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RA Schröter
RA Schröter, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 7690
Erfahrung:  12 Jahre Erfahrung als Rechtsanwalt
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RA Schröter ist jetzt online.

ich habe eine Frage zum Steuerrecht. Ich besitze ein 4-Fam.-Haus

Kundenfrage

ich habe eine Frage zum Steuerrecht. Ich besitze ein 4-Fam.-Haus und davon wird eine WE von mir selbst genutzt. Diese von mir genutzte WE umfasst 53% der gesamten Wohnfläche. Das Finanzamt erkennt meine Aufteilung nach WE nicht an. Sie wollen auch alle Kosten Müll, Wasser, Strom usw. nur nach der prozentualen Aufteilung akzeptieren. Ich möchte das nicht akzeptieren, da ich nicht einsehe, nur weil meine WE etwas grösser ist, die Kosten für die übrigen WE's mit zu übernehmen. Die von mir vorgeschlagene Aufteilung nach Personenanzahl wurde auch schon abgelehnt. Sehen Sie eine Möglichkeit zur stichhaltigen und evtl. auch belegbaren Argumentation. Vielen Dank XXXXX XXXXX Bemühungen.
MfG. Jung, 61130 Nidderau
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  RA Schröter hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrter Herr/Frau Jung,

 

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

 

Eine entsprechende Aufteilung nach Größe der Wohnungen ist hier nicht gerechtfertigt.

Denn für den Fall, dass Sie die Nebenkosten, wie es dass Gesetz verlangt, nach Personenanzahl weiterbelasten, würden Sie hier mehr versteuern als eigentlich zulässig.

 

Gleiches gilt, wenn Sie lediglich eine Warmmiete abrechnen und die anfallenden Nebenkosten nach Personenanzahl abrechnen.

 

Insoweit sollten Sie gegen einen möglich Bescheid Einspruch einlegen und eine Klärung bei der Einspruchsbehörde anstreben.

 

Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Herr RA Schröter, bitte entschuldigen Sie, dass ich mich bei meiner Anfrage nicht vorgestellt habe. Mein Name ist Norbert Jung aus 61130 Nidderau-Hessen. Zunächst vielen Dank XXXXX XXXXX schnelle Antwort. Bedauerlicherweise ist Ihre Antwort aber sehr pauschal gehalten und vielleicht liegt es auch an meinen zur Verfügung gestellten Angaben. Ich möchte deshalb versuchen meine Angabe zu präzesieren. Meine Mietverträge sind als pauschale Warmmiete vereinbart. Eine Abrechnung erfolgt nicht und folglich erhalte ich auch keine Nachzahlungen von den Mietern. Meine Mieter werden aber nicht überfordert! Bisher habe ich jedes Jahr zugelegt und das FA hatte mich auch schon einige Male aufgefordert, die Umlagen an die Mieter weiter zu belasten. Dies habe ich aber abgelehnt, da es keine Verpflichtung zur Weiterberechnung gibt. Letztendlich schade ich mir ja selbst. Wie Sie richtig schreiben würde ich bei der Version FA zuviel der eigentlich ansetzbaren Werbungkosten selbst bezahlen. Das möchte ich logischerweise nicht. Eine Aufteilung nach Personenzahl oder nach Anzahl der Wohneinheiten hatte ich dem FA bereits vorgeschlagen. Diese wurde aber strikt abgelehnt. Deshalb wollte ich eigentlich wissen, kann ich eine der beiden Aufteilungsarten fordern und wie ist das zu begründen?
MfG. Norbert Jung
Experte:  RA Schröter hat geantwortet vor 6 Jahren.

Sehr geehrter Herr Jung,

 

vielen Dank für Ihre Klarstellung. Das Finanzamt kann Sie nicht auffordern entsprechende Nebenkosten auf die Mieter umzulegen. Dies erfolgt mit einer Pauschale, die in der Warmmiete enthalten ist, vergleichbar einer Ferienwohnung.

 

Nach einer Entscheidung des BFH sind Aufwendungen den verschieden genutzten Gebäudeteilen zuzuordnen. Ist eine eindeutige Zuordnung nicht möglich, werden sie regelmäßig nach dem Verhältnis der eigengenutzten Wohn-/Nutzfläche des Gebäudes zu denen, die der Vermietung und damit der Einkünfteerzielung dienen, als Werbungskosten berücksichtigt. BFH, Urt. vom 24.06.2008 - IX R 26/06 (NV) (Vorinstanz: Niedersächsisches Finanzgericht, Urteil vom 16. 8. 2005 Az.: 8 K 396/02)

 

Die Kosten für Müll und Wasser werden in der Regel nach Personen aufgeteilt. Insoweit sollte hier eine eindeutige Zuordnung möglich sein. Bei Strom kann eine entsprechende Aufteilung nur für den Allgemeinstrom erfolgen, so dass es sich hier anbietet, entsprechende Zähler zwischenzuschalten und Strom gesondert abzurechnen. Ich denke auf diese Kompromisslösung sollte sich das Finanzamt Friedberg unter Hinweis auf das betreffende Urteil dann einlassen.

 

Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Herr RA Schröter,
vielen Dank XXXXX XXXXX Ihre weitere Antwort. Bitte erlauben Sie mir trotzdem noch eine Nachfrage zu meinem besseren Verständnis. Schuldzinsen und Abschreibung ist nach der prozentualen Aufteilung zu akzeptieren. Das zuständige FA für Nidderau ist übrigens Hanau. Bei Strom habe ich auch nur den Allgemeinstrom gemeint. Es geht mir um die Werbungskosten (Grundsteuer, Strassenreinigung, Müll, Wasser, Versicherung, Heizung, Warmwasser, Schornsteinfeger, die Verwaltungskosten und Sonstiges). Wenn ich Ihre Ausführungen richtig deute, sind dies doch Aufwendungen, die keine eindeutige Zuordnung haben und folglich auch nach den Wohnflächenverhältnissen zu beurteilen sind. Wie kann ich dennoch die Aufteilung auf Personen fordern? Das angegebene Urteil wird dies vermutlich nicht hergeben. Gibt es ein Urteil was meinen Aufteilungsvorschlag nach Personen stützt.
MfG. Norbert Jung
Experte:  hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Herr Jung,

das zitierte Urteil des BFH ist hier maßgebend. Eine andere maßgebende Entscheidung ist hier nicht einschlägig.

Hinsichtlich der Werbungskosten (Grundsteuer, Strassenreinigung, Schornsteinfeger, Verwaltungskosten und Sonstiges) wird eine Aufteilung abweichend von den Wohnungsgrößen nicht möglich sein. Hier kann ich mir eine Begründung für eine abweichende Aufteilung nicht vorstellen, da es an eine eindeutige anderweitgen Zuordnung fehlt.

Allenfalls bei den Nebenkosten Müll, Wasser, Heizung, Warmwasser und Versicherung ist eine Aufteilung nach Personen möglich. Hinsichtlich der Versicherung wäre dies damit zu begründen, dass das Risiko bei vermieteten Wohnflächen größer ist.

Ich bedaure Ihnen keine bessere Nachricht geben zu können.
RA Schröter, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 7690
Erfahrung: 12 Jahre Erfahrung als Rechtsanwalt
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Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Herr RA Schröter,
vielen Dank XXXXX XXXXX Bemühungen und die Hinweise. Schade das es keine bessere Möglichkeit gibt.
MfG. Norbert Jung
Experte:  RA Schröter hat geantwortet vor 6 Jahren.
Ja, leider komme ich an der BFH Entscheidung nicht vorbei.

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