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raschwerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 16996
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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raschwerin ist jetzt online.

Guten Tag, ich habe justanswer.com f r eine medizinische Frage

Kundenfrage

Guten Tag,
ich habe justanswer.com für eine medizinische Frage benutz, eine Antwort bezahlt und erhalten. Meine private Krankenkasse weigert sich, den entsprechenden Betrag zu erstatten. Meine Frage: ist es für Ärzte legal, auf diesem Wege (justanswer.com) Ratschläge zu erteilen und Diagnosen zu stellen?
Ist diese Beratung anders zu bewerten als eine telefonische Beratung und kann sich die Kasse wirklich weigern die Kosten zu erstatten?
Mir geht es allerdings weniger um die 15 EUR Erstattung, als mehr um die Frage, ob Ärzte in Deutschland diesen Dienst wirklich legal anbieten dürfen, ohne Ärger mit Ihrer Kammer zu bekommen.

Vielen Dank!!
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Grundsätzlich hat die ärztliche Untersuchung und Beratung in der Praxis oder bei einem Hausbesuch zu erfolgen.

Durch das multimediale Zeitalter macht es sich aber auch immer mehr erforderlich und bietet sich an, auch Fragen online zu beantworten.

Dies macht der Arzt aber in einem Rahmen, der von den gesetzlichen Krankenkassen nicht abgedeckt wird.

Hier hätten Sie sich vorher mit Ihrer Krankenkasse in Verbindung setzen sollen.

Es ist dem Atzt aber nicht verboten, auch online eine Beratung abzuhalten. Dazu muss er Ihnen die Kosten dann aber so in Rechnung stellen und kann dies nicht über die Krankenkasse abrechnen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Herr Schwerin,
vielen Dank für die schnelle Antwort.
Differenzieren Sie bei der "Erlaubten" Beratung zwischen Beratung und Diagnosestellung?
Die Ärztin hat mir eine Salbe aus der Apotheke empfohlen. Ist das auch noch o.k.? Gibt es ein Gesetzt, dass die Beratung via Internet / Telefon einschränkt - besonders weil Sie in der ersten Antwort schreiben: "Grundsätzlich hat die ärztliche Untersuchung und Beratung in der Praxis oder bei einem Hausbesuch zu erfolgen."

Vielen Dank
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 7 Jahren.
Es ergibt sich aus der Tradition, dass die Behandlung etc. in der Praxis zu erfolgen hat und natürlich auch aus gesetzlichen berufsrechtlichen Regelungen.

Dennoch ist es in der heutigen Zeit gerade schon normal, auch im Internet nach fachkundigem Rat zu suchen. Genauso, wie ich Ihnen hier gerade juristischen Rat erteile, kann auch der Mediziner, also der Arzt, Ihnen Rat erteilen.

Eine Diagnose kann er aber über das Internet wohl kaum stellen. Dies wäre zwar nicht verboten, scheint aber doch merkwürdig.

Das Empfehlen einer Salbe stellt kein Problem dar.

Es gibt keine entsprechenden Regelungen, die diese Form der Beratung verbieten würde.

Ich kann Ihnen abschließend noch folgenden Artikel anraten. Dies betrifft zwar ein Problem in der Schweiz, ist aber vom Grundgedanken her auch bei uns anzuwenden.

h ttp://www.bullmed.ch/k2/pages/support/view.asp?k2dockey=C%3A\Inetpub\wwwroot\saez\pdf\2001\2001-42\2001-42-495.PDF%40saez_d&serverSpec=schwabe03:9920&querytext=recht&OrigQuery=&QueryParser=Internet_Basic&logTitle=%C3%84rztliche+Beratung+via+Internet&dtype=3
raschwerin und weitere Experten für Recht & Justiz sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Herr Schwerin,

ich habe zwar die Zahlung bereits akzeptiert bin aber nun noch auf den § 7 Abs. 3 Berufsordnung für Ärtze gestoßen, wo es heißt:
(3) Ärztinnen und Ärzte dürfen individuelle ärztliche Behandlung, insbesondere auch Beratung, weder ausschließlich brieflich noch in Zeitungen oder Zeitschriften noch ausschließlich über Kommunikationsmedien oder Computerkommunikationsnetze durchführen.
(s.h. dazu: http://www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=1.100.1143#B2)

Widerspricht dies nicht Ihren oben gemachten Auslegungen?

Vielen Dank,XXXXX
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 7 Jahren.
Es heißt ja "weder noch ausschließlich". Damit ist gemeint, dass man es kombinieren muss mit einem persönlichen Blick und einer telefonischen Beratung.

Diese Regelung stammt aber aus dem Jahr 2006 und spiegelt nicht mehr die aktuelle gesellschaftliche Lage wieder.

Es soll natürlich nicht die Regel werden, dass Ärzte ausschließlich per Internet beraten. Das geht ja auch rein praktisch nicht.

Aber kurze und einfache Diagnosen und Empfehlungen können auch via Telefon oder Internet getroffen werden.

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