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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  seit 1995 als selbständiger Rechsanwalt tätig.
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Sehr geehrter Herr! Ich mu f r meine 19 j hrige Tochter

Kundenfrage

Sehr geehrter Herr!

Ich muß für meine 19 jährige Tochter monatlich 420,- € an Unterhalt bezahlen (sie studiert) und verdiene aber nur 1230,-€ mtl. Ist mir das gesetzlich zumutbar?

Diese Forderung wurde mir von Ihrem Rechtsanwalt vor einem Jahr unter Androhung von gerichtlichen Maßnahmen so zugestellt, nachdem er meine Einkommenslage überprüft hat (eingesandte Gehaltsnachweise etc.) Ich habe nicht widersprochen.

Begründung:
Weil ich keinen Ärger mit meinem Arbeitgeber möchte und diesen Sachverhalt bei meinem Arbeitgeber aus strategischen Gründen nicht an die große Glocke hängen will (Pfändung, Prozeß etc.), habe ich bisher stillgehalten und bezahlt!

Was kann ich tun, um diese für mich auf längere Sicht unerschwingliche Unterhaltshöhe zu mindern?

Freundlicher Gruß, Bernd Walther
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,
gerne beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes wie folgt.

Zunächst darf ich Sie bitten, mir noch mitzuteilen, ob es einen Titel über die Unterhaltsverpflichtung Ihrerseits gibt (Urkunde vom Jugendamt, Urteil, Vergleich), vielleicht auch noch einer aus der Zeit der Minderjährigkeit.

Aufgrund Ihrer Angaben kann ich momentan die Unterhaltshöhe absolut nicht nachvollziehen. Ist Ihr Verdienst im Durchschnitt der letzten 12 Monate inklusive einer etwaig während dieser Zeit erhaltenen Steuererstattung tatsächlich nur 1.230 €? Wohnen Sie unter Umständen in einer eigenen Immobilie, so dass Ihnen ein Wohnvorteil zum Einkommen hinzugerechnet wurde?

Ihr angemessener Selbstbehalt beträgt gegenüber Ihrer volljährigen Tochter 1.100,00 €, so dass ich aufgrund Ihrer Angaben lediglich eine Leistungsfähigkeit in Höhe von 130,00 € feststellen kann.

Wenn ein Unterhaltstitel existiert, sollten Sie sich daher umgehend in die anwaltliche Vertretung begeben und einen Abänderungsantrag beim Familiengericht stellen. Für Unterhaltsverfahren gilt seit der Reform des Familienrechts Anwaltszwang, so dass Sie nicht eigenständig handeln können.
Eine Pfändung beim Arbeitgeber hätten Sie nur zu befürchten, wenn ein vollstreckbarer Unterhaltstitel vorliegt. Im Rahmen des Abänderungsantrages kann allerdings beantragt werden, die Vollstreckung aus einem etwaig vorhandenen Titel auszusetzen.
Vor einem Prozess brauchen Sie keine Angst haben, hier wird lediglich ermittelt, zu welchen Unterhaltszahlungen Sie tatsächlich herangezogen werden können. Im übrigen sind Sie seit Volljährigkeit Ihrer Tochter nicht mehr alleine zum Barunterhalt verpflichtet, auch die Kindesmutter wird mit Ihrem Einkommen herangezogen.

Ich hoffe, Ihnen zunächst eine erste Orientierung verschafft zu haben und stehe gerne für Rückfragen zur Verfügung. Bitte vergessen Sie nicht, meine Antwort zu akzeptieren.

Mit freundlichen Grüßen
Tobias Rösemeier und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

Hallo und vielen Dank für Ihre rasche Antwort!

 

Damit ist mir schon sehr geholfen.

Ich habe nur einen Unterhaltstitel aus der Zeit vor dem 18. Lebenjahr der Tochter. Unterhaltserhöhende Besitzverhältnisse liegen bei mir nicht vor (außer evtl. Einkommen der Ehefrau?!)

 

Die Höhe des Unterhaltes hat ihr Rechtsanwalt vor einem Jahr "willkürlich" so festgelegt!

 

Ich werde mich gemäß Ihrem geschätzten Rat sofort in anwaltliche Vertretung begeben.

 

Freundlicher Gruß und allzeit guten Erfolg Ihnen wünschen

von Bernd Walther

Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 7 Jahren.
Das sollten Sie tatsächlich tun, das Einkommen Ihrer Ehefrau zählt nicht mit bei der Unterhaltsberechnung.
Allerdings muss ich Ihnen mitteilen, dass der Titel aus der Minderjährigkeit nicht automatisch mit Eintritt der Volljährigkeit endet, sondern eben aus diesem Titel heraus dann Ihrerseits der Abänderungsantrag beim Familiengericht gestellt wird, inklusive Aussetzung der Vollziehung .
Leider ist es oftmals so, dass der Unterhalt inbesondere volljähriger Kinder falsch berrechnet wird, denn ich vermute, dass das Einkommen der Kindesmutter aufgrund der Höhe des von Ihnen geforderten Unterhaltsbetrages vollkommen außer Acht gelassen wurde.
Ich empfehle Ihnen unbedingt einen Fachanwalt für Familienrecht aufzusuchen, da dieser garantiert über die Neuerungen des Familienrechtes im Bilde sein wird.
Ich freue mich, Ihnen weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg.
Freundliche Grüße und einen sonnigen Samstag wünschend

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