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Andreas Scholz
Andreas Scholz, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 1982
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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Andreas Scholz ist jetzt online.

Mein Stiefsohn (18,Sch ler) entstammt einer Beziehung meiner

Kundenfrage

Mein Stiefsohn (18,Schüler) entstammt einer Beziehung meiner Ehefrau mit dem Kindsvater,sie waren nicht verheiratet. Bis Dezember 09 lebte mein Stiefsohn im gemeinsamen Haus meiner Frau und mir (Gütergemeinschaft),inzw. in einer Mietwohnung mit seinem leiblichen Vater. Die Einkommensverhältnisse jew. EUR monatl. sind:

- Gehalt netto meiner Frau: 2667 (ab Sommer wg. Arbeitszeitkürzung: 2200)
- Schulden meiner Frau: 690 Abzahlung unseres Hauses. Die Schulden wurden erst nach der Trennung vom Kindsvater aufgenommen, als meine Frau und ich uns vor 10 Jahren das Haus kauften, welches wir bewohnen. Werden diese Schulden bei der Errechnung des barunterhaltsrelevanten Nettogehalts mit angerechnet?

- Gehalt netto Vater: 932
- Mieteinnahmen Eigentumswohnung d. Vaters: 380

Wie hoch ist der Barunterhalt für meinen Stiefsohn, wie verteilt er sich auf meine Frau und den Vater (bitte auch Szenario mit verkürzter Arbeitszeit errechnen/muß auch ich etwas zahlen)? Wie lautet die Berechnungsformel?
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Andreas Scholz hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,


Sie sind ggü. dem Kind nicht unterhaltspflichtig, müssen daher auch nichts zahlen.

Der Kindsvater und die Kindsmutter sind ggü. dem Sohn beide barunterhaltspflichtig, da er volljährig ist. Der Bedarf des Kindes richtet sich nach der Summe der bereinigten Nettoeinkommen beider Elternteile. Die Schulden für das Grundeigentum sind grundsätzlich nur in Höhe des Zinsanteiles abzugsfähig. In Höhe des Tilgungsanteiles wird Eigentum gebildet, was grundsätzlich nicht zulasten des Unterhaltsberechtigten geschehen darf. Bei der Arbeitszeitverkürzung kommt es darauf an: Befindet sich der Sohnn noch in der allgemeinen Schulausbildung, so kann es sein, dass der Mutter ein fiktives Einkommen zugerechnet wird, weil sie ggü. dem Kind noch der gesteigerten Unterhaltspflicht unterliegt (anders dann, wenn das Kind selbst schon in der Ausbildung ist).

Der Kindsvater hat ein Einkommen von 1247,- Euro ( 932,- abzgl 1/7 berufsbedingter Aufwendungen zzgl. 380,- Mieteinnahmen). Die Kindsmutter hat nach Abzug von 1/7 berufsbedingter Aufwendungen noch ein Einkommen von 2481,- (hiervon kann der Zinsanteil abgezogen werden. Da er hier unbekannt ist, unterbleibt der Abzug). Hieraus ergibt sich ein Gesamteinkommen von 3728,- Euro. Der Anteil der Vater am Gesamteinkommen beträgt ein Drittel (1247 / 3728), der Anteil der Kindsmutter nach gleicher Berechnung zwei Drittel.

Die Eltern haften für die Barunterhalt nach dem Verhältnis ihres Anteiles am Gesamteinkommen.

Der Zahlbetrag für den Barunterhaltsanspruch des Sohnes liegt bei 480,- Euro (Einkomensgruppe 7, Stufe 4 der aktuellen Düsseldorfer Tabelle nach Abzug des Kindergeldes). Entsprechend dem jeweiligen Anteil der Elternteile am Gesamteinkommen haftet daher die Mutter in Höhe von 321,60 Euro, der Kindsvater i. H. v. 148,40 Euro.

Die Berechnung bei verkürzter Arbeitszeit der Mutter folgt dem gleichen Schema, allerdings kann - wie gesagt - der Kindsmutter unter der genannten Voraussetzung ein fiktives Einkommen zugerechnet werden. Gleiches gilt freilich auch für den Vater.

Zu beachten ist noch, dass wenn der Sohn sich nicht mehr in der allg. Schulausbildung befindet, der Selbstbehalt des Vater um wenige Euro tangiert wäre, denn dieser beträgt 1100.- ggü. nicht privilegierten volljährigen Kindern. Von daher hätte, soweit der Selbstbehalt des Vaters unterschritten und dieser daher nicht leistungsfähig i. S. des Unterhaltsrechts wäre, die Mutter den Unterhalt zu übernehmen.
Andreas Scholz und 2 weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Hallo Herr Scholz,
vielen Dank, XXXXX XXXXX uns schon weiter. Nur zur Sicherheit: Werden die Schulden des Grundeigentums bei Gütergemeinschaft 50:50 zw. meiner Frau und mir veranschlagt? Das wären dann je 690,--... Den Zinsanteil finde ich raus. Kann ich diesen dann einfach vom Netto meiner Frau abziehen?
MfG
Ulli Andree
Experte:  Andreas Scholz hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

wenn sie beide als Gesamtschuldner für die Darlehensverbindlichkeit haften und sich nicht anders im Rahmen des Zugewinnausgleichs einigen, so würde grundsätzlich die noch offene Darlehensverbindlichkeit je zur Hälfte bei Ihnen und Ihrer Frau bei Ermittlung des Endvermögens berücksichtigt. Wie gesagt sind abweichende Vereinbarungen möglich.

Den Zinsanteil können Sie vom bereinigten Nettoeinkommen abziehen.