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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 22893
Erfahrung:  Staatsexamen Zulassung als Rechtsanwalt
42903605
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ra-huettemann ist jetzt online.

Guten Tag. Ich habe bei meinem Arbeitgeber 2 Jahresvertr ge

Kundenfrage

Guten Tag. Ich habe bei meinem Arbeitgeber 2 Jahresverträge gehabt die je auf ein Jahr befristet waren. Nun habe ich gesehen das die Verträge Sachgrund befristet waren, allerdings in keinem Wort steht aus welchem Grund Sachgrund befristet. Jetzt hat mich mein Arbeitgeber gekündigt, bzw hat meinen Vertrag nicht entfristet. Ist das rechtens mit der Sachgrundbefristung ohne Grundangabe??? Wenn nein hätte ich eine reelle chance auf einen Vertrag. Ein Kollege von mir meinte das diese Verträge so nicht richtig waren und ich quasi anspruch auf ne Festanstellung hätte. Ich danke XXXXX XXXXX Ihre Antwort. Mfg Winter Kevin
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Herr Winter,

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme.

Rechtsgrundlage für Ihr Arbeitsverhältnis ist das Teilzeit- und BefristungsG (TzBfG).

Die Befristung eines Arbeitsverhältnisses ist nur zulässig, wenn eine
- Zeitbefristung
oder
- Zweckbefristung
vorliegen.

Die Zulässigkeit einer Befristung mit sachlichem Grund - wie in Ihrem Fall - beurteilt sich dabei nach § 14 Absatz 1 TzBfG. Liegt einer der dort bezeichneten Sachgründe vor, kann das Arbeitsverhältnis sowohl zeitbefristet als auch zweckbefristet werden.

Zwingende Voraussetzung für die rechtswirksame Vereinbarung für die Zweckbefristung mit oder ohne sachlichem Grund ist die Wahrung der Schriftform (§ 14 Absatz 4 TzBfG). Lag - wie Sie vortragen - der Befristung Ihres Arbeitsverhältnisse ein Sachgrund nach § 14 Absatz 1 TzBfG zugrunde,so muss dieser Sachgrund in der schrfitlichen Vereinbarung unmissverständlich benannt sein.Dieses Schriftformerfordernis dient dem Arbeitnehmerschutz, der sich darauf soll einstellen können, weshalb das Arbeitsverhältnis befristet ist, und wann es endet.

Mangelt es an dieser schriftlichen Vereinbarung, hat dies die Unwirksamkeit des befristeten Arbeitsverhältnis zur Folge. Gemäß § 16 Satz 1 TzBfG gilt in einem solchen Fall das Arbeitsverhältnis als unbefristet geschlossen. Der Arbeitgeber kann sich dann nur unter Beachtung der ordentlichen Kündigungfristen und der sonstigen Kündigungsschutzbestimmungen von dem Arbeitsverhältnis lösen.

Die gegen Sie ausgesprochene Kündigung des befristeten Arbeitsverhältnis ist daher unwirksam, da Sie mangels rechtswirksamer Sachgrundvereinbarung ein unbefristetes Arbeitsverhältnis haben. Dieses kann Ihr Arbeitgeber nur ordentlich kündigen.

Sie sollten an Ihren Arbeitgeber unter Darlegung dieser Rechtslage herantreten und die Fortsetzung Ihrer Beschäftigung auf Grundlage Ihres unbefristeten Arbeisverhältnisses verlangen.

Lenkt Ihr Arbeitgeber nicht ein, haben Sie gamäß § 17 TzBfG die Möglichkeit, die arbeitsgerichtliche Feststellung zu beantragen, dass Ihr Arbeitsverhältnis aufgrund der Befristung nicht beendet ist.

Ich hoffe, Ihnen behilflich gewesen zu sein. Fragen Sie bei Unklarheiten gerne nach. Haben Sie keine Nachfrage, darf ich höflichst um Akzeptierung bitten.

