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Danjel Newerla
Danjel Newerla, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 9380
Erfahrung:  Rechtsanwalt und Diplom Jurist
26039601
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Danjel Newerla ist jetzt online.

Mir wurde gestern ein gemeinschaftliches Testament er ffnet,

Kundenfrage

Mir wurde gestern ein gemeinschaftliches Testament eröffnet, in welchen am 12.07.1993 meine Eltern sich gegenseitig als Alleinerben eingesetzt haben. Dann folgt ein zweites Blatt mit der Überschrift "Nachtrag zu Blatt 1". Hier bestimmen Heinz und Esther, dass eine Tochter nur den Pflichtteil bekommen soll, da sie eine Bürgschaft nicht zurückgezahlt hat. Weiterhin wird bestimmt, das nach beiderseitigen Ableben Annette Schneider und Ehemann (welcher auch mittlerweile verstorben ist) über den Nachlass entscheiden soll.
Diese Blatt enthält KEINE Unterschriften.
Hat dieser Nachtrag Gültigkeit?
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 7 Jahren.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank zunächst für Ihre Anfrage!


Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts zu Ihren Fragen wie folgt Stellung nehmen:

Die nachträgliche Ergänzung eines Testaments ist nur dann ohne Unterschrift (wie in Ihrem Fall)gültig, wenn der Bezug zwischen der Ergänzung und dem obigen Text, also dem Ursprungstestament so eng ist, dass der Text erst mit dem Zusatz sinnvoll wird – z. B. wenn das Testament ohne die vorgenommene Ergänzung lückenhaft, unvollständig oder nicht durchführbar wäre und der wirkliche Wille nur aus beiden von ihm niedergeschriebenen Erklärungen ersichtlich wird. Diese Voraussetzungen liegen nach Ihrer Schilderung nicht vor.


Des Weiteren dürfen die Ergänzung keine neuen und selbstständigen Verfügungen enthalten (FamRZ 84, 1270). Dies ist aber bei Ihnen der Fall.



Der Testamentsnachtrag kann auch dann Wirksamkeit entfalten, wenn nach dem festgestellten Willen des Erblassers der Nachtrag von der ursprünglichen Unterschrift gedeckt sein soll und das räumliche Erscheinungsbild der Testamentsurkunde dem nicht entgegensteht. (BGH NJW 74, 1083) Dies mein den Fall, dass kein Platz mehr auf dem Blatt vorhanden war, was nach Ihrer Schilderung aber nicht der Fall ist.

Im Ergebnis ist daher von der Unwirksamkeit der nachträglichen Verfügung aufgrund der fehlenden Unterschrift auszugehen.

Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann.


So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine
völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können mich natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.


Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Sonntagnachmittag!

Mit freundlichem Gruß

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
[email protected]
Tel. 0471/3088132

Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Das Blatt "Nachtrag zu BLatt1" wurde am 30.07.1995 erstellt und dann dem gemeinschaftlichen Testament beigefügt. Auf Blatt 3 wird als letzter Wille am 18.11.2003 die Einäscherung in einem Doppelurnengrab verfügt. Hier ist die hinlänglich bekannte Unterschrift meine Vater und meiner Mutter zu finden.


Ich gehe also nach Ihren Ausführungen davon aus, dass die erste unterschriebene Willensbekundung derzeit Gültigkeit hat und somit nach dem Ableben der Mutter alle vier Kinder gleichberechtigt Erb berechtig sind. Ist das so richtig? Vielen dank.
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 7 Jahren.
Ja, das ist genau richtig. Die erste testamentarische Willensbekundung ist wirksam,also alles , was von der Unterschrift gedeckt ist, der Nachtrag zu Blatt 1 aber nicht.


Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
[email protected]
Tel. 0471/3088132
Danjel Newerla und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

Darf ich nochmals ihre Hilfe im vorliegenden Fall in Anpsruch nehmen.

Meine Mutter hat nun den erbschein beanrtragt.

Muss ich dagegen Einwendungen anführen, da das Blatt 2 ja ungültig ist,

oder ist das nicht notwendig oder evt. erst später von Bedeutung.

Der Wert des nach Abzug der NAchlassverbindlichkeiten verbleibenden reinen Nachlasses im Zeitpunkt des Erbfalles beträgt 130T€.

Wie iwrd dieser Wert errechnet, denn es ist ein m.E. bezahltes Haus mit höherem Wert vorhanden.

VieleN dank.

Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 7 Jahren.
Vielen Dank für Ihren Nachtrag. Sie sollten so früh wie möglich " die Karten" auf den Tisch legen und bereits bei der Erteilung des Erbscheines einschreiten und dem Nachlassgericht die entsprechenden Hinweise zu der Unwirksamkeit geben.


Die genaue Nachlasswertberechnung kann ich Ihnen natürlich ohne Kenntnis aller Zahlen, insbesondere der Nachlassverbindlichkeiten, nicht benennen. Sofern aber ein bezahltes Haus mit höherem Wert vorhanden ist und auch nach Abzug der Nachlassverbindlichkeiten der Hauswert höher als 130.000 € liegen würde, wäre dieses ein Indiz dafür, dass der Nachlass wird nicht korrekt berechnet worden ist.


Mit freundlichem Gruß

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
[email protected]
Tel. 0471/3088132
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

D.h. ich muss dem Amtsgericht schriftlich mitteilen, dass ich nichts gegen die Erteilung des Erbscheines an meine Mutter habe, aber darauf hinweisen, das Blatt 2 rechtlich keine Gültigkeit hat.

Muss der, den Erbschein beantragende Notar, mir auf Verlangen die Berechnung des Nachlasses mitteilen, oder woher bekomme ich diese Werte?

Vielen Dank.

Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 7 Jahren.
Ja, genau so sollten sie gegenüber dem Amtsgericht verfahren.

Ob der Notar dazu verpflichtet es kann ich Ihnen so leider auch nicht sagen, da ich mich mit dem Berufsrecht eines Notares so nicht auskennen. Sie sollten aber auf jeden Fall einmal nachfragen.


Als Pflichtteilsberechtigte haben sie allerdings gegen den Erben einen Anspruch auf Auskunft des Nachlasswertes und auf Aufstellung eines Nachlassverzeichnisses, da sie ja nur so überhaupt ihren Pflichtteil errechnen könnten.



Mit freundlichem Gruß

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
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Tel. 0471/3088132