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ra-huettemann
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 19823
Erfahrung:  Staatsexamen Zulassung als Rechtsanwalt
42903605
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ra-huettemann ist jetzt online.

Hallo, ich habe eine Frage. Meine (noch-)Frau und ich sind

Kundenfrage

Hallo,
ich habe eine Frage. Meine (noch-)Frau und ich sind getrennt, und meine Tochter lebt im Alltag bei ihr und ich versuche sie jedes 2te Wochenende zu holen. Was beruflich bedingt von meiner Seite aus nicht 100% funktioniert, allerdings habe ich sie zumindest an 20 Wochenenden im Jahr. Meine Frau möchte, dass ich unsere Tochter Freitags um 18-19 Uhr abhole, was auch machbar ist, aber ich soll sie am Sonntag um 14 spätestens 16 uhr wieder zurückbringen. Da ich eine Stunde Autofahrt habe finde ich das unglücklich, weil ich nie mit ihr zu Abend essen kann. Ich würde Sie Sonntags gern erst um 19.00 zurückbringen, da es für mich vom Ablauf auch besser ist, weil ich Pendler bin. MEine Tochter ist 11 Jahre und sie geht Abends zwischen 20.00-21.30 uhr ins Bett. Gibt es eine Regelung, die sagt, dass meine Tochter 48 Stunden bei mir sein sollte am Wochenende? Ein Bekannter hat mir davon erzählt?

Danke
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Kunde,

vielen Dank für Ihre Anfrage, zu der ich ich auf der Grundlage Ihrer Angabe wie folgt Stellung nehme.

Grundsätzlich verpflichtet das Gesetz beide Elternteile dazu, im Trennungs- oder Scheidungsfall alles zu unterlassen, was das Verhältnis zwischen Kind und einem Elternteil in irgendeiner Weise nachteilig beeinflussen könnte. Vereinbarte Besuchsrechte dürfen dementsprechend nicht unterlaufen oder nur in einer Form gewährt werden, dass das Verhältnis zwischen Kind und anderem Elternteil Schaden nehmen könnte.

Nach Maßgabe dieser Grundsätze werden vor den Familiengerichten in aller Regel Besuchsvereinbarungen getroffen, die der Ihrigen entsprechen und ein Zusammenkommen des Kindes mit dem anderen Elterntei einmal in 14 Tagen vorzugsweise an den Wochenenden vorsehen.

Schematische zeitliche Festlegungen bei der exakten Bemessung der Besuchsdauer bestehen dagegen nicht. Es ist gesetzlich nicht im Einzelnen geregelt, wie lange sich Kind und anderer Elternteil sehen sollen. Dies wird vielmehr stets vor dem Hintergrund der Besonderheiten des Einzelfalles bestimmt. Im Idealfall sollten beide Elternteile dabei um eine einvernehmliche und gütliche Einigungslösung bemüht sein, die in der Praxis freilich an dem Widerstand der einen oder anderen Seite scheitern kann. Insbesondere in einem Fall wie dem Ihren sollte in Anbetracht Ihrer beruflichen Verpflichtungen daher auf Seiten der Kindsmutter durchaus Verständnis und eine entsprechende Kompromissbereitschaft bestehen. Dies zumal deshalb, weil Sie nicht die vereinbarte Besuchsregelung also solche infrage stellen, sondern lediglich um eine vertretbare zeitliche Zugabe von drei Stunden nachsuchen. Angesichts der Gesamtumstände ist Ihr Anliegen nachvollziehbar und legitim.

Dennoch können Sie sich, wie bereits dargelegt, auf keine gesetzliche Regelung berufen, die Ihnen diese zeitliche Zugabe gewähren würde. Sie sollten deshalb noch einmal mit der Kindsmutter eine klärende Aussprache führen und um Verständnis für Ihre Belange werben, die dem Kindeswohl ja in keiner Weise entgegenstehen. Zeigt sich dabei, dass Ihre Ehegattin sich Ihrer Argumentation verschließt, sollten Sie in Erwägung ziehen, gemeinsam mit Ihrer Frau eine Beratungsstelle des Jugendamts aufzusuchen oder aber die Unterstützung eines im Familienrecht geschulten Mediators in Anspruch zu nehmen. In der Regel lassen sich auf diesem Wege am ehesten für beide Seiten akzeptable Kompromisslösungen erzielen. Nur wenn sämtliche dieser Mittel versagen, sollten Sie die Anrufung des Familiengerichts in Betracht ziehen, um eine Abänderung der bestehenden Besuchsvereinbarung zu erwirken.

