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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 21357
Erfahrung:  Staatsexamen Zulassung als Rechtsanwalt
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ra-huettemann ist jetzt online.

wenn man nicht genug finanzielle Mittel besitzt in der Insolvenz,

Kundenfrage

wenn man nicht genug finanzielle Mittel besitzt in der Insolvenz, denn es wird ja alles arrestiert, um Rechtsbeistand zur Seite zu haben, was gibt des ggf. an staatlichen oder juristischen Möglichkeiten, gleiches gilt ja für Geldstrafen, wie kann man alternativ ableisten?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Kunde,

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme.

Grundsätzlich besteht für Sie die Möglichkeit, Beratungshilfe in Anspruch zu nehmen, um Ihre rechtlichen Interessen wahrnehmen zu lassen. Die Beratungshilfe können Sie bei dem für Sie zuständigen Amtsgericht - Rechtsantragstelle - beantragen. Hierzu müssen Sie Unterlagen vorlegen, aus denen sich ergibt, dass Sie selbst finanziell nicht in der Lage sind, eine anwaltliche Beratung zu finanzieren. Diesen Nachweis können Sie zum Beispiel führen, indem Sie - falls Sie Sozialleistungen beziehen sollten - die entsprechenden Bewilligungsbescheide vorlegen.

Wird Ihrem Antrag auf Beratungshife stattgegeben, erhalten Sie einen Beratungshilfeschein.

Mit dem Beratungshilfeschein können Sie einen Rechtsanwalt aufsuchen, der Ihnen bei Ihrem konkreten Anliegen behilflich sein wird.

Bei der Verhängung von Geldstrafen ist die Vereinbarung von Ratenzahlung möglich, wenn nachgewiesen wird, dass der Betroffene die Geldstrafe nicht in einem Betrag zahlen kann.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben. Fragen Sie bei Unklarheiten gerne nach. Haben Sie keine Nachfrage, darf ich Sie höflichst um Akzeptierung der Auskunft bitten.

Beste Grüße
Kristian Hüttemann
Rechtsnwalt
(postulationsfähig bei sämtlichen Amts-, Land- und Oberlandesgerichten)
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ist dies auch bei Gerichtsverfahren so, beispielsweise Strafverfahren - ich sehe mich gezwungen sowohl für meine Firma als auch privat in die Insolvenz zu kommen. Habe mich im Interneht und Literatur nochmals ausführlich auch mit Insolvenzstraftaten beschäftigt - ein schmaler Grad - hier habe ich mächtig Angst mir keinen Anwalt leisten zu könen, welcher mich vertritt, mangels Finanzierbarkeit.
#Ab wann nach Insolvenzantragstellung kann man einem Job nachgehen, ich selbst möchte schnell wieder ein Einkommen generieren, um aktiv an der Bewältigung der Schulden zeitnah beizutragen - jedoch gehe ich davon aus, dass der Insolvenzverwalter stark meine Mithilfe benötigt und hierzu ist man ja auch verpflichtet und dem komme ich auch korrekt nach. Wie wird das vereinbar?
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 6 Jahren.
Vielen Dank für Ihren Nachtrag und die präzisierenden Angaben.

Auf der Grundlage des Beratungshilfescheins wird eine anwaltliche Vertretung im Rahmen eines Strafverfahrens in der Tat nicht infrage kommen. Unter den von Ihnen geschilderten Voruassetzungen wäre dXXXXX XXXXXfalls die Beiordnung eines Pflichtverteidigers in Erwägung zu ziehen.

Diese wird in § 140 Absatz 1 StPO aber auf schwer wiegende Fälle begrenzt (wie etwa bei abzuurteilenden Verbrechen). Die Beiordnung eines Pflichtverteidigers käme dXXXXX XXXXXfalls wegen der Schwierigkeit der Sach- und Rechtslage in Betracht. Inwieweit diese Voraussetzungen in Ihrem Fall gegebenenefalls zu bejahen wären, kann ich mangels näherer Sachverhaltskenntnis nicht beurteilen.

