So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Danjel Newerla.
Danjel Newerla
Danjel Newerla, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 9380
Erfahrung:  Rechtsanwalt und Diplom Jurist
26039601
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Recht & Justiz hier ein
Danjel Newerla ist jetzt online.

Bin Unterhaltspflichtig, Beamter a.D. und beim Finanzamt als

Kundenfrage

Bin Unterhaltspflichtig, Beamter a.D. und beim Finanzamt als selbstständiger Chorleiter gemeldet. Dort kann ich eine Pauschale "Förderung des Ehrenamtes" in Höhe von 2100, Euro in Anspruch nehmen, wenn meine Ausgaben darunter lagen. Kann diese Pauschale auch bei der Unterhaltsberechnung einbezogen (abgezogen) werden oder muß ich alle Einnahmen-Ausgaben vorlegen. Danke XXXXX XXXXX Antwort im voraus. Mit freundlichen Grüßen Hans-Jürgen Decher
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 7 Jahren.

Sehr geehrter Herr Decher,


vielen Dank zunächst für Ihre Anfrage!


Unter Berücksichtigung Ihrer Angaben beantworte ich die von Ihnen gestellten Fragen sehr gerne zusammenfassend wie folgt:

Bei Ihnen als Angestellter ist Ihr Einkommen der letzten 12 Monate maßgeblich.

Zum diesem unterhaltsrechtlich relevanten Einkommen zählen auch einmalige Zahlungen wie Gratifikationen, Prämien sowie Weihnachts- und Urlaubsgeld, ein dreizehntes und vierzehntes Monatsgehalt. Dies ist dann auf das monatliche Einkommen anrechnen. (BGH FamRZ 1980, 342, 343; 1982, 250; 1991, 416, 418; OLG Celle FamRZ 1971, 307; OLG Frankfurt/M FamRZ 1977, 799; OLG Stuttgart FamRZ 1978, 681, 683; OLG Düsseldorf FamRZ 1981, 772; OLG Hamm FamRZ 1991, 576; OLG München FamRZ 1980, 150).

Diese Sonderzahlung zählt hierzu und wird also ganz normal als unterhaltsrelevantes Einkommen gewertet.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können mich natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.


Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen: Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.


Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Mittwochnachmittag!

Mit freundlichem Gruß

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
[email protected]
Tel. 0471/3088132
Fax.0471/57774

Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Herr Newerla, haben Sie meine Folgefrage erhalten. Bitte um Nachsicht, ich bin noch Neuling im Internet. Freundliche Grüße H.-J. Decher
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

Herr Newerla, ich sehe meine Frage nicht beantwortet. Ich versuche es noch einmal konkreter:

 

Ist die vom Finanzamt berücksichtigte Pauschale: - Förderung des Ehrenamtes- (2100 Euro) vom Einkommen zur Berechnung des Unterhalts ebenfalls abzugsfähig?

Ja oder nein.

 

Zur Erläuterung:

Meine übliche Unterhaltszahlung aus dem Ruhestandgehalt ist unstrittig.

Meine Exfrau ist als Akademikerin beruftätig.

Die Kinder sind 18 Jahre und das Einkommen der Mutter wird mit meinem gegengerechnet. unstrittig.

Neben meinen Einkünften aus dem Ruhegehalt habe ich Einkünfte aus einer Nebentätigkeit (angemeldet!) als selbstständiger Chorleiter.

Ich habe hier im Verlauf des Jahres Einnahmen und Ausgaben. Beides möchte ich jetzt nach Beratung durch Steuerberater gegeneinander aufrechnen. Habe ich zuvor (leider) nicht gemacht. Alle Unkosten habe ich getragen: z. Kosten für Noten, Fahrtkosten, Fortbildungen, Büromaterial, tragbares Digitalklavier etc. habe ich nicht vom Einkommen bei der Unterhaltsberechnung abgezogen.

Problem: Nachweises der Höhe des Überschusses

Ich gebe alle Einnahmen und Ausgaben gegenüber dem Finanzamt an. Das rechnet mir die o.g. Pauschale an, wenn ich unter diesem Betrag mit meinen AusgaXXXXX XXXXXege, das ist regelmäßig der Fall. Wenn ich mehr Honorar als die Pauschale hatte, wird das darüberliegende Einkommen versteuert und im Einkommenssteuerbescheid als: Einkommen aus selbstständiger Arbeit aufgeführt. Dann könnte es für einen Nachweis gegenüber meiner Exfrau nachvollziehbar sein aber auch noch strittig, wenn sie sagt, ich akzeptiere die Pauschale vom Finanzamt nicht, ich möchte die Belege im einzelnen sehen.

