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Simone Günther
Simone Günther, Rechtsanwältin
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 248
Erfahrung:  Staatsexamen, Zulassung als Rechtsanwältin
35251517
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Recht & Justiz hier ein
Simone Günther ist jetzt online.

Ich habe einen kleinen Nebenerwerbsbetrieb als EDV-Berater

Kundenfrage

Ich habe einen kleinen Nebenerwerbsbetrieb als EDV-Berater als Einzelunternehmer
(kein e.K.).

Ich möchte gerne für mehrere meiner von mir erstellten Rechnungen einen Mahnbescheid
beantragen.

Meine Frage: Wann verjährt meine Rechnung? Ich habe jede Rechnung bereits mit
Fristsetzung per FAX angemahnt! Auf Grund Ihrer Auskunft möchte ich mir ggfs. die
Kosten für einen Mahnbescheid sparen, wenn meine jeweilige Rechnung verjährt ist.

Vielen Dank XXXXX XXXXX schnellstmögliche Rückantwort!

Herbert Nowak
EDV-Beratung
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Simone Günther hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Herr Nowak,

Ihre Anfrage beantworte ich gerne wie folgt:

Im Zuge der Schuldrechtsmodernisierung wurde die regelmäßige Verjährungsfrist
von 30 Jahren auf 3 Jahre verkürzt.
Diese gesetzliche Regelfrist umfasst nahezu alle zivilrechtlichen Ansprüche,
gleichgültig ob im geschäftlichen oder privaten Bereich entstanden. Insbesondere
werden Erfüllungsansprüche aus Vertrag, Schadensersatzansprüche, sowie Ansprüche aus ungerechtfertigter Bereicherung und Geschäftsführung ohne Auftrag erfasst.
Die gesetzliche Regelfrist von drei Jahren beginnt mit dem Schluss des Jahres, in
dem der Anspruch entstanden ist.
Für die Entstehung des Anspruchs kommt es zunächst auf seine Fälligkeit an.
Zweite Voraussetzung für den Fristbeginn ist – und auch das ist neu – die Kenntnis
des Gläubigers von den anspruchsbegründenden Umständen und der Person des
Schuldners.
Diese zweite Voraussetzung wird aber z.B. im „Forderungsalltag“ eines
Unternehmens nur selten relevant werden, da bereits die Fakturierung einer
Rechnung in aller Regel die Kenntnis von Anspruch und Schuldner voraussetzt.
Beispiel: Ein Unternehmer hat Waren an einen Kunden geliefert. Die Rechnung
wurde am 12.03.2003 fällig. Fristbeginn ist Ende des Jahres 2003. Verjährung tritt
also mit Ablauf des Jahres 2006 ein.
Besonders ärgerlich ist das dann, wenn man der Forderung bereits seit geraumer
Zeit hinterher läuft.
Wenn man die Forderung also nicht als uneinbringlich ausbuchen will, muss man sie
titulieren lassen um sich die dreißigjährige Verjährungsfrist zu sichern.
Auch wenn die Titulierung einer Forderung in der verbleibenden Zeit bis zum
Jahresende häufig nicht zu realisieren ist, kann man zur erfolgreichen Hemmung der
Verjährung die Rechtsverfolgung einleiten.
Dazu ist es notwendig, Klage zu erheben oder aber das gerichtliche Mahnverfahren
einzuleiten.
Die Verjährung wird bereits mit Klageerhebung gehemmt. Eine gerichtliche
Entscheidung kann dann auch im nächsten Jahr ergehen. Nach Abschluss des Mahnverfahrens haben Sie in Form eines Vollstreckungsbescheids einen Titel, aus welchem Sie 30 Jahre lang die Zwangsvollstreckung betreiben können.

Abschließend weise ich Sie darauf hin, dass eine kostenlose Rechtsberatung in Deutschland nicht erlaubt ist. Sie haben die AGB des Portalbetreibers zur Kenntnis genommen, so dass ich davon ausgehe, dass Sie bereit sind, eine angemessene Vergütung für die obenstehende Beantwortung durch das Akzeptieren meiner Antwort zu bezahlen. Darüber hinaus weise ich Sie darauf hin, dass meine Antwort ausschließlich der ersten rechtlichen Orientierung dient und keinesfalls die Einholung rechtlichen Rates bei einem Rechtsanwalt vor Ort ersetzen kann, da diese Plattform ausschließlich dazu dient, eine erste Einschätzung in Form einer allgemeinen Antwort zu geben.

Mit freundlichen Grüßen
Simone Günther
Rechtsanwältin
Simone Günther und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  Simone Günther hat geantwortet vor 6 Jahren.
Einleiten können Sie das Mahnverfahren, jedoch setzen Sie sich der Gefahr aus, dass die Einrede der Verjährung von dem Schuldner erhoben wird und Sie auf den Kosten des Mahnverfahrens sitzen bleiben. Sie sollten das Mahnverfahren nur einleiten, wenn es sich nicht um verjährte Forderungen handelt.

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