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Rechtsanwalt Ratajczak
Rechtsanwalt Ratajczak, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 157
Erfahrung:  Diplom-Jurist
38541744
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Rechtsanwalt Ratajczak ist jetzt online.

Gef lschter Fahrschein - erwischt.

Kundenfrage

Guten Tag,

vor etwa 4 Monaten habe ich von einem Mann aus Mitleid für 5€ einen benutzten , allerdings nicht übertragbaren, Fahrschein (Tageskarte, Wert 6,10€) gekauft und wurde von den Kontrolleuren erwischt. Wie sich herausstellte war das Ticket eine Fälschung, was ich jedoch nicht wusste. Ich wusste natürlich, dass es verboten ist, gebrauchte Fahrscheine zu benutzen. Habe aber in dem Moment einfach nicht nachgedacht.

Ich habe 40€ Euro Strafe an das Verkehrsunternehmen gezahlt.

Jetzt wurde zusätzlich Anklage gegen mich erhoben, wegen Benutzung eines gefälschten Dokumentes und Verschaffung eines rechtswidrigen Vermögensvorteils. Ich soll 600€ (20 Tagessätze) Strafe zahlen. Das ist das 100fache des Sachwertes!!! Zusätzlich trage ich alle anderen Kosten.

Ich habe mir noch nie irgendetwas zu Schulden kommen lassen und bin völlig perplex - ich empfinde das Strafmaß als höchst überzogen. In der Anklage steht, dass ich wusste, der Fahrschein sei völlig gefälscht. Das wusste ich allerdings nicht!!!

Jetzt habe ich Zeit, Einspruch einzulegen. Lohnt sich das?
Was empfehlen Sie mir für die weitere Vorgehensweise?
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Rechtsanwalt Ratajczak hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihnen wird eine Urkundenfälschung vorgeworfen.

Wenn Sie nicht gewusst haben, dass der Fahrschein gefälscht war, trifft dieser Vorwurf nicht zu.

Wenn Sie Widerspruch gegen den Strafbefehl einlegen, hängt der Ausgang des Verfahrens davon ab, ob der Richter Ihnen glaubt, dass Sie nicht wussten, dass der Fahrschein gefälscht war.
Der Richter kann Sie freisprechen oder auch zu einer höheren Strafe verurteilen.
Er kann Sie auch wegen Erschleichen von Leistungen verurteilen, wenn die Hauptverhandlung ergibt, dass Sie zwar keine Ahnung davon hatten, dass der Fahrschein gefälscht war, aber dennoch eine nicht übertragbare Fahrkarte eines anderen benutzten.
Der Ausgang eines Widerspruchs ist also ungewiss. Das Verfahren kann auch mehrere Monate dauern.
Für das Verfahren sollten Sie sich auf jeden Fall einen Anwalt nehmen. Das kostet ebenfalls mehrere hundert Euro.
Sollten Sie verurteilt werde, müssen Sie wahrscheinlich auch die Verfahrenskosten tragen.


Wenn Sie keinen WIderspruch einlegen und strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten sind, wird die Strafe nicht in eine Führungszeugnis eingetragen. Sie sind also nicht vorbestraft.

Sollten Sie nur schnell Ihre Ruhe ohne weitere Kosten wollen, rate ich Ihnen keinen Widerspruch einzulegen.

Wenn Sie Wert auf die Feststellung legen, dass Sie keine Urkundenfälschung begangen haben und Ihnen das Risiko des ungewissen Prozessausgangs und die zusätzlichen Kosten nichts ausmacht, können Sie Widerspruch einlegen. Davon würde ich aber abraten.


Bitte beachten Sie, dass sich auch bei kleinen Änderungen des Sachverhaltes die
rechtliche Würdigung völlig ändern kann.
Weiter dient diese Antwort nur zu Ihrer ersten rechtlichen Information und kann eine fundierte Beratung durch einen Anwalt nicht ersetzen.

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben,

vergessen Sie bitte nicht, die Antwort zu akzeptieren,

mit freundlichen Grüßen,

Rechtsanwalt Ratajczak

Experte:  Rechtsanwalt Ratajczak hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

wenn Sie noch eine Nachfrage haben sollten, beantworte ich diese gerne.

Andernfalls darf ich Sie höflich daran erinnern die Antwort bitte zu akzeptieren.

Mit freundlichen Grüßen,

Rechtsanwalt Ratajczak

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