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Danjel Newerla
Danjel Newerla, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 9380
Erfahrung:  Rechtsanwalt und Diplom Jurist
26039601
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Danjel Newerla ist jetzt online.

Sind bei einem Vorwurf des sexuellen Mi brauchs im Betreuungsverh ltnis

Kundenfrage

Sind bei einem Vorwurf des sexuellen Mißbrauchs im Betreuungsverhältnis Aussagen, die durch Sozialarbeiter und anderen Laien in mehrfachen Befragungen, die den polizeilichen Ermittlungen vorangingen, überhaupt verwertbar? Insbesondere dann, wenn bei der Befragung eines "Zeugen" nachgewiesen werden kann, dass die Aussage aufgrund des Schweregrades der Behinderung nicht ohne Suggestivfragen erfolgt sein kann? Gibt es die Möglichkeit eine Klageerhebung abzuwenden?
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 7 Jahren.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage!

Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts zu Ihrer Frage wie folgt Stellung nehmen:

Grundsätzlich sind die von Ihnen angesprochenen Zeugenaussagen auch verwertbar. Bedenken bestehen nur bei der behinderten Person, sofern diese in der Tat nicht zurechenbar/glaubwürdig ist. Dies wäre eine Frage, die notfalls durch ein psychologisches Gutachten geklärt werden müsste.

Sie sprechen von einer „Klage“ die abgewendet werden könnte/sollte. Egal ob es sich um eine strafrechtliche Anklage handelt oder eine Zivilklage, was aus Ihrer Schilderung nicht so ganz eindeutig hervorgeht, könnten Sie diese nur dann abwenden, wenn Sie Zeugen dafür haben, dass die gemachten Vorwürfe nicht zutreffen.

Auf jeden Fall ist dem Angeklagten anzuraten an, einen im Strafrecht erfahrenen Kollegen vor Ort mit der Wahrnehmung der rechtlichen Interessen zu beauftragen. Dieser sollte dann zunächst Akteneinsicht beantragen (das darf grundsätzlich nur ein Rechtsanwalt), um sich dann überhaupt erst ein Bild davon machen zu können, welche konkreten Zeugenaussagen dem Gericht vorliegen.

Dann sollte die Beweissituation geklärt werden (insbesondere hinsichtlich der Frage, welche Beweismittel zu Gunsten des Angeklagten einsetzbar sind). Dann sollte mit dem Anwalt das weitere Vorgehen entsprechend dieser Analyse abgestimmt werden.

Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann.

So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben auch wenn ich es bedaure, Ihnen keine positivere Nachricht geben zu können. Sie können mich natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.


Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Sonntagnachmittag!


Mit freundlichem Gruß

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
[email protected]
Tel. 0471/3088132
Fax. 0471/57774

Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Vielen dank für die schnelle Antwort: Es handelt sich in diesem Fall um einen Erstvorwurf des sexuellen Mißbrauchs, bei welchem die ersten Beschuldigungen in zwei gemeinsamen Befragungen von zwei "Zeugen" ausgesprochen wurden. Die Folgebefragungen der weiteren Zeugen waren zielgerichtet (das ergibt sich aus der Beschreibung gezielter Nachfragen, nachdem das angebliche Opfer erst gar nicht zu sagen hatte)Die Befragungen sind zudem schlecht dokumentiert. Ein Zeuge ist nach Aussage seines gesetzlichen Betreuers "leicht irritierbar und suggestiv beeinflussbar". Polizeiliche Befragungen erfolgten nur in zwei Fällen. Die Aussagen bleiben hier oberflächlich und widersprüchlich. Die Anklage stützt sich trotzdem auf alle Zeugenaussagen, auch wenn es bei 3 Aussagen lediglich um interne Protokolle handelt, die z.T. erst 5 Tage nach der Befragung verfasst wurden! Kann man da nichts anfechten? Oder muss es nicht zumindest vor Klageerhebung genaustens geprüft werden? Es gibt auch Entlastungszeugen, die angeben, dass der Sachverhalt praktisch nicht möglich ist.
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich Ihnen sehr gerne wie folgt beantwoten möchte:

Sie haben vollkommen Recht, diese Aussagen könenn und sollten unbedingt im Rahmen einer sinnvollen Verteidigungsstrategie angefochten werden. Im Rahmen des Zwischenverfahrens hat der Angeklagte ab Zustellung der Anklageschrift grundsätzlich zwei Wochen Zeit um gegen die Erhebung der Anklage vorzugehen.


Dies sollte in Ihrem Fall mit Hilfe eines Anwaltes geschehen. Dort sollte die Qualität der Beweismittel mit den von Ihnen angesprochenen Argumenten angegriffen werden.



Selbst falls er zur Anklageerhebung kommt bedeutet dies ja noch lange nicht, dass den Zeugen auch geglaubt wird.



Dies hat nämlich im Endeffekt nicht die Staatsanwaltschaft oder Polizei, sondern der Richter in der Hauptverhandlung im Rahmen der Beweisaufnahme zu entscheiden. Ein guter Strafvertreideiger sollte dann die Beweismittel spätestens dort angreifen und eigene Gegenzeugen vorbringen. Wichtig ist aber auf jeden Fall die Akteneinsicht, worauf ich in an dieser Stelle noch einmal eindringlich hinweisen möchte.


Ich hoffe Ihre Nachfrage zu ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Sonntagnachmittag und alles Gute!

Mit freundlichem Gruß

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
[email protected]
Tel. 0471/3088132
Fax. 0471/57774
Danjel Newerla und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Vielen Dank für die Antworten. Es ist auch ein Anwalt damit befasst, nur am Wochenende gibts da halt keine Beratung. Dehaalb nochmal vielen Dank. Werde Ihre Anregungen mit zum nächsten Termin nehmen.
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

dann bedanke XXXXX XXXXX mich recht herzlich und wünsche ich Ihnen noch viel Erfolg und alles Gute!


Mit freundlichem Gruß

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
[email protected]
Tel. 0471/3088132
Fax. 0471/57774

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