Ich stelle Ihnen den maßgeblichen § 140 Absaz 2 StPO zu Ihrer Orientierung dennoch hier ein:

In anderen Fällen bestellt der Vorsitzende auf Antrag oder von Amts wegen einen Verteidiger, wenn wegen der Schwere der Tat oder wegen der Schwierigkeit der Sach- oder Rechtslage die Mitwirkung eines Verteidigers geboten erscheint oder wenn ersichtlich ist, daß sich der Beschuldigte nicht selbst verteidigen kann - namentlich, weil dem Verletzten nach den §§ 397a und 406g Abs. 3 und 4 ein Rechtsanwalt beigeordnet worden ist. Dem Antrag eines hör- oder sprachbehinderten Beschuldigten ist zu entsprechen.

Grundsätzlich sind Sie nicht gehindert, nach Insolvenzantragstellung eine Beschäftigung aufzunehmen. In Anbetracht der umfänglichen Pflichten und Obliegenheiten, die den Schuldner in der sechsjährigen Wohlverhaltensphase der Insolvenz treffen, wird eine solche Form der Eigeninitiative im Gegenteil vermutlich gerne gesehen und von Gläubigergemeinschaft wie Insolvenzverwalter entsprechend honoriert werden.

Beste Grüße
Kristian Hüttemann
Rechtsnwalt
(postulationsfähig bei sämtlichen Amts-, Land- und Oberlandesgerichten)
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Kunde,

ich darf höflichst an die Akzeptierung der Ihnen erteilten Rechtsauskunft erinnern.

Eine kostenlose Rechtsberatung ist nicht Gegenstand dieser Internetpräsenz. Sie ist nach zwingendem Recht zudem auch nicht gestattet. Aus diesem Grunde besteht die Pflicht zur Akzeptierung auch dann, wenn das Resultat der Rechtsberatung nicht Ihren persönlichen Vorstellungen entsprechen sollte.

Bestehen dagegen Verständnisschwierigkeiten, oder sind aus Ihrer Sicht Punkte offen geblieben, fragen Sie bitte nach.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
(postulationsfähig bei sämtlichen Amts-, Land- und Oberlandesgerichten)
ra-huettemann und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Das hat Priorität Nr.1, eigenes Einkommen generieren, um aktiv mitzuhelfen, an der Gläubigerbefriedigung und natürlich dem Neustart. Kann die Restschuldbefreiung versagt werden und wie verhält es sich dann? Bleiben dann Schulden lebenslang und man hat keine Chance mehr oder endet nach der Wohlverhaltensphase dann die Insolvenz? Verzeihen Sie mir die sicherlich etwas trivialen Fragen, jedoch habe ich nur wenig Wissen um dieses Thema. Ich danke Ihnen übrigens vielmals für Ihre Hilfe
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 6 Jahren.
Lieber Kunde,

bitte akzeptieren Sie zunächst - gerne beantworte ich dann Ihre zusätzlichen Fragen.

Beste Grüße
Kristian Hüttemann
Rechtsnwalt
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 6 Jahren.
Vielen Dank!

Sehr gern beantworte ich Ihre weiteren Fragen, die keineswegs trivial sind - ich kann mir in etwa denken, wie Sie sich fühlen müssen und was in Ihnen vorgeht.

Die Restschuldbefreiung kann nur dann versagt werden, wenn Sie sich innerhalb der Wohlverhaltensphase etwas "zuschulden kommen lassen". Im Klartext und auf gut Deutsch also - wenn Sie den im Schuldenbereinigungsplan festgelegten Verpflichtungen zuwiderhandeln.

Kommen Sie also bestimmten dort festgelegten Zahlungsverpflichtungen nicht nach, kann Ihnen die Restschuldbefreiung versagt werden.

Deshalb ist es grundsätzlich sehr positiv, wenn Sie bereit sind, gerade durch die Annahme eines Jobs unter Beweis zu stellen, dass Sie gewillt sind, Ihren Teil der Vereinbarung einzuhalten. Das wird sich sicherlich auf Ihr Verhältnis zu dem Insolvenzverwalter sehr günstig auswirken - und das ist letztlich sehr wichtig, denn der Insolvenzverwalter berichtet dem Gericht, das ja über die Restschuldbefreiung nach Ablauf der sechs Jahre entscheidet.

Nach Beendigung der Wohlverhaltensphase sind Sie - wenn alles glatt läuft - absolut schuldenfrei. Wird Ihnen die Restschuldbefreiung versagt, ist die Insolvenz fehlgeschlagen.

Fragen Sie gerne noch einmal nach.

Beste Grüße
Kristian Hüttemann
Rechtsnwalt

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