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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 21842
Erfahrung:  Staatsexamen Zulassung als Rechtsanwalt
42903605
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ra-huettemann ist jetzt online.

Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr, ich bin Opfer der

Kundenfrage

Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,

ich bin Opfer der Webtain Gmbh (Routenplaner-Service.de) geworden d.h. durch linikische Art im Internet habe ich automatisch einen Vertrag von einer Mindestlaufzeit von 2 Jahren auferlegt bekommen; Wie das geschehen konnte ist mir ein Rätsel, leider habe ich eine sog. Bestätigungsmail (für was?) mit der Frist des Widerspruchs übersehen und habe bereits eine 2. Zahlungsaufforderung erhalten (d.h. keine Rechnung sondern gleich eine Zahlungsaufforderung); wie ich nun feststellen konnte wird bereits vor diesem Anbieter gewarnt;
doch was kann ich tun, um aus dieser Sache herauszukommen?
da ich im rechtsschutz bin, wäre ich sogar versucht, rechtliche Schritte einzuleiten;
was können sie mir bitte raten
herzlichen dank und gruss
birgit hohlfeld
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrte Frau Hohlfeld,

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme.

Sie sind einer berüchtigten Abo-Falle zum Opfer gefallen, wie Ihre Internetrecherche Ihnen ja mittlerweile gezeigt haben dürfte. Die Firma webtains ist bereits seit geraumer Zeit in den Fokus von Verbraucherschutzorganisationen und Ermittlungsbehörden geraten. Sie mögen sich auf nachfolgenden Seiten diesbezüglich einen näheren Eindruck verschaffen:

http://www.verbraucherabzocke.info/6-Online/Trickbetrug-weitere/Hintergrundmaterial/301-399-Firmenliste/0306-burat/webtains_gmbh-kochrezepte-sammlung.htmhttp:

//www.abzocknews.de/tag/webtains-gmbh/

http://www.recht-frech.de/2010/03/09/abofalle-webtains-gmbh-abzocke-im-ganz-grossen-stil/


Sie haben sich bislang vollkommen richtig verhalten, wenn Sie keinerlei Zahlungen erbracht haben, und es kann Ihnen nur angeraten werden, auch künftig unter gar keinen Umständen Zahlung zu erbringen.

Für die vermeintliche Zahlungspflicht gilt in solchen Fällen stets Folgendes: Soweit Sie sich lediglich registriert haben, ohne in irgendeiner Form auf das Zustandekommen einer vertraglichen Bindung oder auf eine Kostenpflichtigkeit von in Anspruch zu nehmenden Lesitungsangeboten hingewiesen worden zu sein, ist in keinem Falle ein Vertrag entstanden, der Sie zu irgendwelchen Zahlungen verpflichten würde. Das gleich git, falls eine Kostenpflichtigkeit auf der Seite gezielt verschleiert wird.

Das hat die Rechtsprechung entscheiden. Vergleichen Sie bitte diesebzüglich die Informationen auf der zu Ihrer Orientierung nachfolgend eingestellten Seite mit entsprechenden Nachweisen zur Rechtsprechung.

http://www.biallo.de/finanzen/Steuern_Recht/internetabzocke-abkassierer-stuetzen-sich-zumeist-auf-unwirksame-vertraege.php

So verhält es sich aber in Ihrem Fall, denn Sie haben sich lediglich registriert und die Seite sogleich verlassen, nachdem Sie die Kostenpflichtigkeit bemerkt haben. Unter diesen Umständen ist kein Vertrag zustandegekommen.

Dies können Sie jetzt nur nachträglich selbst bewirken, indem Sie den Ihnen zugesandten Aktivierungslink betätigen. Löschen Sie also umgehend die Ihnen von webtains übermittelte Mail, und tappen Sie nicht in die ausgelegte Vertragsfalle.

Sie können alsdann die Ihnen zugegangene Zahlungsaufforderung - ebenso wie weitere Anschreiben - über die vermeintliche Forderung der Firma gänzlich ignorieren. Lassen Sie sich dabei insbesondere nicht einschüchtern und unter Zahlungsdruck setzen. Es gehört zum üblichen Vorgehensmuster dieser Firmen, eine entsprechende Drohkulisse durch Einschaltung professioneller Inkassodienste aufzubauen und den vermeintlichen Kunden Schufa-Einträge, Zwangsvollstreckungsmaßnahmen und dergleichen mehr in Aussicht zu stellen, um sie zur möglichst schnellen Zahlung zu veranlassen.

Regen müssten Sie sich erst, wenn Ihnen ein gerichtlicher Mahnbescheid zuginge, dem Sie binnen 14 Tagen widersprechen müssten. Firmen wie webtains beantragen einen gerichtlichen Mahnbescheid aber nahezu nie, denn sie wissen um die Unwirksamkeit der geltend gemachten Forderung.

Ich hoffe, Ihnen behilflich gewesen zu sein. Fragen Sie bei Unklarheiten gerne nach. Haben Sie keine Nachfrage, darf ich höflichst um Akzeptierung der Auskunft bitten.

Beste Grüße
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
(postulationsfähig bei sämtlichen Amts-, Land- und Oberlandesgerichten)

ra-huettemann und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrter Herr Hüttemann,

 

ich danke XXXXX XXXXXächst für die ausführlichen informationen, die mir in der tat weiterhelfen;

 

doch ich muss nochmals nachfragen: ich sollte also zunächst alle bisher zugegangenen mails von webtains löschen INKL der mail mit den zugangsdaten (aktivierung), damit hier nicht der sog. vertrag in irgendeiner weise zustande kommt?

 

im grunde muss ich erst schriflich aktiv werden, wenn wider erwarten ein gerichtlicher mahnbescheid zugestellt wird?

 

herzlichen dank und gruss

 

birgit hohlfeld

Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Frau Hohlfeld,

richtig, denn soweit Sie den Aktivierungslink bestätigen sollten, erklären Sie damit zugleich, die AGB von webtains zur Kenntnis genommen und anerkannt zu haben. Sie sollten diesen Aktivierungslink daher nicht betätigen.

Bei der Ihnen nun zugegangenen Zahlungsaufforderung handelt es sich um nichts weiter als um ein privates Forderungsschreiben der Firma, die sich eines Anspruchs gegen Sie berühmt. Erst bei einem gerichtlichen Mahnbescheid hätten Sie Anlass, der vermeintlichen Forderung zu widersprechen. Aber auch bei dem Erlass eines solchen Mahnbescheid erfolgt seitens des Gerichts zunächst keinerlei Prüfung, ob der erhobene Anspruch überhaupt besteht.

Widerspricht der Adressat eines gerichtlichen Mahnbescheides diesem binnen 14 Tagen ist der Anspruchsteller aufgefordert, seine Forderung auch zu begründen, denn das Mahnverfahren wird dann in das ordentliche Grerichtsverfahren übergeleitet. Spätestens an dieser Stelle pflegen Firmen wie webtains die Waffen zu strecken, weil die geltend gemachten Forderungen nicht bestehen und sie gerichtliche Auseinandersetzungen mit Öffentlichkeitswirkung meiden.

Sie haben derzeit keinen Anlass, aktiv zu werden.

Beste Grüße
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

Verändert von alles-was-recht-ist am 05.10.2010 um 10:45 Uhr EST

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