt, sollte mit dem Gruppenleiter besprochen werden.


Weiterhin ist wichtig, dass der Gefangene in geordnete soziale Netze zurückkehrt. Das bedeutet dass es von Vorteil ist, wenn er Arbeit, Wohnung und Lebenspartner hat.

Lehnt die Strafvollstreckungskammer des Landgerichts die vorzeitige Haftentlassung ab, kann der Betroffene gegen diese Entscheidung innerhalb einer Woche sofortige Beschwerde einlegen, über die vom OLG entschieden wird.







Ich hoffe, Ihnen im Rahmen dieses Mediums einen angemessenen Überblick über die rechtliche Situation verschafft zu haben.

Bitte vergessen Sie nicht meine Antwort zu akzeptieren und zu bewerten. Falls Sie eine Nachfrage haben stehe ich sodann gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Tobias Rösemeier und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
ja mache ich
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 6 Jahren.
ok.

Viel Glück

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