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K. Severin
K. Severin, Rechtsanwalt
Kategorie: Recht & Justiz
Zufriedene Kunden: 892
Erfahrung:  Steuerrecht, Zivilrecht
25551084
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K. Severin ist jetzt online.

mein mieter ist vor 3 Monaten ausgezogen, hat nachdem er die

Kundenfrage

mein mieter ist vor 3 Monaten ausgezogen, hat nachdem er die Möbel ausgeräumt hat, Schimmelecken festgestellt und darauf hin die letzten
3 Monate, also in der Kündigungsfrist die Miete um 50 % gekürzt.
Was kann ich tun. Ich habe keine Kaution im Rückhalt.
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Recht & Justiz
Experte:  K. Severin hat geantwortet vor 7 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller, vielen Dank für ihre Anfrage.

 

Diese möchte ich wie folgt beantworten:

 

Während des Bestehens der Kündigungfrist ist das Mietverhältnis zwischen ihrem Mieter und Ihnen wirksam. Der Mieter kann in dieser Zeit die Miete gemäß § 536 S.2 BGB angemessen mindern, da es sich bei der Schimmelbildung um einen Mangel handelt, der die Tauglichkeit der Mietwohnung zu dem vertraglich vorausgesetzten Gebrauch mindert. Allerdings sind 50 % Mietminderung viel zu hoch angesetzt und daher nicht angemessen, sofern diese Minderung für jeden einzelnen Monat durch den Mieter vorgenommen wurde und sich auf die Gesamtmiete bezogen hat. Angemessen ist nach der Rechtsprechung bei Schimmelbildung eine Mietminderung zwischen 10-30 %, abhängig vom Grad der Schimmelbildung für den jeweiligen Monat des Bestehens des Mietverhältnisses. Weiter kann die Mietminderung nur anteilig für das/die Zimmer in Anspruch genommen werden, das/die durch die Schimmelbildung betroffen sind. Wenn z.B. eine Wohnung 80 qm hat und das Zimmer, welches von der Schimmelbildung betroffen ist, über 30 qm verfügt, so kann nur die Miete in Bezug auf dieses Zimmer um 10-30 % (abhängig vom Grad der Schimmelbildung) gemindert werden. Nehmen wir weiter an, die Miete beträgt für 80 qm 900 Euro brutto, dann kann der Mieter die Miete um 33,75 Euro = 10 %, 67,- Euro = 20 % oder 101, 25 Euro = 30 % im Monat für das betroffene Zimmer kürzen.

 

Um die Miete gemäß § 536 Abs.1 S.1 BGB mindern zu können, muss der Mieter den Mietmangel in Gestalt der Schimmelbildung in ihrer Wohnung gemäß § 536 c Abs.1 BGB nach Kenntniserlangung Ihnen gegenüber unverzüglich anzeigen. Sollte er dies unterlassen haben und konnten Sie deshalb nicht Abhilfe schaffen, verliert der Mieter gemäß § 536 c Abs.2 Nr.1 BGB das Recht auf Mietminderung und macht sich Ihnen gegenüber schadensersatzpflichtig, wenn infolge der unterlassenen Mängelanzeige ein Schaden in der angemieteten Wohnung entstanden ist.

 

Sollte der Mieter nach den vorherigen Ausführungen die Miete unangemessen gemindert haben, dann sollten Sie einen Rechtsanwalt beauftragen, die rechtswidrig geminderte Miete vom Mieter einzufordern. Die Rechtsanwaltskosten können Sie als Verzugsschaden durch den Rechtsanwalt an den Mieter weiter berechnen lassen. Sollte der Mieter dann nicht zahlen, würde ich an ihrer Stelle einen Mahnbescheid in Höhe der ausstehenden Miete zzgl. Zinsen gegen den Mieter beantragen und auf dem Mahnbescheidsformular ankreuzen, dass bei einem Widerspruch gegen den Mahnbescheid durch den Mieter die Sache an das zuständige Gericht abgegeben wird.

 

Ich hoffe, ihre Frage damit beantwortet zu haben und stehe Ihnen bei Rückfragen gern zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüssen

 

KSRecht



Verändert von K. Severin am 06.01.2010 um 17:23 Uhr EST

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