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raschwerin
raschwerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 16757
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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raschwerin ist jetzt online.

Wir heizen unser Haus mit l und Holz. Mein Mann guckte sich

Kundenfrage

Wir heizen unser Haus mit Öl und Holz. Mein Mann guckte sich im Wald ein paar trockene Bäume aus. In der Annahme, es handelt sich um Gemeindeholz, ging er zum Bürgermeister und fragte um Erlaubnis. Dieser guckte sich von sehr weitem die Stelle an und sagte zu. Die Abrechnung sollte erfolgen, wenn das Holz auf dem Hof liegt.
Er schickte meinen Mann noch zum Förster. Auch der sagte zu. Förster und Bürgerm. sahen sich die Stelle aber nicht vor Ort an.Bei diesem Holzeinschlag am 29.8.09 widerfuhr mir ein schlimmer Unfall. Ich sägte mir mit der Kettensäge in den linken Unterschenkel.Ein Freund holte für mich das Holz nach Hause.Nachdem ich aus dem Krankenhaus kam, war es Dorfgespräch, dass ich im Privatwald Holz geschlagen habe. Ich ging zum Besitzer und entschulidgte mich, bot ihm an die 5 RM zu bezahlten und eine Fuhre Holz. Wollte er aber nicht. Jetzt kam ein Brief vom Anwalt binnen 7 Tagen Herausgabe des Holzes oder Anklage beim Gericht. Lasse ich es auf eine Anklage ankommen?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

gern beanworte ich Ihre Frage wie folgt:

Sie haben hier im Privatwald Holz geschlagen. Das ist natürlich verboten und stellt einen Diebstahl dar.

Sie sollten das Holz herausgeben. Am besten wäre es, sich auch einen Anwalt zu nehmen.

Sie können dann aber den Bürgermeister in Anspruch nehmen, der Ihnen das Holz falsch zugewiesen hat.

Auf eine Klage sollten Sie es nicht ankommen lassen, sondern das Holz herausgeben. Macht der Besitzer dann weitere Ansprüche geltend, nehmen Sie sich einen Anwalt.
Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.

Mein Mann wusste aber doch nich, dass es Privatwald ist. Muss denn hier nicht der Förster bzw. das Forstamt haften für solche Falschaussagen. Man muss sich doch auf eine Amtsperson verlassen können. Ich hätte nie das Holz dort geschlagen, wenn ich das gewußt hätte. Wer bezahlt mir meine Arbeitskraft? Die bekommen jetzt das fertig geschlagene Holz ohne Arbeit auf den Hof?

Experte:  Guests hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte Acer2010,

zunächst ist es gleichgültig, ob Ihr Mann nicht wußte, dass es sich um Holz auf einem Privatgrundstück handelte. Dies zu akzeptieren wird Ihnen leichter fallen, wenn Sie sich vorstellen, dass auf Ihrem Grundstück ein Baum gefällt wird. Sie würden das Holz dann auch behalten wollen, selbst wenn der Bürgermeister oder ein Förster dem Holzfäller "erlaubt" hätten, das Holz zu schlagen. Damit sind wir bei Ihrer Frage nach der Haftung für Falschaussagen.

Grundsätzlich muß eine Behörde für falsche Auskünfte haften. Allerdings wird in Ihrem Fall wohl die Aussage Ihres Mannes gegen die Aussage des Försters stehen. Da Sie bzw. Ihr Mann aber beweisbelastet ist, könnte Aussage gegen Aussage stehen, wenn der Förster sagen würde, Ihr Mann hätte eine andere Stelle beschrieben. Diese Frage läßt sich aus der Ferne schwer beantworten (Es ist notwendig zu wissen, was wer genau gesagt hat. Und das muß auch bewiesen werden können. Gab es Zeugen? Sind diese bereit, auch wahrheitsgemäß auszusagen?).

