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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  seit 1995 als selbständiger Rechsanwalt tätig.
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

1) Meine Freundin arbeitet nach Arbeitsvertrag 70% einer 38,75

Kundenfrage

1) Meine Freundin arbeitet nach Arbeitsvertrag 70% einer 38,75 Stundenwoche somit 27 Stunden. Hierbei sah der Arbeitsvertrag vor, dass sie in einem Schichtmodell arbeitet, und zwar jeweils eine Woche von Montag bis Sonntag. In dieser Zeit erbrachte Sie im Regelfall 48 Stunden in dieser Woche. Der Arbeitgeber hat eine monatliche Stundenzahl von 117 im Arbeitsvertrag festgehalten. Die fehlenden Stunden wurden durch weitere Frühdienste (6,5 Stunden) erbracht.
Frage: In der Woche in der meine Freundin arbeitet und erkrankt war, verrechnet der Arbeigeber nur 27 Stunden. Dadurch entstanden durch Krankheit in einer Woche knapp 20 Minusstunden, die sie im nächsten Monat nacharbeiten musste. Ist das korrekt?
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 7 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller

 

bei der Berechnung des fortzuzahlenden Arbeitsentgelts gilt das Lohnausfallprinzip:

Der Arbeitnehmer erhält grundsätzlich diejenige Vergütung, die er bezogen hätte, wenn er nicht arbeitsunfähig erkrankt wäre; (Überstunden werden allerdings nicht berücksichtigt (§ 4 EntgFG). Bei der Lohnfortzahlung müssen regelmäßige Überstunden berücksichtigt werden. Das hat das Bundesarbeitsgericht in Erfurt entschieden (siehe Grundsatzurteil Az. 5 AZR 457/00)

 

Gemäß § 4 Abs. 4 EntgFG kann tariflich davon abgewichen werden, insbesondere kann das ggf. praktischere Vorverdienstprinzip (Referenzprinzip) vereinbart werden, wonach der Durchschnittsverdienst vor der Krankheit maßgebend ist.

 

Wie beim "normalen" Arbeitsentgelt müssen bei der Entgeltfortzahlung ebenfalls Steuern und Sozialversicherungsbeiträge entrichtet werden (Bruttoanspruch).

 

Unter Berücksichtigung des oben Gesagten, sollten Sie bzw. Ihre Freundin der Lohnabrechung widersprechen.

 

Ich hoffe, Ihnen im Rahmen dieses Mediums einen angemessenen Überblick über die rechtliche Situation verschafft zu haben.

Bitte vergessen Sie nicht meine Antwort zu akzeptieren und zu bewerten. Falls Sie eine Nachfrage haben stehe ich sodann gern zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen

Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Hallo Herr Rösemeier, somit müßte er in dieser Woche, in der sie erkrankt war, die Stunden ansetzen, als wenn sie gearbeitet hätte, also die 48 Stunden?
Der Sonntag, der als Arbeitstag gilt, ist hierbei mit einzurechnen oder?
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 7 Jahren.

Ja, so steht es im Gesetz ;-)

 

MfG

Tobias Rösemeier und 2 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Danke XXXXX XXXXX ihre Antwort, nur leider hat es die Richterin in der Güteverhandlung nicht verstanden. Sie meinte, da meine Freundin ja immer den gleichen Lohn erhalten habe, sei das Entgeltfortzahlungsgesetz eingehalten worden. Im Dezember haben wir auch die Kammergerichtsverhandlung.

Wird auch noch lustig, weil eine Vollzeitkraft 32 Urlaub erhielt und meine Freundin dann richtigerweise 22. Nun ging er aber hin und hat ebenfalls an einem Urlaubstag nur 4,5 Stunden angesetzt, was bei einer Woche Urlaub ebenfalls zu 11 Minusstunden führte. Auch das hat die Richterin in der Güteverhandlung nicht verstanden.

Danke Gruß Volker Schwörer
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 7 Jahren.
Oh, Gotte. Richter sind zwar auch nur Menschen, aber manchmal hat man da schon seine Zweifel. Ich wünsche Ihnen viel Glück.

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