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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  seit 1995 als selbständiger Rechsanwalt tätig.
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, gegen wen mu bei einer Ltd.

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,
gegen wen muß bei einer Ltd. & Co.KG Insolvenzantrag gestellt werden? Gegen den Direktor der Ltd. oder gegen den Kommanditisten der KG? Oder gegen beide? Ist durch sofortige Zahlung der Forderung der Gläubiger verpflichtet den Insolvenzantrag zurückzunehmen? Vielen Dank.
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 7 Jahren.

 

 

Sehr geehrter Fragesteller,

 

gern beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes wie folgt:

Rein vorsorglich weise ich darauf hin, dass Weglassungen und Hinzufügungen von Sachverhaltsteilen zu einer völlig anderen juristischen Bewertung führen können.

 

Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder auch die rechtskräftige Ablehnung der Eröffnung des Insolvenzverfahrens (§ 131 Absatz 2 Nr. 1 HGB) über das Vermögen der Ltd. & Co. KG stellen einen Auflösungsgrund dar. Insolvenzgründe sind Zahlungsunfähigkeit (§ 17 InsO), Überschuldung (§ 19 Absatz 3 InsO) und drohende Zahlungsunfähigkeit (§ 18 Absatz 1 InsO).

Der Director der Komplementär-Ltd. muß den Insolvenzantrag für die Ltd. & Co. KG stellen und gegen diesen müsste dann wohl auch der Antrag gestellt werden, da dieser die Firma gesetzlich vertritt.

 

Ich hoffe, Ihnen im Rahmen dieses Mediums einen angemessenen Überblick über die rechtliche Situation verschafft zu haben.

Bitte vergessen Sie nicht meine Antwort zu akzeptieren und zu bewerten. Falls Sie eine Nachfrage haben stehe ich sodann gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Rösemeier und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

Vielen Dank für die zügige Antwort. Die Frage blieb allerdings noch offen, ob der Insolvenzantrag von dem Gläubiger zurückgenommen werden "muß", wenn die Forderung unverzüglich beglichen wird.

Eine Zusatzfrage wäre noch, ob der Antrag auf Insolvenz (es handelt sich hier um einen Antrag auf Insolvenz durch den Gläubiger, allerdings gerichtet ans Amtsgericht nur gegen den Kommanditisten) somit formalrechtlich falsch wäre?

Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 7 Jahren.

Nach § 14 InsO ist der Antrag eines Gläubiger zulässig, wenn er ein berechtiges Interesse an der Eröffnung eines Inso-Verfahrens und seine Forderung und den Eröffnungsgrund glaubhaft macht. Der Schulder ist dann zu hören.

Wenn also zwischenzeitlich die Forderung bedient ist, kann dies im Zuge der Anhörung dargelegt werden. Das Gericht müsste dann den Antrag zurückweisen.

 

Der Antrag wäre wohl formal falsch, aber die Gerichte handhaben dies erfahrungsgemäß relativ großzügig.

 

Mit freundlichen Grüßen