In der Tat können Sie aber für den Einsatz Ihrer Arbeitskraft einen Geldersatz verlangen. Wenn Sie dies noch einmal im Gesetz nachlesen wollen, so schauen Sie sich die §§ 994 BGB. Durch Ihre Arbeitskraft ist das Holz vom bloßen Stammholz zum Brennholz aufgewertet worden. Signalisieren Sie dem Anwalt, dass Sie gerne bereit sind, das Holz zurückzugeben, aber auch Ihre Arbeitskraft vergütet haben wollen. Nennen Sie einen fairen, adäquaten Stundenlohn und schlüsseln Sie Ihre Kosten auf (Sprit für Ihre Motorsäge).

In jedem Falle sollten Sie eine Klage vermeiden, denn dieseein Verfahren lohnt sich für Sie nicht, wenn es nur um 5 Raumeter geht. Es wird Sie Nerven kosten und das holz müssen Sie in jedem Fall herausgeben.

Ich hoffe, ich habe Ihnen geholfen und weiterhin und vor allem, dass zumindest Ihre Verletzung gut verheilt.

Mit freundlichen Grüßen

Helge Schoenewolf, Rechtsanwalt in Trier





Verändert von Schoenewolf am 12.01.2010 um 18:13 Uhr EST
Experte:  Guests hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrte,

zunächst ist es gleichgültig, ob Ihr Mann nicht wußte, dass es sich um Holz auf einem Privatgrundstück handelte. Dies zu akzeptieren wird Ihnen leichter fallen, wenn Sie sich vorstellen, dass auf Ihrem Grundstück ein Baum gefällt wird. Sie würden das Holz dann auch behalten wollen, selbst wenn der Bürgermeister oder ein Förster dem Holzfäller "erlaubt" hätten, das Holz zu schlagen. Damit sind wir bei Ihrer Frage nach der Haftung für Falschaussagen.

Grundsätzlich muß eine Behörde für falsche Auskünfte haften. Allerdings wird in Ihrem Fall wohl die Aussage Ihres Mannes gegen die Aussage des Försters stehen. Da Sie bzw. Ihr Mann aber beweisbelastet ist, könnte Aussage gegen Aussage stehen, wenn der Förster sagen würde, Ihr Mann hätte eine andere Stelle beschrieben. Diese Frage läßt sich aus der Ferne schwer beantworten (Es ist notwendig zu wissen, was wer genau gesagt hat. Und das muß auch bewiesen werden können. Gab es Zeugen? Sind diese bereit, auch wahrheitsgemäß auszusagen?).

In der Tat können Sie aber für den Einsatz Ihrer Arbeitskraft einen Geldersatz verlangen. Wenn Sie dies noch einmal im Gesetz nachlesen wollen, so schauen Sie sich die §§ 994 BGB. Durch Ihre Arbeitskraft ist das Holz vom bloßen Stammholz zum Brennholz aufgewertet worden. Signalisieren Sie dem Anwalt, dass Sie gerne bereit sind, das Holz zurückzugeben, aber auch Ihre Arbeitskraft vergütet haben wollen. Nennen Sie einen fairen, adäquaten Stundenlohn und schlüsseln Sie Ihre Kosten auf (Sprit für Ihre Motorsäge).

In jedem Falle sollten Sie eine Klage vermeiden, denn dieseein Verfahren lohnt sich für Sie nicht, wenn es nur um 5 Raumeter geht. Es wird Sie Nerven kosten und das holz müssen Sie in jedem Fall herausgeben.

Ich hoffe, ich habe Ihnen geholfen und weiterhin und vor allem, dass zumindest Ihre Verletzung gut verheilt.

Mit freundlichen Grüßen

Helge Schoenewolf, Rechtsanwalt in Trier



Kunde: hat geantwortet vor 6 Jahren.
Damit haben Sie mir wirklich schon sehr geholfen. Ich dachte mir so, man könnte als Widergutmachung anbieten, dass der Geschädigte sich die gleiche Menge Holz in unserem Grundstück fällen darf. Die Einweisung ist übrigens aktenkundig, da ein Unfallprotokoll vom Förster gemacht wurde.

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