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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  seit 1995 als selbständiger Rechsanwalt tätig.
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Mein Ex-Mann ist mit unserer gemeinsamen 12-j hrigen Tocher

Kundenfrage

Mein Ex-Mann ist mit unserer gemeinsamen 12-jährigen Tocher nach Thailand in den Urlaub gefahren, die Planung steht seit Dezember 2009, ich habe in diesen Urlaub eingewilligt. Nach den Unruhen im Mai d.J. habe ich mir von ihm schriftlich bestätigen lassen, dass er sich mit ihr nicht unnötig (der Flughafen ist dort) in Bangkok aufhalten wird. Das hat er mehrfach während dieses Aufenthalts ignoriert, wie ich durch Telefonate mit meiner Tocher erfahren habe. Dies und andere Vorfällte lassen mich darüber nachdenken, ihm das gemeinsame Sorgerecht zu entziehen. Habe ich Aussicht auf Erfolg?
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

der Beantwortung Ihrer Frage stelle ich folgendes voran:

Aufgrund berufsrechtlicher Regelungen in Deutschland bin ich gehalten, darauf hinzuweisen, dass eine kostenlose Rechtsberatung nicht erlaubt ist. Sie haben die AGB des Portalbetreibers zur Kenntnis genommen, so dass ich davon ausgehe, dass Sie bereit sind, eine angemessene Vergütung für die untenstehende Beantwortung durch Akzeptieren zu bezahlen. Das vorangestellt möchte ich im weiteren darauf hinweisen, dass es im Rahmen dieses Mediums nur möglich ist, eine mehr oder weniger allgemeingehalte Antwort zu geben, da ich weder Einblick in Unterlagen, noch ein eingehendes Gespräch zur Sachverhaltsaufklärung führen kann. Die untenstehende Antwort dient daher der ersten rechtlichen Orientierung bzw. der Verschaffung eines angemessenen Überblicks über die rechtliche Situation und kann und soll keinesfalls die Einholung rechtlichen Rates vor Ort ersetzen.


Ihre Frage beantworte ich wie folgt:

Für einen Sorgerechtsentzug sind die Vorfälle leider nicht ausreichend, so dass ein entsprechendes Verfahren keine Aussicht auf Erfolg hätte.

Unabhängig davon sind Ihre Ängste sicherlich nicht ganz unbegründet und es ist nachvollziehbar, dass sie sich Sorgen machen.
Die Gerichte legen jedoch bei Sorgerechtsentscheidungen einen sehr hohen Maßstab für den Entzug an. Voraussetzung ist eine nachhaltige Kindeswohlgefährdung. Diese dürfte hier, trotz einiger Bedenken, nicht gegeben sein. Ansonsten hätten Sie Ihre Einwilligung gar nicht erst erteilen dürfen.

Sie sollten allerdings darüber nachdenken, Ihrem Exmann bei der nächsten Urlaubsreise in problemtische Regionen die Zustimmung von vornherein zu verweigern.



Ich hoffe, Ihnen im Rahmen dieses Mediums einen angemessenen Überblick über die rechtliche Situation verschafft zu haben.

Bitte vergessen Sie nicht meine Antwort zu akzeptieren und zu bewerten. Falls Sie eine Nachfrage haben stehe ich sodann gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Tobias Rösemeier und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Noch einmal zu den Gründen, das Sorgerecht zu entziehen. Vor ein paar Jahren hat der Vater während eines anderen Urlaubs (in dem unsere Tochter in der Annahme, es sei Limonade Lampenöl getrunken hat und sie mit einer toxischen Lungenentzündung in der Türkei im Krankenhaus lag), hat er ihren Aufenthalt im Krankenhaus auf eigene Verantwortung abgebrochen ("weil sie ja nicht krank wirkte"), um mit ihr noch zwei Tage im Pool zu planschen. Erst nach dem Urlaub habe ich überhaupt erfahren, was passiert ist. Ich bin mit ihr zur Nachuntersuchung, woraufhin sie erneut zwei Wochen ins Krankenhaus musste.

Ist das auch kein guter Grund? Ehrlich gesagt, jeder macht Fehler - damals war ich nur froh, dass es ihr wieder gut ging - das der Vater den Aufenthalt auf eigene Verantwortung abgebrochen hatte, um noch im Pool zu baden habe ich auch erst erfahren, als es unserer Tochter wieder besser ging, fast zufällig. Mir geht es doch nur darum, dass dieser Mann merkt, er kann nicht einfach machen was er will. Er setzt sich einfach über meine Bedenken und Wünsche zum Wohle unserer hinweg. Ich muss ihm doch irgendwie einen Riegel vorschieben können?

Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

unter den gegebenen Umständen kann ich Sie sehr gut verstehen.

Gerade deswegen ist es sinnvoll, für den nächsten Urlaub die Zustimmung zu verweigern und ein Sorgerechts-/Aufenthaltsbestimmungsverfahren zu führen. Die Summe der Vorfälle kann ja auch manchmal erst eine Regelung notwendig machen.

Im Rahmen des Verfahrens könnten Sie dann alle Ihre Bedenken zum Ausdruck bringen und so erreichen, dass hierüber vor Gericht eine Erörterung stattfindet. So wird Ihr Mann merken, dass er sich nun einmal nicht einfach so über Bedenken hinwegssetzen darf.
Vielleicht wäscht im das Gericht ein wenig den Kopf. Das wäre jedenfalls zu hoffen.

Zeigt er sich einsichtig, kann eine Übertragung des Sorgerechts angezeigt sein.

Mit freundlichen Grüßen


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