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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 21614
Erfahrung:  Staatsexamen Zulassung als Rechtsanwalt
42903605
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ra-huettemann ist jetzt online.

guten abend, vor 2 wochen bekam ich ein schreiben vom rechtsanwalt

Kundenfrage

guten abend,

vor 2 wochen bekam ich ein schreiben vom rechtsanwalt meines ehemaligen vermieters.
darin fordert dieser die zahlung einer noch offenen monatsmiete für februar 2009 sowie eine geringe nk nachzahlung. unter dem 19.01.2010 soll ich laut meines damaligen vermieters darüber schriftlich in kenntnis gesetzt worden sein.Dieses schreiben habe ich nicht erhalten!sonst hätte ich mich sicher um klärung der angelegenheit bemüht!
da ich leider die kontoauszüge von o.g. zeitraum nicht mehr präsent habe kann ich nicht beweisen, dass eine zahlung erfolgte.daraufhin bat ich meine bank mir einen kontoauszug aus jenem zeitraum harauszugeben(dauert ca. 1-2 wochen).Darüber gab ich dem anwalt meines ex-vermieters auch bescheid.er willigte ein.
nun meine 2 fragen :
1. ist die forderung nicht schon verjährt,verwirkt?
2. wie sieht es mit dem angeblichen Brief des vermieters aus, den er mir nach seinen angaben am 19.01.2010 zugestellt haben soll?geschah dieses nicht per einschreiben, kann er es nicht nachweisen.dabei muss er es doch nachweisen können, ansonsten sehe ich mich auch nicht bereit die anwaltsgebühren zu zahlen, die ja auch nicht entstanden wären, hätte ich diesen brief tatsächlich bekommen.denn dann hätte ich mich der sache auch angenommen in welcher hinsicht auch immer
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Herr Weber,

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich auf der Grundlage Ihrer Sachverhaltsangaben wie folgt Stellung nehme.

Grundsätzlich unterliegen Ansprüche der Regelverjährung von drei Jahren (§ 195 BGB). Dies würde auch für die nunmehr gegen Sie erhobene Forderung aus dem ehemaligen Mietverhältnis gelten.

Abgesehen davon gilt: Wie Sie bereits zutreffenderweise angemerkt haben, liegt die Beweislast für den Zugang des Forderungsschreibens an Sie bei dem Vermieter. Er ist derjenige, der Zahlung von Ihnen begehrt. Daher muss er auch im Einzelnen darlegen - und notfalls unter Beweis stellen - , dass Ihnen das anwaltliche Schreiben auch tatsächlich zugegangen ist.

Das folgt aus der grundsätzlichen Verteilung der Darlegungs- und Beweislast, die den Nachweis regelmäßig demjenigen auferlegt, der sich auf eine ihm günstige Bestimmung beruft. Das ist hier Ihr ehemaliger Vermieter.

Verlangt dieser nun Nachzahlung von Miete, Nebenkosten und Ersatz der entstandenen Anwaltskosten, so muss er auch den Nachweis darüber führen, dass Ihnen das Forderungsschreiben zugegangen ist. Diesen Nachweis kann er zum Beispiel dann führen, wenn er entsprechende Postbelege über einen von Ihnen bestätigten Empfang beibringen würde.

Misslingt dieser Zugangsnachweis, haben Sie das in Rede stehende Schreiben auch nicht erhalten und sind folglich nicht zu irgendwelchen Zahlungen verpflichtet.

Ich hoffe, Ihnen behilflich gewesen zu sein. Fragen Sie bei Unklarheiten gerne nach. Haben Sie keine Nachfrage, darf ich Sie höflichst um Akzeptierung der Auskunft bitten.

Beste Grüße
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
(postulationsfähig bei sämtlichen Amts-, Land- und Oberlandesgerichten)
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
zunächst danke für ihr schnelles bemühen!

in ihrem letzten satz shreiben Sie, dass ich NICHT zu irgendwelchen zahlungen verpflichtet bin.meinen sie damit auch die zahlung der Monatsmiete oder lediglich die anwaltskosten?
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 6 Jahren.
Vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Von Rechts wegen ist das anwaltliche Forderungsschreiben als Ihnen nicht zugegangen zu werten, wenn Ihr ehemaliger Vermieter den Zugang nicht unter Beweis stellen kann. Daher sind Sie zunächst einmal nicht verpflichtet, die dem Vermieter entstandenen Rechtsverfolgungskosten (Einschaltung des Anwalts) zu tragen.

Wenn und soweit die Nachzahlungsforderung aus dem Mietverhältnis zu Recht besteht, bleibt es Ihrem ehemaligen Vermieter natürlich unbenommen, die Forderung später erneut geltend zu machen, da ja die dreijährige Verjährungsfrist gilt.

Hat Ihr Vermieter also tatsächlich einen entsprechenden Nachzahlungsanspruch, kann er diesen auch dann geltend machen, wenn es ihm jetzt nicht gelingen sollte, den Nachweis zu erbringen, dass Sie sein Forderungsschreiben erhalten haben.

Beste Grüße
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
vielen Dank!eine letzte frage habe ich dazu noch
falls mir mein angeforderter Kontoauszug zeigt, dass definitiv keine Zahlung für den mietzins erfolgte muss mir doch trotzdem auch hier mein ehemaliger Vermieter nachweisen, dass er kein Zahlungseingang festgestellt hat.
Ich spiele dahingehend mit dem gedanken, mir durch den rechtsanwalt meines exvermieters einen solchen nachweis anzufordern bevor ich den mietzins zahle.
ist dieses so üblich oder wird der Anwalt evtl. sagen,dass dieser nachweis seines mandaten lediglich in einer verhandlung erbracht wird, was ich ja definitiv vermeiden möchte.
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 6 Jahren.
Es verhält sich genauso, wie sie vermuten: Trägt Ihr ehemaliger Vermieter vor, dass er für den betreffenden Monat keine Mietzinszahlung von Ihnen erhalten hat, muss er das ebenfalls konkret darlegen und unter Beweis stellen - gegebenenfalls durch Vorlage seiner Abrechnungen und Kontoauszüge.

Grundsätzlich gilt, dass stets derjenige beweisbelastet ist, der aufgrund einer vetraglichen oder gesetzlichen Anspruchsgrundlage einen Zahlungsanspruch erhebt. Behauptet Ihr ehemaliger Vermieter nunmehr, für einen bestimmten Monat von Ihnen keine Mietzinszahlung erhalten zu haben, so muss er das er auch glaubhaft machen. Gelingt ihm das nicht, wird sein Zahlungsbegehren zurückgewiesen.

Beste Grüße
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
ra-huettemann und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Herzlichen Dank und weiterhin frohes Schaffen

Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 6 Jahren.
Gerne geschehen!

Ihnen noch ein schönes Restwochenende!

Beste Grüße
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt

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