Ich hoffe, Ihnen mit vorstehenden Auskünften behilflich gewesen zu sein. Fragen Sie bei Unklarheiten gerne nach.

Beste Grüße
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
(postulationsfähig bei sämtlichen Amts-, Land- und Oberlandesgerichten)
ra-huettemann, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 19823
Erfahrung: Staatsexamen Zulassung als Rechtsanwalt
ra-huettemann und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Hallo Her Hüttemann,

 

vielen Dank für diese Antwort. Meine Frau "spricht" nicht mehr mit mir, sondern alle Absprachen laufern per Email, was das ganze nicht einfacher macht. Ergänzend dazu noch die Frage, was die Ferien angeht. HIer habe ich ihr Vorschläge geschickt, die sie teilbestätigt hat. Dann hat sie ihren Urlaub gebucht und sagt sie mein Urlaub geht nicht mehr, weil es bei ihr nicht passt. Sie beruft sich darauf, dass ich meine Tochter 6 Wochen der Ferien (von allen Ferien) nehmen muss. Ich bin Angestellter, sie selbstständig. Ich kann es nicht immer so legen, sie schon. Sie bekommt von mir für 4 Jahre Unterhalt, unter anderem auch dafür, dass sie Zeit für unsere Tochter hat. Nun möchte sie wie gesagt, dass ich dennoch 3 Wochen in den Sommerferien unsere TOchter nehme und dafür meinen Urlaub splitten soll (1. Woche und 3. & 4. Woche). Ist das rechtens?

 

Danke

Experte:  ra-huettemann hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Kunde,

vielen Dank für Ihren Nachtrag und die Akzeptierung.

Auch bei einer zu treffenden Ferienregelung sollte eine einvernehmliche Lösung gefunden werden, die sich in erster Linie am Kindeswohl orientieren sollte. Das entspricht dem gesetzlichen Leitbild, wie Ihr Fall allerdings zeigt nicht immer der Praxis.

Grundsätzlich haben Sie einen Anspruch darauf, die Hälfte der Ferienzeit mit Ihrer Tochter zu verbringen. Wie im Einzelnen die Urlaubsregelung auszugestalten ist, bleibt wiederum Ihnen und Ihrer Frau überlassen. Es gilt dabei aber, dass Ihre Frau bei der gemeinsamen Planung Ihre berechtigten Interessen und Belange hinreichend berücksichtigen muss. Dies umso mehr, als Ihre Frau selbst weitgehend über ihre Zeit verfügen kann, während Sie in Ihren Dispositionen eingeschränkt und auf entsprechendes Entgegenkommen Ihres Arbeitgebers angewiesen sind. Diese Umstände können bei der zu treffenden Urlaubsregelung nicht unbeachtet bleiben.

Es kann Ihnen in Anbetracht dieser besonderen Umstände nicht zugemutet werden, einer Urlaubsregelung zuzustimmen, die Sie zu einem Splitting Ihres eigenen Urlaubs nötigen würde, während die Kindsmutter bei Zurückstellung eigener Interessen ohne weiteres einer für beide Seiten tragbaren Ferienbestimmung zustimmen könnte. Dies gilt zumal deshalb, weil die Ihnen angesonnene Urlaubsregelung durchaus in der Schwebe ist und letztlich davon abhängt, ob Ihr Arbeitgeber bereits sein wird, Sie für die entsprechenden Zeiträume freizustellen.

Auch insoweit wären Sie gut beraten, noch einmal das Gespräch mit Ihrer Ehegattin zu suchen. Da sie, wie Sie mitteilen, eine mündliche Aussprache verweigert, wäre in der Tat zu überlegen, ob nicht die Hinzuziehung eines Mediators oder eines Mitarbeiters des Jugendamtes zur Streitschlichtung und Entschärfung der Situation zweckmäßig wäre.

Beste Grüße
Kristian Hüttemann
Rechtsanwalt
(postulationsfähig bei sämtlichen Amts-, Land- und Oberlandesgerichten)

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