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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 22861
Erfahrung:  Staatsexamen Zulassung als Rechtsanwalt
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ra-huettemann ist jetzt online.

hallo, ich habe eine Frage ist aber kompliziert es geht um

Kundenfrage

hallo, ich habe eine Frage ist aber kompliziert es geht um Erbrecht:
meine Urgrossmutter ist vor ca. 3 jahren verstorben, hat zwei testamente gemacht, einmal eines das ihr ehemann alleinerbe ist und ein zweites da war sie schon dement das sie alles der awo vermacht, dieses 2.Testament wurde angefochten es kam zum urteil das das erste Testament wirksam wird, dh.ihr Ehemann Alleinerbe ist, nun meine Frage, haben die Kinder einen Anspruch auf ein Pflichtanteil? Und wie ist die Rangfolge beim Erben, die Kinder wären z.B. meine Großmutter, die leider auch verstorben ist und die würde mein Vater bererben, der mittlerweile auch tot ist, und ich würde meinen vater beerben... nun meine Frage bekomme ich auch etwas es geht um mehrere tausende euros.... vielen Dank XXXXX XXXXX
mit freundlichem gruß
melanie burkart
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrte Frau Burkart,

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich auf der Grundlage Ihrer Sachverhaltsangaben wie folgt Stellung nehme.

Hat das Gericht die Unwirksamkeit des zweiten Testaments festgestellt, so gilt hinsichtlich des ersten Testaments bei der Erbfolge Folgendes: Soweit zwischen Ihrer Urgrossmutter und deren Ehemann gesetzlliche Zugewinngemeinschaft bestand - wovon auszugehen ist - hätten die Kinder der Urgroßmutter einen Pflichtteilsanspruch gegenüber dem Urgroßvater gehabt.

Da dieser als Alleinerbe eingesetzt war, ist die gesetzliche Erbfolge ausgeschlossen worden. Das bedeutet, dass die Kinder einen - durch Testament - nicht entziehbaren - Pflichtteilsanspruch hatten. Er beträgt die Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbanspruchs (§ 2303 BGB). Der gesetzliche Erbanspruch der Kinder (u.a. Ihrer Großmutter) der Urgoßmutter hätte je 1/4 betragen, denn der Urgroßvater hätte aus § 1931 BGB in Verbindung mit § 1371 BGB 1/2 des Erbes (bei gesetzlicher Erbfolge) erhalten.

Somit hat der Pflichtteil der Kinder der Urgroßmutter je 1/8 (also die Hälfte von 1/4) betragen.

Mit dem Ableben Ihrer Urgroßmutter gilt nun Folgendes: Es erbt stets derjenige Angehörige, der dem Erblasser am nächsten steht. Das Gesetz drückt es in § 1924 Absatz 2 BGB folgendermaßen aus:

Ein zur Zeit des Erbfalls lebender Abkömmling schließt die durch ihn mit dem Erblasser verwandten Abkömmlinge von der Erbfolge aus.


Das bedeutet, dass mit dem Tod Ihrer Urgroßmutter vor drei Jahren zunächst deren Kind (Ihre Großmutter) vor deren Sohn (Ihrem Vater) und vor Ihnen selbst zur Erbin nach der verstorbenen Urgroßmutter berufen war. Mit dem Tod Ihrer Großmutter war Ihr Vater nach derselben Regel vor Ihnen berufen. Nach dessen Ableben sind Sie nunmehr selbst Erbin nach Ihrer Urgroßmutter und können den Pflichtteilsanspruch geltend machen - falls dieser nicht bereits zuvor von Ihrer Großmutter oder Ihrem Vater durchgesetzt worden sein sollte.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben. Fragen Sie bei Unklarheiten gerne nach.

Beste Grüße
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
(postulationsfähig bei sämtlichen Amts-, Land- und Oberlandesgerichten)

Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

entschuldigung aber ich verstehe das nicht so ganz, also mein Urgrossvater wurde als Alleinerbe eingesetzt, kann ich nun Pflichteilanspurch geltend machen? meine Oma und auch Vater haben dies nicht getan.

 

vielen Dank für Ihre Mühe.

 

Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrte Frau Burkart,

die Materie ist in der Tat verwirrend und nicht leicht zu erfassen. Ja, Sie haben einen Pflichtteilsanspruch, wenn
- Ihre Oma und Ihr Vater bereits verstorben sind
und
- weder Ihre Oma noch Ihr Vater den Pflichtteilsanspruch getend gemacht haben.

Beste Grüße
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrte Frau Burkart,

ich darf an die Akzeptierung der Ihnen erteilten Rechtsauskunft erinnern.

Eine kostenlose Rechtsberatung ist nicht Gegenstand dieser Internetpräsenz. Sie ist nach zwingendem Recht zudem auch nicht gestattet. Aus diesem Grunde besteht die Pflicht zur Akzeptierung auch dann, wenn das Resultat der Rechtsberatung nicht Ihren persönlichen Vorstellungen entsprechen sollte.

Bestehen dagegen Verständnisschwierigkeiten, oder sind aus Ihrer Sicht Punkte offen geblieben, fragen Sie bitte nach.

Mit freundlichen Grüßen
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
(postulationsfähig bei sämtlichen Amts-, Land- und Oberlandesgerichten)
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
noch eine Frage habe ich, ist es möglich das testament einzusehen ohne das ich mein urgrossvater darum bitten muss? ich wohne in der nähe von villingen-schwenningen und es betrifft das amtsgericht michelstadt im Odenwald sind damit kosten verbunden?
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 7 Jahren.
Soweit es sich um ein bei Gericht verwahrtes Testament handelt, bleibt die letztwillige Verfügung nach ihrer Eröffnung in Verwahrung des Nachlassgerichts. Können Sie ein rechtliches Interesse glaubhaft machen, können Sie bei dem zuständigen Nachlassgericht auch Einsicht in das Testament nehmen. Diese Einsichtnahme selbst ist kostenfrei. Sie können zudem eine Abschrift (Kopie) des Testaments fertigen lassen, die allerdings kostenpflichtig wäre.

Ihr rechtliches Interesse ergibt sich vorliegend aus Ihrer Erbenstellung. Sie können dies durch Vorlage des Personalausweises glaubhaft machen, sollten aber möglichst auch Ihr Familienbuch mit sich führen.

Soweit Ihre Frage hiermit beantwortet ist, darf ich Sie um Akzeptierung bitten.

Beste Grüße
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
(postulationsfähig bei sämtlichen Amts-, Land- und Oberlandesgerichten)