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Simone Günther
Simone Günther, Rechtsanwältin
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 248
Erfahrung:  Staatsexamen, Zulassung als Rechtsanwältin
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Simone Günther ist jetzt online.

Hallo, wir leben seit einigen Jahren in Australien und haben

Kundenfrage

Hallo, wir leben seit einigen Jahren in Australien und haben vor kurzem die australische Staatsbuergerschaft angenommen. VORHER haben meine Frau und ich allerdings die Beibehaltung der deutschen Staatsbuergerschaft genehmigt bekommen. Uns wurde vom Konsulat gesagt, dass wir dies getrennt tun koennen, dann getrennt die australische bekommen und damit waere dann unser 8 jaehriger Sohn miteinbegriffen. Leider hatte ich diese Randbedingung ueber den Bearbeitungszeitraum vergessen, wir haben alle 3 gemeinsam die australische Staatsbuergerschaft angenommen und nun wird uns gesagt, dass unser Sohn seine deutsche verloren hat und einen Antrag auf Einbuergerung stellen soll. Wir werden das tun, aber es ist mir unbegreiflich wie ein 8 jaehriges Kind ohne eigenes Verschulden seine deutsche Staatsbuergerschaft verlieren kann, obwohl beide Eltern offiziell weiter Deutsche sind. Gibt es Praezedenzfaelle und Chancen ohne Neueinbuergerung auszukommen ? Vielen Dank !
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Simone Günther hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage darf ich unter Berücksichtigung der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworten:

Bei der Beurteilung der Sachlage bei Ihrem Sohn kommt es nicht darauf an, ob ein 8-Jähriger einen freien Willensentschluss fassen kann oder nicht. Gemäß § 25 I StAG verliert in dem von Ihnen geschilderten Fall auch der gesetzlich Vertretene (Ihr Sohn) durch den Erwerb eine fremden Staatsangehörigkeit die deutsche, wenn die Voraussetzungen des § 19 StAG erfüllt sind.

Ihr Sohn kann aber als ehemaliger Deutscher einen Widereinbürgerungsantrag gemäß § 13 StAG stellen. Dafür müssen die Voraussetzungen des § 8 I, Nr 1 und 2 StAG erfüllt sein, d.h. er muss handlungsfähig sein und darf keine Vorstrafen aufweisen, wovon in dem von Ihnen geschilderten Fall auszugehen ist. Auf Einbürgerung besteht allerdings kein Anspruch. § 13 StAG ist vielmeht eine Ermessensnorm. Die Behörde muss bei ihrer Ermessensausübungberücksichtigen, ob die Einbürgerung im staatlichen Interesse liegt. Vorwiegend werden die Personen eingebürgert, die als Minderjährige auf Antrag ihrer Eltern ihre Staatsangehörigkeit verloren haben, was hier aufgrund des verstrichenenen Zeitraums der Fall ist. Die Ablehnung der Behörde mit dem Argument des freien Willensentscheidung im Rahmen des § 25 StAG wäre dann sachfremd und kann als Ermessensfehler betrachtet werden. Sollte der Antrag auf Wiedereinbürgerung abgelehnt werden, sollte Ihr Sohn vertreten Sie als sorgeberechtigte Eltern Widerspruch einlegen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte und darf Sie höflichst darum bitten, die Antwort zu akzeptieren.

Mit freundlichen Grüßen
Simone Günther
Rechtsanwältin
Simone Günther und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Hallo Frau Guenther,
vielen Dank XXXXX XXXXX schnelle und umfassende Antwort, die wir vollstaending akzeptieren.. Wir werden den Einbuergerungsantrag stellen und im Ablehnungsfall Widerspruch einlegen.
Gibt es aus Ihrer Sicht einen herausragenden Aspekt, den ich im Antrag beruecksichtigen sollte (unverschuldeter Verlust der Staatsbuergerschaft, Schutz des Kindes, etc.) ?
Entstehen unserem Sohn spaeter irgendwelche Nachteile, wenn er rueckblickend fuer einige Monate keine Deutscher war ?
Vielen Dank !
Mit freundlichen Gruessen
Andreas Stickel
Experte:  Simone Günther hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Herr Stickel,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworten darf:

Grundsätzlich gilt, dass Sie den Ablauf, der zum Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit geführt hat, in der Antragsbegründung dargelegen sollten.
Daher sollten Sie in Ihrer Antragsbegründung auch den Aspekt aufnehmen, dass Ihr Sohn unverschuldet der deutschen Staatsbürgerschaft verlustig geworden ist.
Darüber hinaus sollten Sie anführen, dass die Voraussetzungen des § 8 StAG erfüllt sind.
Nachteile werden Ihrem Sohn durch den kurzzeitigen Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit nicht entstehen.

Ich hoffe, dass ich auch Ihre Nachfrage zufriedenstellend beantworten konnte und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Simone Günther
Rechtsanwältin