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RAKRoth
RAKRoth, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 3512
Erfahrung:  Schwerpunkte: Vertragsrecht, Erbrecht, Internetrecht, Mietrecht, Wettbewerbsrecht
35468264
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Sehr geehrte Damen und Herren, wir m chten gerne wissen, wie

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir möchten gerne wissen, wie unser Vater (75 Jahre) unsere Demenz- und Alkoholsüchtige Mutter von der Erbschaft ausschliessen kann, damit sie nach seinem Tode das vorhandene 3-Familienhaus nicht zu Geld machen kann, um ihr Leben zu finanzieren. Zurzeit ist meine Schwester vom Gericht als Betreuerin unserer Mutter eingesetzt. Kann unser Vater in seinem Testament eine Vererbung an seine Frau verhindern? Über eine Antwort wären wir Ihnen sehr dankbar und verbleiben
mit freundlichen Grüßen
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  RAKRoth hat geantwortet vor 7 Jahren.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte.

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird das Folgende ausgeführt:

Ihrem Vater ist es unbenommen seine Frau testamentarisch zu enterben, vorausgesetzt er ist testierfähig, wovon ich nach Ihrem Sachvortrag ausgehe.


Ihre Mutter könnte aber trotz der Enterbung einen Pflichtteilsanspruch geltend machen.

Der Erblasser kann aber unter den Voraussetzungen des § 2333 Abs. 1 iVm Abs. 2 BGB seinem Ehegatten den Pflichtteil entziehen.

Zum näheren Verständnis wird die vorgenannte Vorschrift zitiert:

"(1) Der Erblasser kann einem Abkömmling den Pflichtteil entziehen, wenn der Abkömmling


1. dem Erblasser, dem Ehegatten des Erblassers, einem anderen Abkömmling oder einer dem Erblasser ähnlich nahe stehenden Person nach dem Leben trachtet,

2. sich eines Verbrechens oder eines schweren vorsätzlichen Vergehens gegen eine der in Nummer 1 bezeichneten Personen schuldig macht,

3. die ihm dem Erblasser gegenüber gesetzlich obliegende Unterhaltspflicht böswillig verletzt oder

4. wegen einer vorsätzlichen Straftat zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr ohne Bewährung rechtskräftig verurteilt wird und die Teilhabe des Abkömmlings am Nachlass deshalb für den Erblasser unzumutbar ist. Gleiches gilt, wenn die Unterbringung des Abkömmlings in einem psychiatrischen Krankenhaus oder in einer Entziehungsanstalt wegen einer ähnlich schwerwiegenden vorsätzlichen Tat rechtskräftig angeordnet wird.

(2) Absatz 1 gilt entsprechend für die Entziehung des Eltern- oder Ehegattenpflichtteils."


Nach Ihrem Sachvortrag kommt ein Entziehungstatbestand nicht in Betracht, so dass nach vorläufiger Bewertung eine Entziehung des Pflichtteils ausscheidet.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.


Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt und zertifizierter Testamentsvollstrecker -

Rechtsanwaltskanzlei K. Roth
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Tel. 040/317 97 380
Fax: 040/31 27 84
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