Beste Grüße
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
(postulationsfähig bei sämtlichen Amts-, Land- und Oberlandesgerichten)

ra-huettemann und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Kunde,

ich darf höflichst an die Akzeptierung der Ihnen erteilten Rechtsauskunft erinnern.

Eine kostenlose Rechtsberatung ist nicht Gegenstand dieser Internetpräsenz. Sie ist nach zwingendem Recht zudem auch nicht gestattet. Aus diesem Grunde besteht die Pflicht zur Akzeptierung auch dann, wenn das Resultat der Rechtsberatung nicht Ihren persönlichen Vorstellungen entsprechen sollte.

Bestehen dagegen Verständnisschwierigkeiten, oder sind aus Ihrer Sicht Punkte offen geblieben, fragen Sie bitte nach.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
(postulationsfähig bei sämtlichen Amts-, Land- und Oberlandesgerichten)
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Somit heisst das, dass ich gute chancen auf eine weitere Anstellung habe, auch wenn ich bereits 2Jahre angestellt war????
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Herr Winter,

die Befristung ist wegen Verstoßes gegen das Schriftformerfordernis nicht wirksam geworden. Daher haben Sie einen unbefristeten Arbeitsvertrag, den Ihr Arbeitgeber auch nur als solchen kündigen konnte.

Jetzt müssen Sie rasch reagieren. Ich weiß nicht, wann Ihnen die Kündigung zugegangen ist. Sie müsssen aber innerhalb von drei Wochen nach erfolgter Kündigung die Unwirksamkeit der Befristung vor dem Arbeitsgericht geltend machen - wenn Ihr Arbeitgeber nicht mit sich reden lassen sollte.

Wenn das Gericht die Unwirksamkeit der Befristung feststellt, kann Ihr Arbeitgeber Ihnen nur ordentlich kündigen. Sind Sie im Anwendungsbereich des Kündigungsschutzgesetzes braucht er für eine Kündigung zudem einen bestimmten Grund (betriebsbedingt, verhaltemdbedingt, personenbedingt, § 1 KSchG).

Bewegen Sie sich möglicherweise im Schutzbereich eines Tarifvertrages, können Sie sich auch auf dort etwa weitergehend festgelegte Kündigungsschutzregelungen berufen.

Beste Grüße
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
(postulationsfähig bei sämtlichen Amts-, Land- und Oberlandesgerichten)

Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Die Kündigung ist mir am 22.08.2010 zugeschickt worden. Ende des Vertrages ist der 30.09.
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 7 Jahren.
Wenn es so ist, dass die Befristung erst Ende September endet, sieht es ganz gut aus für Sie. Der § 17 des TzBfG bestimmt:

Will der Arbeitnehmer geltend machen, dass die Befristung eines Arbeitsvertrages rechtsunwirksam ist, so muss er innerhalb von drei Wochen nach dem vereinbarten Ende des befristeten Arbeitsvertrages Klage beim Arbeitsgericht auf Feststellung erheben, dass das Arbeitsverhältnis auf Grund der Befristung nicht beendet ist.

Sie haben also noch ausreichend zeit, mit Ihrem Arbeitgeber eine Einigung zu erzielen. Gelingt das nicht, können Sie Ihre Rechte vor dem Arbeitsgreicht auf Feststellung der Unwirksamkeit der Befristung bis zum 21.10. geltend machen.

Beste Grüße
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Dann bedanke XXXXX XXXXX bei Ihnen nochmals recht herzlich für die gute Auskunft. Ich hoffe das ich damit durch komme und meine Job behalten kann. Vielen Dank nochmals.
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr gerne geschehen!

Ich drücke Ihnen die Daumen. Falls es weiteren Klärungsbedarf geben sollte, bin ich natürlich gerne für Sie da.

Haben Sie noch einen schönen Sonntag.

Beste Grüße
Kristian Hütteman
RA