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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 26348
Erfahrung:  Vertragsanwalt des Bayerischen Wohnungs- und Grundeigentümerverbandes Regensburg
32916861
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RASchiessl ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, mir wird vorgeworfen, mich

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,
mir wird vorgeworfen, mich unerlaubt vom Unfallort entfernt zu haben. Das trifft so aber nicht zu, da ich mich mit der anderen Fahrzeugführerin so getrennt habe, dass ein kleiner Schaden an ihrem Fahrzeug nicht von mir sein kann. Meine persönlichen Angaben wollte sie sich nicht notieren. Umso verwunderlicher war ich, als ich eine polizeiliche Vorladung bekam und wegen § 142 Abs. 1 Nr. 1 StGB beschuldigt wurde. Darauf hin nahm ich mir einen Anwalt. Bei unserem letzten Termin sagte er mir, dass er vor einigen Tagen mit der Gegenpartei in seiner Kanzlei gesprochen hätte. In einem noch früherem Gespräch sagte er mir, dass er sie vor zwei Jahren als Mandantin vertreten hat. Daraufhin fragte ich ihn, ob er da nicht in Interessenkonflikt käme und ich mir auch einen anderen Anwalt nehmen könne. Meine Frage nun, ist es in Ordnung, dass er mit der Gegenseite spricht? Ich habe den Eindruck, dass er nicht eindeutig für mich Partei ergreift.
MfG.M. Nutschan
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

In der Sache nehme ich Stellung wie folgt:

Ein Interessenkonflikt oder gar ein Parteiverrat in eigentlichen Sinne liegt grundsätzlich nicht vor, wenn Ihr Anwalt die Gegenseite in einem anderen Verfahren vertritt oder vertreten hat.

In Interessenkonflikt ist jedoch anzunehmen, wenn er die Unfallgegnerin in irgendeiner Form hinsichtlich des Unfalls Ihnen oder gegenüber der Haftpflichtversicherung, oder gegenüber der Polizei vertritt. In derselben Sache darf der Rechtsanwalt nur für eine Partei tätig werden.

Es gehört grundsätzlich zur üblichen Vorgehensweise eines Anwalts, dass er, nach Absprache mit seinem Mandanten, sich mit der Gegenseite in Verbindung setzt. Im Strafrecht ist jedoch das Gespräch mit Zeugen und Geschädigten für den Anwalt nicht ganz bedenkenfrei, da der Verdacht der Beeinflussung eines Zeugens im Raum stehen könnte.

Wesentlich ist dagegen, dass Sie den Eindruck haben, dass Ihr Anwalt nicht Ihre Interessen vertritt. Ob der Schaden von Ihnen oder von einem fremden Fahrzeug verursacht wurde, wird sich in der Regel durch ein Gutachten, welches Polizei oder Staatsanwaltschaft in Auftrag geben leicht klären lassen. Wenn das Vertrauensverhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Anwalt nicht in Ordnung ist, so rate ich zunächst zu einem klärenden und offenen Gespräch mit Ihrem Anwalt. Einen anderen Anwalt können Sie sich immer nehmen, doch müssen Sie bedenken, dass Sie dann zwei Anwälte bezahlen müssen.

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick verschafft zu haben und bitte meine Antwort zu akzeptieren.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

Sehr geehrter Herrn Schießl, vielen Dank für die Antwort. Ein Gutachten ist eben leider nicht erstellt bzw. in Auftrag gegeben worden. Die Gegenseite hat nur per "Zuruf" eine Schadenshöhe von ca. 250,00 € genannt bekommen, diesen dann aber auch nicht bei meiner Haftpflichtversicherung gemeldet. Sie mußte auch von seiten der Staatsanwaltschaft zweimal darauf hingewiesen werden, dass sie als Zeugin zu erscheinen hat und es wurde ihr Zwangsgeld angedroht. Ich dagegen wurde nicht von der StAnw. angehört, auch auf meine, bei der Polizei verbliebene Aktennotiz wurde in keinster Weise bezug genommen. Ich war der Annahme, dass mein Anwalt wenigstens meine Sicht der Dinge gegenüber der StAnw. darlegt. Was die Ursache des Treffens meiner Unfallgegnerin bei meinem Anwalt betrifft, kann ich keine Aussage machen, aber er hat mich informiert, dass er sich mit ihr über den Sachverhalt unterhalten hat.

Da das alles bereis im Juni des vergangenen Jahres geschehen ist, ist es sowieso sehr schwer, sich an alles exakt zu erinnern.

MfG

Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

soweit der Beschuldigte, also Sie, bestreitet den Unfallschaden verursacht zu haben, wird, in der Regel sogar von Amts wegen, durch die Staatsanwaltschaft eine Begutachtung beider Fahrzeuge veranlasst. So kann festgestellt werden, ob der von der Gegnerin behauptete Schaden überhaupt von Ihrem Fahrzeug verursacht werden kann (Höhe der Stoßstange, Art der Beschädigung,...). Die Gutachter sind da recht findig. Sollte die Staatsanwaltschaft hier keine Beweise erhoben haben, wäre es sinnvoll einen entsprechenden Antrag zu stellen oder stellen zu lassen. Ich nehme an, dass Ihr Anwalts bereits Akteneinsicht erhalten haben und Sie über den Inhalt der Akte gesprochen haben. Dies ist im Regelfall auch der Zeutpunkt zu dem der Anwalt mit seinem Mandanten eine schriftliche Einlassung gegenüber der Staatsanwaltschaft für seinen Mandanten fertigt.

Sie sollten wirklich einmal ein klärendes Gespräch mit Ihrem Anwalt führen und auch die Frage einer Einlassung und des Gutachtens ansprechen.

Um ein Akzeptieren meiner Antwort darf ich Sie höflich ersuchen.

Mit freundlichen Grüßen


Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt

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