Der andere Fall war im vergangenen Jahr. Mein Honorar lag unter der Pauschale. Für meine Tätigkeit als Chorleiter habe ich die Pauschale in Ansatz gebracht. Das Finanzamt hat ausgeführt: Keine Einnahmen aus selbststädiger Arbeit. Trotzdem hatte ich einen (kleinen) Überschuß nach Einnahmen- und Ausgabenverrechnung.

 

Ich hoffe jetzt ist es verständlich. Mfg

Experte:  Guests hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Herr Decher,

so wie sich die Situation darstellt, handelt es sich um eine Nebentätigkeit, die nicht in die Unterhaltsverpflichtung fällt. Es handelt sich auch nicht um eine Gratifikation, ein 13. oder 14. Monatsgehalt o.ä. im Zusammenhang mit ihren Pensionsansprüchen.

Dass nunmehr nach steuerrechtlichen Kategorien bzgl der Chorleitertätigkeit die Einkünfte als Einkünfte aus selbständiger Arbeit klassifiziert werden, spielt für Sie und die Unterhaltsverpflichtung keine Rolle.

Eine Nebentätigkeit ist grundsätzlich "überobligatorisch". Da sie eine Pension erhalten, ist lediglich daraus der Unterhalt zu berechnen. Die Einkünfte aus einer Nebentätigkeit (hier wohl: Ehrenamt, für dass Sie eine Art Aufwandsentschädigung für Klavier, Literatur, KM-Geld) sind nur dann einzubeziehen, wenn es zur Sicherung des Mindestunterhaltes in Mangelfällen oder bei hohen gemeinsamen Schulden erforderlich ist. Da haben Sie aber nichts von geschrieben. Ähnliches gilt, wenn Kinder im Spiel sind und deren Unterversorgung droht (aber das liegt ja auch nicht vor).

Da Sie lediglich die Obliegenheit zu normalem Arbeitsumfang trifft und keine Obliegenheit trifft, die Nebentätigkeit auszuüben - Sie könnten jederzeit Ihr Chorleiterdasein aufgeben - besteht kein Anspruch Ihrer Frau, überhaupt - gleichgültig, ob Sie 100, 2100 oder 2101 EUR Einkünfte aus der Chorleitertätigkeit erzielen - darauf zuzugreifen.

Je nachdem, wie die Einzelheiten Ihrer Scheidung und die Kommunikation mit Ihrer Ex-Frau sich darstellen und wie ausgeprägt Ihr Harmoniebedürfnis ist, sollten Sie entweder zur Erstberatung zu einem Rechtsanwalt gehen (kostet 190 EUR + USt) oder Ihrer Ex-Frau mitteilen, dass die Chorleiterbezüge aus der Berechnung künftig draußen bleiben. Anderes gilt dann, wenn die Nebentätigkeit typischer Ausfluss aus der Haupttätigkeit ist (Gutachten, Vorträge; u. U. wenn verbeamtete Halbtagsmusiklehrer Chöre leiten...Laughing). Dann besteht u. U. ein Anspruch.

Unter Umständen sind Sie auch von Ihrem Rechtsanwalt falsch beraten worden und ggf. hat das Gericht dies auch nicht ordentlich gemacht, weil bzgl. Sachverhalten mit steuerrechtlichem Nexus viele "ins Schleudern" geraten. Dann kann es sein, dass Ihre gesamte Unterhaltsverpflichtung neu berechnet werden muss.

Ich hoffe, Ihnen geholfen zu haben und wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

Mit freundlichen Grüßen

H. Schoenewolf, Rechtsanwalt in Trier

Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.

Sehr geehrter Herr Schoenewolf, herzlichen Dank für die konkrete Antwort. Ihnen weiter viel Schaffensfreude.-

 

Ich weiß nicht, ob ich das hier an dieser Stelle schreiben darf. - Ich habe eine Bewertung Ihres Tuns vornehmen wollen, ist mir leider nicht gelungen. Ich habe mich zu einem weiteren Internet-Kurs angemeldet, damit ich künftig besser bin. Nochmals Danke. Ich hätte diese Angaben einige Jahre zuvor gern gehabt, damit hätte ich mir wahrscheinlich viel Geld erspart. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich bei Gericht inzwischen Beratungshilfe bzw. Prozeßkostenhilfe bekomme. Ihre Kollegen verdienen offensichtlich weniger mit mir. MfG

Experte:  Guests hat geantwortet vor 7 Jahren.
Guten Abend Herr Decher,

vielen Dank für Ihre Mail. Vielleicht finden Sie ja noch die Bewertungsfunktion (um ehrlich zu sein, weiß ich da auch im Moment nicht weiter. Vielleicht gibt es für justanswer auch einen Experten...)

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrem weiteren Vorgehen!

H. Schoenewolf, Rechtsanwalt in Trier